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10.09.2012

13:55 Uhr

Ground Zero

Niemand will ins neue World Trade Center ziehen

VonAstrid Dörner

Zum elften Mal jähren sich morgen die Terroranschläge in New York. Die Bilanz auf der Baustelle des neuen World Trade Centers ist trüb: Mietinteressenten für die Wolkenkratzer sind rar. Trotz Schnäppchenpreisen.

Der Turm eins des neuen World Trade Centers ragt aus der Skyline von Manhattan empor. Reuters

Der Turm eins des neuen World Trade Centers ragt aus der Skyline von Manhattan empor.

New YorkNew Yorks Skyline hat sich verändert - endlich. Endlich sieht man zwei Türme aus dem tiefen Loch im Süden Manhattans herausragen. Endlich kann man erkennen, dass es beim Wiederaufbau des World Trade Centers aufwärtsgeht. Nächstes Jahr sollen Turm Nummer eins, der früher "Freedom Tower" genannt wurde, und Turm Nummer vier fertig sein.

Und doch stehen der Fläche, auf der einst die Zwillingstürme in die Höhe ragten, schwere Zeiten bevor. Am Dienstag, wenn sich die Terroranschläge zum elften Mal jähren und die Welt neugierig auf die Großbaustelle blickt, müssen die Verantwortlichen eine traurige Bilanz präsentieren:
Das Museum, das eigentlich heute fertig sein sollte, befindet sich wegen Streitigkeiten im Baustopp. Und statt der geplanten vier Wolkenkratzer, werden es erst einmal nur zwei. Turm zwei und drei werden vorerst kleine Stumpen bleiben. Erst, wenn sich genügend Mieter und Geldgeber finden, werden die 88 und 80 Stockwerke hohen Wolkenkratzer weitergebaut werden. Und das kann dauern.

Kreisverkehr in Midtown: Das Büroviertel gilt als attraktiver. dapd

Kreisverkehr in Midtown: Das Büroviertel gilt als attraktiver.

Denn nicht einmal für die Bürotürme, die nächstes Jahr eröffnet werden sollen, gibt es bislang genügend Interessenten. Die Krise in Europa macht viele Unternehmen zögerlich. Einige scheuen zudem den Umzug an die Südspitze Manhattans. Das Bürozentrum in Midtown gilt nach wie vor als attraktiver für Berater, Anwälte und Banker, weil sie dort näher an ihren Kunden sein können. Dabei sind die Mieten in den neuen Türmen für New Yorker Verhältnisse ein Schnäppchen. "Hier bekommen Sie ein neues, umweltfreundliches Gebäude zu einem Preis einer 30 Jahre alten Immobilie in Midtown", sagte Janno Lieber, Präsident bei Silverstein Properties, dem Bauherrn der Türme zwei bis vier. Medienberichten zufolge ist der Quadratmeter im neuen World Trade Center bereits für rund 750 Dollar zu bekommen, in Midtown sind es rund 1200 Dollar.

Preisentwicklung bei Wohnimmobilien seit der Eurokrise

Berlin

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1899 Euro*
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 24 Prozent

* Kriterien: Durchschnittsimmobilie, 30 Jahre alt, gepflegter Zustand

Bremen

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1180 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 10 Prozent

Dortmund

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1252 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 1 Prozent

Dresden

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1692 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 19 Prozent

Düsseldorf

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2237 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 21 Prozent

Erfurt

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1718 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 15 Prozent

Essen

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1243 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 0 Prozent

Frankfurt

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2427 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 17 Prozent

Freiburg

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2625 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 28 Prozent

Hamburg

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2464 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 30 Prozent

Hannover

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1479 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 16 Prozent

Kiel

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1506 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 16 Prozent

Köln

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1994 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 17 Prozent

Leipzig

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1426 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 7 Prozent

Magdeburg

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 889 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 8 Prozent

Mainz

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1805 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 8 Prozent

Mannheim

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1788 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 13 Prozent

München

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 3692 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 33 Prozent

Nürnberg

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1827 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 22 Prozent

Stuttgart

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2346 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 15 Prozent

Und doch reicht das offenbar nicht aus. Makler berichten, dass Unternehmen das World Trade Center vor allem als Drohkulisse benutzen, um mit ihren Vermietern in Midtown eine günstigere Miete auszuhandeln.

Während das World Trade Center mit dem Wiederaufbau kämpft, kündigt sich bereits neue Konkurrenz an. An Manhattans Westseite soll für 15 Milliarden Dollar ein neues Bauprojekt namens Hudson Yards entstehen, eine Stadt innerhalb der Stadt und ein neues Geschäftszentrum für Manhattan.

Silversteins Manager hoffen unterdessen, dass sich das Motto ihres 81-jährigen Chefs Larry Silverstein auch dieses Mal bewahrheiten wird. "Sobald die Türme erst einmal stehen, werden die Mieter schon kommen", pflegt Silverstein zu sagen. Bei seinem letzten Projekt, ein Wolkenkratzer am Rande des World Trade Centers, hat er recht behalten.

Was Käufer von Ferienhäusern wissen sollten

Checkliste – Immobilienerwerb im Ausland

Sollte der Hauskauf in Deutschland bereits gut geplant sein, kommen beim Immobilienerwerb im Ausland noch landesübliche Regelungen und Usancen hinzu. Folgende Checkliste hilft, Fehler beim Erwerb einer Auslandsimmobilie zu vermeiden.

Aufenthaltserlaubnis geklärt?

Die Bestimmungen der EU erlauben Europäer grundsätzlich sich in jedem Mitgliedsland niederlassen. In vielen Ländern außerhalb der EU wird dagegen oft auch eine Aufenthaltserlaubnis benötigt. Geklärt sein sollte, deshalb, ob eine Aufenthaltserlaubnis erforderlich ist, diese zeitlich begrenzt ist und bis wann alle Unterlagen dazu vorliegen.

Quellen: meineimmobilie.de, Deutsche Schutzvereinigung Auslandsimmobilien

Gesetzliche Regelungen bekannt?

Vor dem Kauf sollten sich Interessent mit den wichtigsten landestypischen Regelungen zum Erwerb und die Vermietung der Immobilie betreffenden Land vertraut. Es sollte klar sein, wie der Kauf geregelt wird – also ob eine notarielle Beurkundung notwendig ist. Zudem sollte im Vorfeld geklärt sein, welche Steuern durch den Kauf anfallen und wie die Steuererhebung durchgeführt wird. Dies betrifft in Regel die Grundsteuer (ggf. Wohnsteuer) und die Einkommensteuer, sowie unter Umständen auch die Erbschaftsteuer. Zu klären ist, ob der Interessent oder die Immobilie eventuell Nutzungs-, Erwerbs- oder Vermietungsbeschränkungen unterliegt.

Wie soll die Immobilie gesucht werden?

Je nach Art der Immobiliensuche fallen unterschiedlich Kosten oder Aufwendungen an. Ob das Ferienhaus in eigener Regie, über einen Makle oder über sonstige Vermittler oder Portale gesucht wird, sollte daher im Vorfeld überlegt werden.

Wichtige Unterlagen eingesehen?

Vor dem Kauf sollten auf jeden Fall die Eigentumsverhältnisse sowie die mit dem Kauf verbundenen Rechte und Pflichten der Immobilie geklärt sein. Dies lässt sich durch die Einsicht in das Baulastenverzeichnis, dem Grundbuch/Register oder bei Neubauten über den Bebauungsplan/Flächennutzungsplan weitgehend klären. In bestimmten Regionen empfiehlt sich vor dem Bau oder Kauf zu überprüfen, ob das Gebäude in Übereinstimmung der regionalen Gesetze (wurden beim Bau bestehende Gesetze – wie in Spanien das Küstengesetz, LRAU errichtete wurde oder gebaut wird. Eventuelle vorhandene Versicherungsunterlagen können Auskunft über zusätzliche Kosten und Risiken geben.

Liegen beglaubigte Übersetzungen vor?

Falls der Interessent nicht über ausreichende Sprachkenntnisse verfügt, sollte er alle wichtigen Unterlagen auch in beglaubigten Übersetzungen vorliegen haben.

Wie hoch sind die ortsüblichen Preise?

Der Interessent sollte sich über die Preise in der Erwerbsregion informieren. Dazu bietet es sich an, örtliche Makler zu befragen, Aushänge zu studieren, das Internet nach vergleichbaren Objekten zu durchforsten. Aufgrund dieser Informationen sollte man sich beim Kauf ein Preislimit setzen, um ein Objekt nicht zu überteuerten Preis zu erwerben.

Alle Kaufnebenkosten berücksichtigt?

Der Interessent muss die Kaufnebenkosten ermitteln, die auf den Kaufpreis der Auslandsimmobilie noch aufgeschlagen werden müssen. Dazu sollte er sich die Berechnungen vorlegen lassen.

Eigenkapital ausreichend?

Was kann der Interessent in die Finanzierung einbringen, um den meist geforderten Eigenkapitalanteil von 40 bis 50 Prozent zu erreichen? Dazu bietet sich an, alle einbeziehbaren Vermögenswerte wie die eigene lastenfreie Immobilie oder Grundstück, das Wertpapierdepot, Bausparverträge oder auch Edelmetalle zu berücksichtigen. Auch ein Verwandtendarlehen oder eine Schenkung oder der Einsatz einer kapitalbildende Lebensversicherung sollte erwogen werden.

Finanzierung geklärt?

Der nächste wichtige Punkt ist die Klärung der Finanzierung. In der Regel reicht das vorhandene Eigenkapital zum Erwerb nicht aus. In diesem Fall sollten deutsche Finanzinstitute oder Geldinstitute vor Ort kontaktiert werden. Ansprechpartner oder Informationen finden sich bei der Hausbank, Bausparkassen, Finanzvermittler oder Internetfinanzierer.

Versicherungsschutz ausreichend?

Der Interessent sollte sich schon frühzeitig um einen ausreichenden Versicherungsschutz seiner Immobilie kümmern und sich über notwendige Pflichtversicherungen informieren. In der Regel betrifft dies Wohngebäudeversicherung, die Hausrat- oder Glasversicherung bei Wintergärten.

Kommentare (4)

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mzpx

10.09.2012, 20:29 Uhr

Bei Sprengmeister Silverstein würde ich auch nicht Einziehen wollen.

Hannes

11.09.2012, 16:59 Uhr

"Freedom Tower"? Ist ja wohl ein Witz. Und noch dazu ein äußerst schlechter.
Welche Freiheit meinen die den? Wahllos tausende Leute umzubringen? Ständig neue Kriege anzetteln? Die Freiheit zu lügen, zu betrügen, zu rauben und zu plündern?

Dann könnte es allerdings passen!

es_taut

31.10.2012, 11:00 Uhr

@Hannes
Freiheit für Heuschrecken, Bilderberger, Schwarzgeld, Blutgeld, Drogengeld.......die Liste kann unendlich fortgeführt werden.

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