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24.12.2013

10:48 Uhr

Grunderwerbssteuer

Hauskäufer müssen höhere Steuern zahlen

Vor allem im Norden Deutschlands werden die Hauskäufer zum Jahreswechsel stärker zur Kasse gebeten. Gleich vier Bundesländer erhöhen die Grunderwerbssteuer – Schleswig-Holstein verlangt dann satte 6,5 Prozent.

Im Norden wird es teuer: Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Berlin erhöhen die Grunderwerbsteuer. dpa

Im Norden wird es teuer: Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Berlin erhöhen die Grunderwerbsteuer.

BerlinMit dem Jahreswechsel erhöhen vier Bundesländer die Grunderwerbsteuer. Wer in Berlin, Bremen, Niedersachsen oder Schleswig-Holstein ein Haus, eine Wohnung oder ein Grundstück kauft, muss dem Fiskus dann deutlich mehr überweisen als zuvor. Schon 2012 und 2013 hatten acht Bundesländer die Steuer erhöht. Bundesweiter Spitzenreiter ist künftig Schleswig-Holstein mit einem Satz von 6,5 Prozent. Wer im Norden ein Haus für 200 000 Euro kauft, muss zusätzlich 13 000 Euro an das Finanzamt überweisen.

In Berlin lag sie vor sechs Jahren noch bei 3,5 Prozent - jetzt greift die dritte Erhöhung. Ab 1. Januar werden 6 Prozent fällig. Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) rechnet damit, dass allein durch den jüngsten Aufschlag jährlich 100 Millionen Euro mehr in die Landeskasse kommen. „Eine moderate Anhebung, die auch im Ländervergleich nicht als überzogen gelten kann“, nennt der von der SPD benannte Nußbaum den Schritt. Schließlich liege Berlin hinter Schleswig-Holstein.

Wo wohnt man günstig - und wo teuer?

Günstig, Platz 6

Vogtlandkreis
Der Vogtlandkreis im Westen von Sachsen kann mit günstigen Grundstückspreisen aufwarten: In der Gemeinde Ellefeld etwa kostet der Quadratmeter 295,5 Euro.

Günstig, Platz 5

Uckermark
Die brandenburgische Uckermark landet auf Platz fünf der günstigsten Regionen Deutschlands. In der Gemeinde Templin wohnt es sich besonders günstig: Hier zahlt man nur 343,8 Euro.

Günstig, Platz 4

Bad Kissingen
Der Kreis Bad Kissingen liegt im bayerischen Unterfranken, nahe an der Grenze zu Hessen und Thüringen. In der Gemeinde Zeitlofs zahlt man wenigsten: nämlich nur 248,3 Euro.

Günstig, Platz 3

Wartburgkreis
Der Wartburgkreis liegt in Thüringen an der Grenze zu Hessen. Günstigster Wohnort ist die Gemeinde Treffurt: Dort kostet der Quadratmeter 242,9 Euro.

Günstig, Platz 2

Kreis Haßberge
Der Kreis Haßberge liegt nördlich des Mains im bayerischen Unterfranken. In der Gemeinde Kirchlauter kostet der Quadratmeter 232,4 Euro.

Günstig, Platz 1

Mansfeld-Südharz
In der Region Mansfeld-Südharz bei Leipzig wohnt es sich am günstigsten - vor allem in der Gemeinde Sandersleben: Dort kostet der Quadratmeter 192,8 Euro. Aber auch in Blankenheim (233,5 Euro), Hettstedt (259,5 Euro) und Friedeburg (267,7 Euro) sind die Preise niedrig.

Teuer, Platz 6

Bitburg-Prüm
Der Kreis Bitburg-Prüm ist der am dünnsten besiedelste Landkreis von Rheinland-Pfalz. Doch im rund 400 Einwohner großen Ort Kruchten kostet der Quadratmeter laut Immobilienscout24 4882,9 Euro.

Teuer, Platz 5

Hamburg
Ein Quadratmeter in der Hamburger Hafencity kostet 5760,2 Euro. Ein wenig günstiger lebt es sich im Bezirk Harvesthude (5168,8 Euro).

Teuer, Platz 4

Norderney
Die ostfriesische Insel Norderney wartet mit hohen Grundstückspreisen auf. Für einen Quadratmeter zahlt man 6578,8 Euro.

Teuer, Platz 3

München
Der Münchener Bezirk Lehel landet auf dem dritten Platz. Dort kostet der Quadratmeter 6947,6 Euro. Auch die Bezirke Altstadt (6918 Euro), Maxvorstadt (5848,2 Euro), Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (5445,1 Euro) und Schwabing-West (5441,5 Euro) haben hohe Grundstückspreise.

Teuer, Platz 2

Rathsweiler
Im Kreis Krusel in Rheinland-Pfalz liegt der Ort Rathsweiler: Dort kostet der Quadratmeter 6951,3 Euro.

Teuer, Platz 1

Sylt
Die Gemeinde Kampen auf der Insel Sylt hat die teuersten Grundstückspreise Deutschlands: Der Quadratmeter kostet hier 12.605 Euro.

Quelle

Quelle: Immobilienscout24; Referenzobjekt: eine Wohnung mit 80 Quadratmetern, 3 Zimmer, 30 Jahre alt.

Die Kieler Landeskasse soll durch die kräftige Erhöhung um 1,5 Prozentpunkte um 66 Millionen Euro anschwellen. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat in Aussicht gestellt, dass die Steuer auch wieder sinken könne. „Wir werden das ändern, wenn wir es nicht brauchen.“ Aber nicht vor 2020, und nur wenn der Haushalt dann im Plus sei, wie Albig ergänzte.

Für die Länder ist die Steuer eine wichtige Einnahmequelle. Mit 7,4 Milliarden Euro machte sie 2012 die Hälfte der reinen Landessteuern aus und übertraf deutlich die Rennwett- und Lotteriesteuer, die Feuerschutzsteuer und die Biersteuer. Und die Einnahmen steigen: 2010 hatten Immobilienkäufer nach Angaben des Statistischen Bundesamts den Länderkassen nur 5,3 Milliarden Euro gebracht.

Bayern und Sachsen sind die einzigen Länder, die von Immobilienkäufern in letzter Zeit keine höheren Steuern verlangt haben. Dort liegt der Satz seit Jahren bei 3,5 Prozent.

Von

dpa

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