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25.12.2011

10:47 Uhr

Häusermarkt

Immobilienfonds droht neues Ungemach

Weil die Kunden zurückhaltender werden, schlittert die Immobilienbranche zum Jahresende wieder in eine Marktflaute. Darunter leiden unter anderem offene Immobilienfonds. Einzelnen droht die Liquidierung.

Inmitten der Bankenhochhäuser in Frankfurt am Main steht das Büro-Hochhaus mit dem Namen Japan-Tower. dpa

Inmitten der Bankenhochhäuser in Frankfurt am Main steht das Büro-Hochhaus mit dem Namen Japan-Tower.

FrankfurtDie Immobilienbranche hat ein Deja vu. Es herrscht wieder Krisenstimmung. Unternehmen sind in der europäischen Schuldenkrise vorsichtiger mit der Anmietung neuer Büro- oder Ladenflächen. Käufer zahlen nicht mehr jeden Preis für Immobilienpakete und beschränken sich auf Bestlagen in wirtschaftlich soliden Ländern. Und die Banken werden mit Finanzierungen wieder knauseriger, verlangen mehr Eigenkapital.

Vieles erinnert an die Zeit nach der Lehman-Pleite im Herbst 2008. „Angesichts der rasanten Verschlechterung der Kreditmärkte in Europa, nicht nur in den Peripheriestaaten, dürften die gewerblichen Immobilienwerte 2012 unter Druck kommen“, warnen die Analysten der UBS in ihrem Prognosebericht. Für so manchen Spieler auf dem Markt geht es im neuen Jahr schlichtweg ums Überleben.

Prominenteste Beispiele hierfür sind die beiden eingefrorenen Offenen Immobilienfonds in Deutschland - der SEB ImmoInvest und der CS Euroreal. Für sie tickt die Uhr, bis Mai müssen sie entweder öffnen oder aber für immer schließen. Es wären nicht die ersten Immobilienfonds, die liquidiert werden - schon nach der Lehman-Pleite haben es viele nicht mehr auf die Beine geschafft. Aber es wäre eine neue Größenordnung: Jeweils rund sechs Milliarden Euro schwer sind der Euroreal und der ImmoInvest. Damit zählen sie zu den größten Investoren in Europa.

Die zermürbten Anleger kommen seit anderthalb Jahren nicht an ihr Geld. Hoffnungen, die beiden Fonds würden Ende 2011 wieder aufmachen, wurden vor wenigen Tagen enttäuscht. Die Fondsmanager mussten einen Rückzieher machen. Ihnen fehlt schlichtweg die nötige Liquidität, um alle Ausstiegswilligen auszuzahlen.

„Die Märkte sind mittlerweile unberechenbar geworden“, versucht sich die verantwortliche SEB-Fondsmanagerin Barbara Knoflach in einer Erklärung. Eine Liquiditätsquote von 30 Prozent halten Branchenkenner für nötig, damit ein Immobilienfonds öffnen kann, ohne sofort wieder in Schieflage zu geraten. Der ImmoInvest kam zuletzt auf 21 Prozent, der Euroreal auf 25 Prozent. Immobilienverkäufe, die Geld in die Kasse spülen sollen, werden von Woche zu Woche schwieriger. Die potenziellen Käufer spielen auf Zeit - die die Fonds nicht haben.

Kommentare (3)

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beton

25.12.2011, 11:59 Uhr

es ist ein grauß mitzukriegen,wie die immobilienfondsexperten mit dem geld ihrer anleger aaßen.

seriöse immobilienanlagen zum zweistelligen mietmultiplen gehandelt,können nur über erheblich höhere verkaufspreise
mit gewinn für die anleger funktionieren.

aber wos hochgeht gehts auch runter.

der gewinn liegt im einkauf und nicht im hochglanzprospektmit blumiger worte die geschniegelte bauernfänger ans depperte volk verteilen.

im übrigen sind die superimmobilien in der regel wahre nebenkostenmonster ,was hauptsächlich der inkompetenten verwaltung geschuldet ist.wenn dann noch ne nachlässige facilitybude unterwegs ist,verlottert die hütte recht schnell und selbst die makler machen um die krücke einen bogen

leerstand ist die folge.

empfehle die schwimmende immobilie POTSDAMER PLATZ trotz steuergeschenke im dreistelligen millionenbereich als warnendes beispiel.

der jetzige hauptstadtboom wird den zwangsversteigerungsmarkt in 5 - 10 jahren nähren.

AndreAdrian

25.12.2011, 19:55 Uhr

Sägezahnkurve

Eine Sägezahnkurve ist: langsamer Anstieg bis zu einem Hochpunkt, dann schneller Abstieg bis zum Tiefpunkt. Entweder ist dann das Spiel vorbei, oder ein neuer Zyklus beginnt. Bei Immobilienfonds wird der Tiefpunkt Liquidierung genannt und dann ist Feierabend. Für einen Mathematiker ist übrigens eine Sägezahnkurve eine recht einfache Funktion. Es verblüfft mich immer wieder wie Insider dann von der "Unberechenbarkeit der Märkte" sprechen wenn Modelle der unbegrenzten, unendlichen Steigerung versagen. Aber all die Jahre konnten sich die Fondsverwalter ja auch dicke Scheiben aus dem Kuchen herausschneiden. Und wenn man so viel Geld an dem Fonds verdient, dann muss der Fonds gut. Vielleicht nur für den Verwalter, aber immerhin für diesen.

Account gelöscht!

25.12.2011, 21:06 Uhr

Wie war das noch mit der "Flucht in Sachwerte"? Anscheinend flüchten mehr Anleger aus dem sogenannten "Betongold" als in es hinein. Aber man sollte zwischen Büro- und Wohnimmobilien unterscheiden (und dann noch nach Lagen). Wenn es um gewerbliche Immobilien geht, sollte dies bereits in der Überschrift und im Eingangssatz drinstehen. Es wird erst einmal pauschal von "der Immobilienbranche" gesprochen, und erst später kommt der Zusatz "gewerblich".

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