Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.08.2011

10:35 Uhr

Hamburgs Aushängeschild

Kosten für die Elbphilharmonie steigen weiter

VonGeorg Weishaupt

Die sich im Bau befindliche Hamburger Elbphilharmonie wird noch teurer als geplant. Bereits mehrfach wurden die Kostenangaben erhöht - nun müssen voraussichtlich auch noch die Fenster ausgetauscht werden.

Die Baustelle der Elbphilharmonie am Hafen von Hamburg. dpa

Die Baustelle der Elbphilharmonie am Hafen von Hamburg.

DüsseldorfDie Elbphilharmonie in Hamburg wird noch teurer als bisher angenommen. „Wir rechnen mit Mehrkosten in Millionenhöhe“, sagte ein Hochtief-Sprecher. Wie aus Insiderkreisen zu hören ist, könnte sich der Betrag auf rund zehn Millionen Euro summieren. Bisher waren die Baukosten, die die Stadt Hamburg zu tragen hat, auf 323 Millionen Euro gestiegen.

Die nochmals steigenden Kosten begründet der Essener Baukonzern damit, dass er wahrscheinlich 150 Fenster des spektakulären Konzertgebäudes austauschen muss. „Der Bauherr Rege Hamburg hat vergessen, rechtzeitig eine behördliche Genehmigung für die Fassadenkletterer zu beantragen, die die Fenster von außen reinigen“, wirft Hochtief dem Hamburger Bauherrn vor.

Jetzt macht die zuständige Behörde die Auflage, dass an den Fenstern wegklappbare Geländer angebracht sein müssen, um die Fensterreiniger zu sichern. Hochtief hatte nach eigenen Angaben seinerzeit vorgeschlagen, eine bei Hochhäusern sonst übliche Liftanlage für die Fensterputzer zu installieren. Doch die sei bereits vor fünf Jahren aus Kostengründen abgelehnt worden, sagte ein Hochtief-Sprecher.

Die Hamburger Kulturbehörde, die für die Elbphilharmonie verantwortlich ist, räumt ein, dass die Genehmigung für die Fassadenreinigung „nicht rechtzeitig vorlag, um sie beim Bau zu berücksichtigen“, wie ein Sprecher sagte. Die Kosten für die bauliche Veränderung jedoch seien „noch völlig offen“. Insgesamt rechnet der Bauherr, die Rege Hamburg, nach NDR-Informationen damit, dass Hochtief insgesamt Nachforderungen wegen aller inzwischen aufgelaufenen baulichen Veränderungen in Höhe von 100 Millionen Euro stellen wird. Die Stadt hält die Summe für zu hoch.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

30.08.2011, 17:24 Uhr

Hamburgs neues "Aushängeschild"? Assoziiert man mit diesem Begriff nicht irgendwie etwas positives? Dieser schwachsinnige Protzbau hingegen wird wohl eher zu einem Mahnmal gegen Verschwendungssucht, Wichtigtuerei und Inkompetenz unserer Polit-Clowns. Am Anfang wurde "hoch und heilig" versprochen, der Bau werde den Steuerzahler nicht mehr als 70 Millionen kosten, denn 30 Millionen wurden von Mäzenen beigesteuert. Dass es bei Gesamtkosten von 100 Millionen nicht beliben würde, pfiffen die Spatzen von den Dächern - und am Ende werden wir uns wohl von 500 Millionen verabschieden müssen, Folgekosten noch nicht eingerechnet. Währenddessen gehen meine Kinder in Hamburger Schulen, die man nur als baufällig bezeichnen kann und ich darf jeden Tag den fabelhaften Zusatand des Hamburger Buckelpisten-Netzes geniessen. Was für ein Irrsinn!

Drupi-Dino

13.10.2011, 17:16 Uhr

...und ich dachte, nur wir Berliner seien zu blöd, um Bauprojekte vorschriftenkonform zu planen. Da ist es ja schon fast wie eine Genugtuung, dass sich auch die ehrwürdige Stadt Hamburg mal einen Tritt in's hanseatische Fettnäpchen erlaubt.

Jedenfalls wünsch ick allen Hamburgern nach dem Tohubaho die best klingende <em>Mucke</em> im aufjepfropften Speecher, wenn denn dann ma les fertig ist!

Grüße aus Berlin ==> Drupi-Dino

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×