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20.11.2011

09:47 Uhr

Haus und Geld

Neue Steuervorteile für Immobilienbesitzer

VonAnne Wiktorin

Die Steuervorteile für Immobilienbesitzer sind rar geworden. Das will die Bundesregierung bald ändern. Auf welche Förderungen Besitzer von Häusern und Wohnungen hoffen können.

Dachdecker arbeiten in einem Baugebiet in Schwerin an einem Eigenheim. dpa

Dachdecker arbeiten in einem Baugebiet in Schwerin an einem Eigenheim.

KölnSteuergeschenke für deutsche Eigenheimbesitzer sind selten geworden. Mit Ausnahme jener, die ein Denkmal bewohnen oder ihre Immobilie vermieten, müssen Eigentümer ihre Investition aus eigener Tasche zahlen. Das soll sich jetzt ändern. Anfang Juni legte das Kabinett einen Gesetzentwurf zur steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden vor. Wichtigster Inhalt: Ob Vermieter oder Selbstnutzer, wer sein Haus modernisiert und dadurch den Heizenergieverbrauch deutlich senkt, soll ab 2012 die Kosten zehn Jahre lang steuerlich absetzen können.

Doch dass es auch so kommt, ist keineswegs sicher. "Da ist noch nichts in trockenen Tüchern", sagt Holger Krawinkel, Energieexperte bei der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV). Weil Länder und Gemeinden das 1,5 Milliarden schwere Steuergeschenk zu 60 Prozent finanzieren sollen, verweigerte der Bundesrat seine Zustimmung. Nun ist der Vermittlungsausschuss am Zug, und der lässt sich Zeit.

Nachdem er eine Entscheidung in der vergangenen Woche vertagt hat, wird am kommenden Dienstag erneut verhandelt. Axel Gedaschko, Vorsitzender der Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI), macht Hauseigentümern Mut: "Bund und Länder müssen zu einer Lösung kommen. Alles andere wäre mit Blick auf die Energiewende ein Fiasko." In den Genuss von Vergünstigungen kämen Eigentümer aber nur dann, wenn sie eine Rundum-Sanierung ihres Hauses vornehmen. Denn nur so lässt sich der im Gesetz geforderte Mindeststandard erfüllen: Das Gebäude muss 15 Prozent weniger Energie zum Heizen benötigen, als nach der gültigen Energieeinsparverordnung maximal zulässig ist.

"Das erfordert hohe Investitionen von bis zu 800 Euro pro Quadratmeter", sagt VZBV-Experte Krawinkel. Die könne oder wolle nicht jeder Eigentümer auf einen Schlag aufbringen. "Daher plädieren wir dafür, dass auch Einzelmaßnahmen wie der Austausch von Heizung oder Fenstern steuerlich absetzbar wären." Das aber, sagt Ralph Brügelmann vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW), käme Bund und Ländern wohl noch teurer zu stehen als die derzeitige Variante.

Kommentare (4)

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Erich

20.11.2011, 10:50 Uhr

Wieder mal typisch: gefördert werden nur die Reichen in ihren Luxusvillen. Nur sie können sich die immens hohen Kosten leisten und haben zusätzlich, bedingt durch die Steuerprogression, die höchstmögliche Steuerersparnis.
Rein energiepolitisch bedacht, würden einzelne kleinere Einsparinvestitionen wirklich breit wirken - und vor allem effektiver. Denn wer wirklich auf den Geldbeutel achten muss, der fängt mit den Maßnahmen an, die den höchsten Einspargrad erbringen. Die letzten 20% auszureizen kommt unverhältnismäßig teuer.

norbert

20.11.2011, 12:55 Uhr

Nicht "die Reichen" sind das Problem, sondern Neid und Schnäppchenmentalität der unmündig gehaltenen Bürger, die immer nur Leistungen erwarten vom "Staat".

Account gelöscht!

20.11.2011, 13:48 Uhr

Wenn der Bund etwas macht, dann immer ein Vielfaches von Blödsinn. Der Heizwärmebedarf besteht i.M. aus 50% Transmissionwärmeverlusten und 50% Lüftungswärmeverlusten. Auch wenn der Eigentümer die Transmissionswärmeverluste durch zusätzliche Dämmungen reduziert, so spart der Mieter auf einfache Weise an den Lüftungswärmeverlusten indem er nicht lüftet. Ist die Wohnung dann verschimmelt, zieht der Mieter aus und läßt den Vermieter renovieren.
Richtig ist daher eine Vollklimatisierung mit Wärmerückgewinnung. In den meisten Fällen dürfte dann bei Erhöhung der GFZ der Abriß und eine Neubebauung güstiger kommen.

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