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05.02.2014

17:26 Uhr

Hohe Nachfrage

Immer weniger Immobilien werden zwangsversteigert

In Deutschland kommen immer weniger Immobilien unter den Hammer. Der Fachverlag Argetra registrierte 2013 sowohl bei den Auktionen an Amtsgerichten wie auch bei Verkehrswerten deutlich sinkende Zahlen.

Eine Siedlung mit neugebauten Wohnhäusern in Gelsenkirchen, Nordrhein-Westfalen. Wohnimmobilien blieben mit einem Anteil von 70 Prozent die am häufigsten versteigerten Objekte. Nach Einschätzung von Argetra werden die Zwangsversteigerungen 2014 nur noch leicht abnehmen. dpa

Eine Siedlung mit neugebauten Wohnhäusern in Gelsenkirchen, Nordrhein-Westfalen. Wohnimmobilien blieben mit einem Anteil von 70 Prozent die am häufigsten versteigerten Objekte. Nach Einschätzung von Argetra werden die Zwangsversteigerungen 2014 nur noch leicht abnehmen.

RatingenDie anhaltend hohe Nachfrage nach Immobilien lässt die Zahl von Zwangsversteigerungen bei deutschen Amtsgerichten deutlich sinken. Insgesamt seien die angesetzten Gerichtstermine um mehr als 22 Prozent gefallen, teilte der Fachverlag Argetra aus Ratingen bei Düsseldorf am Mittwoch mit. Gleichzeitig seien die amtlich festgesetzten Verkehrswerte um 2,1 Milliarden Euro zurückgegangen. Durch einen freien Verkauf habe mancher Eigentümer die Zwangsversteigerung abwenden können, betonte Axel Mohr, Geschäftsführer des Fachverlages. Argetra hatte 2013 die Versteigerungsdaten bei rund 500 Amtsgerichten ausgewertet.

In allen Bundesländern kamen weniger Immobilien unter den Hammer. Überdurchschnittliche Rückgänge verzeichnete Argetra dabei in Niedersachsen, Sachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Betrachtet man aber die Anzahl der Termine pro 100.000 Haushalten, so liege diese zum Beispiel in Sachsen-Anhalt trotz eines starken Rückgangs viermal so hoch wie in Bayern.

Die Städte mit dem schlechtesten Risiko-Rendite-Profil

Die Verlierer

Im Unterschied zu Häusern in kleinen und mittleren Städten rentieren sich Großstadtimmobilien kaum. Das sind die Rendite-Risiko-Verlierer:

1. München

Rendite 2013 (2006): 4,3 % (6,3 %)

Risiko-Index 2013 (2006): 3,0 (2,7)

Weitere Kennzahlen:

Einwohner: 1.378.176

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 14,49 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 5,5 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 6,5 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 5,1 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 9,4 %

2. Stuttgart

Rendite 2013 (2006): 5,2 % (6,0 %)

Risiko-Index 2013 (2006): 3,0 (2,6)

Weitere Kennzahlen:

Einwohner: 613.392

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 10,75 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 6,2 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 3,3 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 4,1 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 9,5 %

3. Berlin

Rendite 2013 (2006): 5,7 % (7,8 %)

Risiko-Index 2013 (2006): 3,3 (3,0)

Weitere Kennzahlen:

Einwohner: 3.501.872

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 8,10 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 12,4 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 2,9 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 1,7 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 2,7 %

4. Hamburg

Rendite 2013 (2006): 5,0 % (6,6 %)

Risiko-Index 2013 (2006): 2,8 (2,7)

Weitere Kennzahlen:

Einwohner: 1.798.836

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 10,83 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 7,6 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 2,5 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 3,9 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 6,0 %

5. Frankfurt am Main

Rendite 2013 (2006): 5,8 % (7,5 %)

Risiko-Index 2013 (2006): 3,2 (3,3)

Weitere Kennzahlen:

Einwohner: 691.518

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 12,20 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 7,7 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 6,0 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 3,2 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 6,3 %

6. Heidelberg

Rendite 2013 (2006): 5,8 % (6,4 %)

Risiko-Index 2013 (2006): 3,0 (2,5)

Weitere Kennzahlen:

Einwohner: 149.633

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 10,67 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 5,2 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 3,5 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 4,2 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 3,7 %

7. Köln

Rendite 2013 (2006): 5,9 % (8,0 %)

Risiko-Index 2013 (2006): 3,1 (2,9)

Weitere Kennzahlen:

Einwohner: 1.017.155

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 9,18 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 9,6 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 2,8 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 2,5 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 9,7 %

8. Karlsruhe

Rendite 2013 (2006): 5,8 % (6,8 %)

Risiko-Index 2013 (2006): 2,9 (2,0)

Weitere Kennzahlen:

Einwohner: 297.488

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 8,95 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 5,9 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 3,9 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 3,6 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 6,9 %

9. Regensburg

Rendite 2013 (2006): 6,1 % (6,7 %)

Risiko-Index 2013 (2006): 3,0 (2,1)

Weitere Kennzahlen:

Einwohner: 136.577

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 9,29 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 4,9 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 4,0 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 3,4 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 7,9 %

10. Rostock

Rendite 2013 (2006): 8,2 % (9,3 %)

Risiko-Index 2013 (2006): 4,0 (3,4)

Weitere Kennzahlen:

Einwohner: 204.260

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 6,10 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 13,1 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 2,2 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -1,0 %

Haushaltsprognose (2013-2028): -3,8 %

Wohnimmobilien blieben mit einem Anteil von 70 Prozent die am häufigsten versteigerten Objekte. Nach Einschätzung von Argetra werden die Zwangsversteigerungen 2014 nur noch leicht abnehmen. Zunehmend würden Immobilie im Vorfeld von Gerichtsterminen frei verkauft, hieß es. Die Attraktivität der Immobilie als Wertanlage werde auch in Zukunft die Nachfrage nach Objekten aus einer Zwangsversteigerung hoch halten.

Von

dpa

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