Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.07.2011

12:29 Uhr

Humboldt-Forum

Berliner Schloss soll 2019 die Pforten öffnen

VonChristian Hunziker

In Berlin wird am Mittwoch die 28 Meter hohe Humboldt-Box eröffnet, in der sich Besucher über die Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses informieren können. Spätestens 2019 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

So soll sich das Humboldt-Forum ab 2019 präsentieren. Quelle: dapd

So soll sich das Humboldt-Forum ab 2019 präsentieren.

BerlinZumindest die Humboldt-Box ist fertig. Am kommenden Mittwoch wird das Bauwerk auf dem Schlossplatz eröffnet, das über die Planung für das künftige Humboldt-Forum – die geplante Rekonstruktion des Stadtschlosses in der Mitte Berlins – informieren wird. Doch schon vor der Eröffnung regt sich heftiger Protest gegen die Gestalt der mit 28 Metern reichlich hoch geratenen Box. Finanziert und betrieben wird sie von dem auf Großflächenwerbung spezialisierten Neusser Unternehmen Megaposter.

Damit teilt die Box das Schicksal des Humboldt-Forums selbst. Auch dessen lange Planungsgeschichte wurde von heftigen Kontroversen begleitet. Nach dem jüngsten Beschluss der Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum sollen die Bauarbeiten 2014 beginnen. „Noch vor Ende des Jahrzehnts“, so die offizielle Sprachregelung, wird das rekonstruierte Schloss fertiggestellt sein. Beherbergen wird es auf 40000 Quadratmetern die Sammlungen der Humboldt-Universität und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, außerdem wird es Bibliothek und Veranstaltungsstätte sein.

„Wir halten am Terminplan fest“, betont Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesbauministerium. Das ist eine sehr freundliche Umschreibung des wahren Sachverhalts: Noch 2008 hatte der damalige Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee den Beginn der Bauarbeiten auf 2010 terminiert, fertig sein wollte man Ende 2013.

Zweite Herausforderung sind die Kosten, die gemäß des Bundestagsbeschlusses von 2007 auf 552 Millionen Euro festgelegt sind. 440 Millionen Euro davon soll der Bund übernehmen, 32 Millionen Euro das Land Berlin; die restlichen 80 Millionen Euro will der Förderverein Berliner Schloss um den umtriebigen Wilhelm von Boddien durch Spenden beisteuern. Damit es dabei bleibt, beschloss der Stiftungsrat erhebliche Veränderungen am Entwurf von Franco Stella, der 2008 den Architektenwettbewerb gewonnen hatte. Unter anderem sollen zahlreiche barocke Schmuckelemente nur dann angebracht werden, wenn dafür zusätzliche Spenden eingehen.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

RDA

02.07.2011, 14:14 Uhr

Angesichts weiterer explodierender inländischer Schulden und "Solidaritätszahlungen" an Griechenland, Portugal, Irland und demnächst wohl Italien und Spanien glaube ich nicht, dass das Projekt bis 2019 fertig wird.

Account gelöscht!

02.07.2011, 18:15 Uhr

Ein Stadtschloss, das ein 100-prozentiger Neubau ist und zudem immens teuer wird, ist doch schlicht Disneyland für Arme und nur peinlich. Statt wirklich interessante Dinge in Berlin zu erhalten wie z.B. Mauerfragmente oder Grenzübergänge aus dem Kalten krieg, investiert man sinnlos in einen Steinbau, der wie ein Fremdkörper im modernen Berlin stehen wird. Der jetzt schon fertig gestellte Pavillion gibt uns einen guten Vorgeschmack: auch er gleicht einem UFO von einem anderen Stern. Fragt endlich mal das Volk nach seiner Meinung. So kann es einfach nicht weiter gehen in der Politik!

joachim

02.07.2011, 21:00 Uhr

Hätte das von "Arbeitern und Bauern regierte" Staatsgebilde nicht die Reste des Schlosses gesprengt, käme die Wiedererichtung wesentlich günstiger.
Im Übrigen kenne ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis keinen der gegen den Bau des Humboldtforums wäre, allerdings findet man dort auch keine Linken.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×