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13.06.2017

17:30 Uhr

Hypo-Konjunkturindex

Glänzende Aussichten für die Immobilienbranche

VonReiner Reichel

Deutschlands Immobilienprofis sind bester Laune, zeigt der aktuelle Hypo-Index. Besonders gut ist die Stimmung ausgerechnet in der Teilbranche, die sich stets über die Gängelung durch die Politik beschwert.

Kräne sind in einem Neubaukomplex für Mehrfamilienhäuser in Berlin zu sehen. Die Stimmung in der Wohnungsbranche ist prächtig, trotz der Mietbremse. dpa

Wohnungsbau

Kräne sind in einem Neubaukomplex für Mehrfamilienhäuser in Berlin zu sehen. Die Stimmung in der Wohnungsbranche ist prächtig, trotz der Mietbremse.

DüsseldorfDer deutschen Immobilienbranche geht es zurzeit sehr gut und es das wird auch in naher Zukunft so bleiben. Das ist die Aussage des jüngsten Hypo-Indexes. „Kein Sommerloch in Sicht“, überschreiben die Deutsche Hypothekenbank (Deutsche Hypo) und das Marktforschungsinstitut Bulwiengesa das Ergebnis ihrer gemeinsamen Umfrage unter rund 1.000 Immobilienprofis im Juni. Das Stimmungsbarometer der Immobilienwirtschaft wird monatlich veröffentlicht.

Der Immobilienkonjunkturindex, der aussagt, wie es der Branche aktuell geht, zeigt einen Rekord nach dem anderen: Im Juni erreichte der Wert 306,7 Punkte, ein Plus von 1,9 Prozent. Im April stand der Index noch unter 300 Punkten.

Der Klimaindex, der die Erwartungen misst, legte um 1,1 Prozent auf 134,7 Punkte zu und ist somit nicht mehr weit vom Jahreshöchstwert im Januar von 137,4 Punkten entfernt. Wäre die Einschätzung aller Befragten positiv, betrüge der Indexwert 200 Punkte. „Bleibt das Immobilienklima in den nächsten Monaten seiner Linie treu, stehen die Chancen für einen neuen Höchstwert im dritten Quartal 2017 recht gut“, meinen die Index-Herausgeber.

Immobilien in Deutschland – Tops und Flops

Geteilter Markt

In Ballungsgebieten und attraktiven Universitätsstädten steigen die Preise rasant. Strukturschwache Regionen erleben Bevölkerungs- und Wertverluste.

Freiburg: +8%

Hohe Lebensqualität, die Universität und attraktive Technologie- und Dienstleistungs-Arbeitsplätze ziehen Menschen an. Wohnungen sind knapp und teuer.

Erlangen: +8%

+7,7 Prozent. An diesem wichtigen Medizintechnikstandort treiben hochqualifizierte Arbeitnehmer mit hohen Einkommen Wohnungsnachfrage und -preise.

Hier finden Sie die Trendviertel von Erlangen, Nürnberg und Fürth.

Darmstadt: +7%

Die angesehene technische Universität und die Chemie- und Pharmabranche sowie die Nähe zur Metropole Frankfurt machen die Stadt attraktiv.

Eisenach: -2%

Die Wartburg, Wahrzeichen der Stadt, und die hübsch restaurierte Altstadt ziehen Touristen an, aber keine Menschen, die dort dauerhaft leben möchten.

Salzgitter: -0,4%

Die erst 1942 gegründete Stadt hing lange Zeit am Stahl. Seit die Zahl der Beschäftigten sinkt verliert sie Einwohner. Wo Nachfrage fehlt, fallen die Preise.

Deutsche-Hypo-Chef Andreas Pohl sieht die Index-Entwicklung im Einklang mit den jüngsten positiven Konjunktureinschätzungen für Deutschland und verweist auf eine auf zwei Prozent angehobene Prognose für das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands durch die OECD sowie den im vergangenen Monat gestiegenen ifo-Geschäftsklimaindex.

„Wirtschaftliche Stabilität sowie verlässliche politische Rahmenbedingungen sind die Merkmale, mit denen Deutschland im europäischen und internationalen Vergleich punkten kann und von denen unsere Branche enorm profitiert“, kommentiert Pohl die Indexentwicklung. Der Klimaindex setzt sich aus fünf, die unterschiedlichen Nutzungsarten repräsentierenden Teilindizes zusammen.

Einer spiegelt die Situation im Wohnungsbau. Und dieser Index legte um drei Prozent auf 159,2 Punkte zu und blieb weiterhin mit großem Abstand höchster Teilindex. Das ist auffällig. Denn gerade dieser Sektor beklagt sich vor der Bundestagswahl im September eher über unzuverlässige politische Rahmenbedingungen.

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