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05.04.2017

20:36 Uhr

Hypothekenzinsen

Trump macht deutsches Baugeld teurer

VonReiner Reichel

Erst stiegen die Kapitalmarktzinsen in den USA, dann in Deutschland. Wenn die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe hochgeht, gehen die Zinsen für Baudarlehen mit. Für den nächsten Zinsschub sorgt die EZB.

Die Hypothekenzinsen dürften leicht steigen. dpa

Baustelle in Stuttgart

Die Hypothekenzinsen dürften leicht steigen.

Düsseldorf„Wir erwarten in den kommenden Monaten leicht steigende Hypothekenzinsen“, schreibt die Deutsche Bank in ihrem jüngsten Baufinanzierungs-Monitor. In Zahlen: Ende 2017 soll es für Darlehen mit fünf bis zehn Jahren Zinsbindung im Schnitt 1,7 Prozent sein, ein Jahr später 1,8 Prozent.

Das ist kein dramatischer Anstieg angesichts des aktuell ermittelten Durchschnittszinses von 1,6 Prozent. Im November betrugen sie 1,4 Prozent. Die Bank-Analysten bestätigen einmal mehr, dass Häuslebauer, die wissen wollen, wohin die Baugeldzinsen gehen, auf die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe schauen sollten. Die bewegte sich in jüngster Zeit um 0,3 Prozent und damit auf einem deutlich höheren Nivea als Mitte des Vorjahres. Damals wurde der Renditetiefstand von minus 0,189 Prozent beobachtet.

Auf die Frage, wer den jüngsten Anstieg der Hypothekenzinsen verursacht hat, gibt es eine einfache Antwort: US-Präsident Donald Trump. Die Glieder der Argumentationskette dahinter reihen sich so auf: Trumps Ankündigung einer „America-First“-Politik hat die Erwartung geweckt, dass die US-Wirtschaft dynamisch wächst. Dieses erwartete Wachstum hat die Kapitalmarktzinsen hochgetrieben, in den USA und danach in Deutschland. Ein Gradmesser für das Zinsniveau an den Kapitalmärkten ist die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe.

Doch die nun erwarteten Hypothekenzinsanstiege werden von der Europäischen Zentralbank (EZB) provoziert. „Da zudem die EZB mit dem Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik in den kommenden Monaten beginnen dürfte, könnten die Kapitalmarktzinsen weiter steigen“, analysiert die Deutsche Bank. Wie geschwind die EZB mit der ultralockeren Geldpolitik Schluss macht, hängt unter anderem von der Entwicklung der Inflationsrate ab. Die EZB strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Die Deutsche-Bank-Analysten erwarten für dieses Jahre eine Inflationsrate von 1,7 Prozent. Im März betrug die Jahresteuerung 1,6 Prozent.

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Wohnungs- und Hauseigentümer, deren Kredite in absehbarer Zeit auslaufen, haben bereits vielfach auf die zu erwartenden Anstieg der Baugeldzinsen reagiert, in dem sie sogenannte Forward-Darlehen abgeschlossen haben. Das heißt: Sie haben sich die aktuell niedrigen Zinsen mit einem Aufschlag für ihre Anschlussfinanzierung gesichert.

Der Baufinanzierungs-Vermittler Dr. Klein etwa schloss noch nie so viele Forward-Darlehen wie im Februar 2017 ab. Der Anteil an der Kreditnachfrage betrug 18,9 Prozent. Die März-Zahlen liegen noch nicht vor. Die aktuell niedrigen Zinsen lassen sich laut Dr. Klein bis zu 66 Monate im Voraus festschreiben. In den vergangenen Jahren lagen die Zinsaufschläge für Forward-Darlehen im Mittel bei 0,02 Prozent pro Monat.

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