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05.08.2012

20:49 Uhr

Ian Gordine

„Wir wollen unsere Anleger nicht im Stich lassen“

VonReiner Reichel

Der Immobilienfonds Axa Immoselect hat eine Mammutaufgabe vor sich. In wenigen Jahren müssen 66 Gebäude verkauft werden. Manager Ian Gordine würde sich vor allem über eines freuen: Mehr Zeit.

Ian Gordine ist verantwortlicher Fondsmanager für den AXA Immoselect. PR

Ian Gordine ist verantwortlicher Fondsmanager für den AXA Immoselect.

Herr Gordine, drei Investmentgesellschaften haben fünf Jahre Zeit, ihre Fonds aufzulösen. Axa Investment Managers und andere Gesellschaften bleiben nur drei Jahre. Reicht Ihnen die Zeit?

Wir hätten gerne mehr als drei Jahre Zeit zur Auflösung gehabt. Es ist nicht leicht, 66 Immobilien in drei Jahren zu verkaufen.

Axa Investment Managers verwaltet noch andere Immobilienfonds, die nach Anlagen suchen. Warum kaufen diese Fonds nicht Gebäude aus dem Immoselect-Fonds?

Publikumsfonds können ihre Immobilien grundsätzlich nicht an andere Fonds aus dem gleichen Haus verkaufen. Es gibt Veräußerungseinschränkungen, die auch für den Fall gelten, dass der Käufer im eigenen Haus den Buchwert oder mehr bezahlen würde. Diese Regel kann nur durch eine Ausnahmegenehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ausgesetzt werden.

Die wichtigsten Fondstypen im Überblick

Aktienfonds

Wie der Name schon sagt, legen diese Investmentfonds in Aktien an. Aufgrund der breiten Anlagestreuung ist ein Investment in Aktienfonds weniger risikoreich als eine Direktanlage in Einzeltitel. Aktienfonds haben spezielle Anlageschwerpunkte – etwa bestimmte Branchen, Länder, Regionen oder Anlagestile.

Börsengehandelter Indexfonds (ETF)

Dieser Investmentfonds – auch Exchange Traded Funds (kurz ETF) genannt – bildet einen Index wie beispielsweise den Dax eins zu eins nach. Die Zusammensetzung dieses Fonds verändert sich nur, wenn sich die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index verändert. Deshalb spricht man von einem passiven Investment. ETFs können fortlaufend über die Börse gehandelt werden. Ihre Verwaltungsgebühren sind sehr gering, Ausgabeaufschläge wie bei „aktiv“ gemanagten Fonds entfallen.

Geldmarktfonds

Für die kurzfristige Anlage eignen sich vor allem Geldmarktfonds. Sie investieren in Geldmarktinstrumente wie beispielsweise Festgeld und kurz laufende, festverzinsliche Wertpapiere. Die Kursschwankungen dieser Fonds sind gering, die Renditeaussichten allerdings auch.

Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds legen das Geld der Anleger in Grundstücken, Erbbaurechten und Beteiligungen an Büro- und Geschäftsimmobilien an. Anleger profitieren von den Miet- und Zinseinnahmen sowie den Wertsteigerungen der Immobilien. Die Anzahl der ausgegebenen Anteile ist anders als bei geschlossenen Immobilienfonds nicht begrenzt.

Lebenszyklusfonds (Zielfonds)

Sogenannte Lebenszyklusfonds sind im Grunde Mischfonds mit einem bestimmten Anlageziel beziehungsweise -horizont. Die Lebenszyklusfonds haben eine feste Laufzeit, gegen Ende dieses Zeitraums – das können 20, 25 oder 30 Jahre sein – schichtet das Fondsmanagement schrittweise von Aktien in Anleihen um, um das Kapital und die angefallenen Kursgewinne zu sichern.

Mischfonds

Diese Fonds legen in Aktien und Anleihen an. Der Fondsmanager kann so in stagnierenden oder fallenden Märkten verzinsliche Wertpapiere übergewichten, bei steigenden Akteinkursen den Anlageschwerpunkt aber wieder verlagern. Das Ziel: einen höheren Ertrag als reine Rentenfonds zu erzielen und beim Risiko niedriger als bei einem Aktienfonds zu liegen. Der typische Aktienanteil liegt zwischen 30 und 70 Prozent – je nach Geschmack der Anleger.

Rentenfonds

Rentenfonds investieren ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie Pfandbriefe, Kommunalobligationen oder Länder- beziehungsweise Unternehmensanleihen. Da regelmäßig Erträge in Form von Zinszahlungen anfallen, bieten Rentenfonds in der Regel stetige Erträge.

Wie gestalten Sie den Verkaufsprozess?

Wir versuchen, alle Objekte in Bieterverfahren zu verkaufen.

Warum?

Wenn wir nur mit einem Interessenten verhandeln und wir uns am Ende mit ihm nicht einigen können, müssen wir komplett neu verhandeln. Das kostet Zeit.

Was geschieht, wenn es Ihnen nicht gelingt, bis zum 20. Oktober 2014 alle Fondsgebäude zu verkaufen?

Dann geht die Verwaltung des Axa Immoselect auf die Depotbank über, das ist Sal. Oppenheim.

Vertrauenskrise: Das Ende der Immobilienfonds

Vertrauenskrise

Das Ende der Immobilienfonds

Fondsmanager in Zeitnot verramschen Immobilien. Anleger der Krisenfonds sehen trotzdem kaum Geld: Erst einmal sind die Banken dran. Sie haben die Fonds mit Krediten aufgepumpt und fordern ihre Milliarden zurück.

Depotbanken haben in der Regel keine Immobilienexpertise. Können Sie sich für diesen Fall vorstellen, das Rest-Portfolio des Immoselect im Auftrag der Depotbank weiter zu managen?

Das würden wir uns wünschen. Wir werden jedoch alles tun, um alle Fondsgebäude fristgerecht zu verkaufen. Wir wollen unsere Anleger am Ende der Liquidationsfrist auf keinen Fall im Stich lassen. Wir werden deshalb gemeinsam mit der Depotbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht die beste Lösung für die Anleger finden. Momentan konzentrieren wir uns auf den Verkauf.

Kommentare (5)

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syltcry

05.08.2012, 21:05 Uhr

Ja Monsieur JAN GORDINE, dann ZEIGEN Sie es "allen", wie man den GORDischen Knoten einer solchen Lügenbranche zu Gunsten der zitternden Anleger löst!! Aber, Sie haben die Zauberimmobilien etwa auf Sylt oder in Honolulu...Sie wären Held-des-Jahres 2012, weil ja alles nur noch finanziell beurteilt wird...

Fazguy

07.08.2012, 09:35 Uhr

Ich bin gespannt, ob AXA Ihre Anleger im Regen stehen lässt, oder ob der AXA Konzern aus Kulanz für die Verluste der Anleger aufkommt?

Brackenheimer

10.08.2012, 09:23 Uhr

Herr Gordine, bitte Leistung bringen und nicht davon reden.
Sie haben bisher weniger als 5 Immobilien von 66 verkauft und es ist fast schon ein Jahr vergangen. Zudem ist die halbjährliche Rückzahlung ausgesetzt worden.
Fast jeden Woche sinkt der Wert schleichend. AXA entledigt sich des Fonds auf Kosten der Anleger!

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