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14.01.2014

12:33 Uhr

Immo-Boom in der Endphase

Die neue Lust am Risiko

VonJörg Hackhausen, Jens Hagen

Der Immobilienboom geht nun langsam in die heiße Phase. Derzeit steigen die Preise, aber wie lange noch? Wo Investoren jetzt zuschlagen und warum die Profis jetzt auf Risiko setzen.

Riesige Nachfrage

Immobilien-Boom ungebremst: Aber wo?

Riesige Nachfrage: Immobilien-Boom ungebremst: Aber wo?

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DüsseldorfInvestoren sind heiß auf deutsche Immobilien. Sie rechnen fest damit, dass die Preise weiter steigen. Der Optimismus ist kaum zu übertreffen. Zugleich steigt die Risikobereitschaft. Nicht nur die Top-Standorte sind gefragt, auch Plattenbauten in Ostdeutschland finden Käufer.

Wachsen damit die Gefahren? „Wir sehen keine Anzeichen für eine Immobilienblase in Deutschland“, versichert Christian Schulz-Wulkow von EY Real Estate (früher Ernst & Young). Die Unternehmensberatung hat 500 europäische Investoren nach ihren Erwartungen befragt. Auch wenn das Wort „Blase“ in der Untersuchung nicht vorkommt, so deuten die Ergebnisse doch darauf hin, dass der Immobilienboom schon weit gediehen ist. Es geht in die heiße Phase.

Welche deutschen Städte bei Investoren angesagt sind

Umfrage

Welche Städte sind bei Investoren besonders beliebt? Die Daten sind dem Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt von EY Real Estate entommen. Es wurden 15 europäische Immobilienmärkte inklusive Deutschland untersucht. Geantwortet haben insgesamt rund 500 europäische Unternehmen und Investoren. Wortlaut der Frage: „Welche deutschen Standorte stehen im Jahr 2014 besonders in Ihrem Investmentfokus?“

Platz 7

Stuttgart

20 Prozent

Platz 6

Düsseldorf

21 Prozent

Platz 5

Frankfurt

22 Prozent

Platz 4

Hamburg

23 Prozent

Platz 3

München

25 Prozent

Platz 2

Köln

26 Prozent

Platz 1

Berlin

36 Prozent

1. Die Erwartungen sind hoch

Wenn es nach Investoren geht, gibt es kaum etwas Besseres als deutsche Immobilien. Nach der Umfrage von EY Real Estate beurteilen 99 Prozent der Befragten den deutschen Markt als attraktiven oder sehr attraktiven Standort. Mehr als zwei Drittel (72 Prozent) gehen davon aus, dass in diesem Jahr noch mehr Geld in deutsche Immobilien fließen wird.

Bereits im vergangenen Jahr wechselten Immobilien für 44,2 Milliarden Euro den Besitzer. Davon entfielen 13,7 Milliarden Euro auf den Wohnungsmarkt. Seit 2009 hat sich das Transaktionsvolumen bei Wohnimmobilien vervierfacht, das Allzeithoch bei 14 Milliarden Euro aus der Zeit vor der Finanzkrise liegt in greifbarer Nähe.

Die Zahlen lassen zwei Lesarten zu: Zum einen sprechen sie für eine Normalisierung. Die Krise scheint überwunden. Der Markt boomt. Zum anderen kann übersteigerte Zuversicht zur Gefahr werden. Hochmut kommt vor dem Fall. Spätestens wenn alle Investoren gekauft haben, kommt der Punkt, an dem die Käufer fehlen. Dann ist es mit den steigenden Preisen vorbei. Noch ist dieser Punkt nicht erreicht, aber er rückt näher.

Kommentare (7)

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yoski

14.01.2014, 12:46 Uhr

Immo-Blase
Wieso aus Fehlern anderer lernen wenn man seine eigenen Erfahrungen sammeln kann? Ist doch viel zu langweilig aus der Geschichte zu lernen. Selbst ordentlich Geld verzocken dann erzielt man den optimalen Lerneffekt.

Heidi

14.01.2014, 13:13 Uhr

Mit Allem kann man Geld verzocken wenn man es schafft spät genug einzusteigen. Das Witzige dabei ist aber daß die selben Warner immer zur Stelle sind - gleich ob gerade panischer Ausverkauf herrscht oder hitzige Nachfrage.
Letztendlich spielt die Musik aber immer bei der Geldpolitik der Notenbanken. Wenn diese Geld in den Markt pumpen steigen die Preise für Anlagegüter weil die Anleger eine Inflation erwarten. Drücken die Notenbänker auf die Geldbremse dann ist das bekanntlich schlecht für die meisten Assets.

Ob der Einzelne also Anlageerfolg genießt oder Verluste wegstecken muß hängt primär von der Frage ab wie panisch er - aus Angst vor Geldentwertung - sein Geld loswerden möchte.

Der Witz dabei: Jene die aus Angst ihr Geld zu verlieren handeln - verlieren letztendlich tatsächlich ihr Geld. Denn zum Einen reihen sie sich in eine große Käufergruppe ein und treiben die Preise - zum Anderen tragen sie letztendlich mit ihrem eigenen Verhalten dazu bei daß das Geld seinen Wert behält.

Somit behalten die alten Börsengrößen Recht: Antizyklisch kaufen wenn die Preise im Keller sind. Und wer dann noch die Nerven hat sich von Anlagen zu trennen die lange gut gelaufen sind - der verdient sich nicht nur dumm - sondern dumm und dämlich.

Die Einzigen die jedoch nie was verdienen - das sind Jene die auf fremde Meinungen angewiesen sind um sich zu entscheiden. Das sind nämlich Jene die im Preikeller die jeweilige Anlage scheuen wie der Teufel das Weihwasser - und zugleich jene die auf Alles aufspringen das hinreichend lange gut gelaufen ist.

Winfried

14.01.2014, 17:08 Uhr

Die hohe Bautätigkeit und damit anziehenden Preise sind dem Euro-Krisenzenario geschuldet. In der Hochphase wurden die Bauanträge geschlossen und jetzt 1, 2 Jahre später wird gebaut. Mit der Stabilisierung des Euros kommen die Preise wieder herrunter. Mit schrumpfenden Bevölkerungszahlen werden die Preise weiter unter Druck geraten. Oder glauben alle Anleger das der Rückbau (Abriss) der Ost-Plattenbauten wegen zu starker Nachfrage geschah und noch geschieht?

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