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30.11.2016

12:40 Uhr

Immobilien-Ausblick

Der Milliardenmarkt wird 2017 schrumpfen

VonMatthias Streit

Die Zeiten neuer Rekordumsätze auf dem Immobilienmarkt scheinen vorbei. Bereits 2016 werden die Höchstwerte aus dem Vorjahr verpasst – trotz einer weiter riesigen Nachfrage. Was die großen Player für 2017 erwarten.

Das Bürogebäude der Commerzbank wurde 2016 an ein Konsortium des Samsung-Konzerns für geschätzte 620 Millionen Euro verkauft. Die Commerzbank bleibt aber für weitere 15 Jahre Mieter in dem Objekt. dpa

Commerzbank-Zentrale

Das Bürogebäude der Commerzbank wurde 2016 an ein Konsortium des Samsung-Konzerns für geschätzte 620 Millionen Euro verkauft. Die Commerzbank bleibt aber für weitere 15 Jahre Mieter in dem Objekt.

FrankfurtDer Herbst hatte es auf dem Immobilienmarkt noch einmal in sich. Gleich zwei Milliardentransaktionen gab es in Deutschland. Den Wohnungsmarkt mischte Vonovia mit seiner Übernahme der österreichischen Conwert noch einmal kräftig auf. Bei den Gewerbeimmobilien sorgte der geplatzte Börsengang und dann Verkauf des Kernportfolios der IVG für mächtig Wirbel.

Beide Transaktionen haben das Jahresvolumen der Investmentmärkte mit ihren jeweils drei Milliarden Euro schweren Tickets noch einmal kräftig nach oben getrieben. Doch dass es vor allem jene beiden Transaktionen sind, macht auch eine Tatsache deutlich: Das Angebot auf dem Markt ist knapp. Experten sehen darin keinen Vorboten einer Korrektur am deutschen Immobilienmarkt. Im Gegenteil: Auch im kommenden Jahr bleibe das Interesse ungebrochen. Doch dem steht immer weniger passendes Angebot in den Metropolen gegenüber.

Schon in diesem Jahr wird der Wohninvestmentmarkt weit hinter seinem Vorjahr zurückbleiben. Erreichte er im Vorjahr noch rund 25 Milliarden, wird er in diesem Jahr kaum noch bei der Hälfte dessen landen. Doch das liegt vor allem an den großen Transaktionen des Vorjahrs. „2015 war nicht zuletzt durch die Übernahme der Gagfah durch Vonovia (ehemals Deutsche Annington) geprägt“, erklärt Konstantin Lüttger, Leiter Wohninvestments beim Immobiliendienstleister CBRE.

Im kommenden Jahr rechnet er damit, dass sich der Markt bei etwa zehn Milliarden Euro einpendeln wird. „Die Bestandsportfolien auf dem Markt werden weniger. Die Tickets werden kleiner“, erklärt Lüttger. Die Unternehmen selbst bleiben zurückhaltend. Bei der Vorstellung der Bilanz für das dritte Quartal erklärte Vonovia-Chef Rolf Buch, dass er nicht um jeden Preis neue Übernahme-Objekte suche. Er sei bei Zukäufen „völlig opportunistisch“. „Wir haben klare Akquisitionskriterien, anhand derer wir jedes Portfolio, das in Deutschland auf den Markt kommt, analysieren“, erklärte Buch vor Anfang November in einer Telefonkonferenz.

Lüttger rechnet indes damit, dass sich ein Trend verstärkt, und zwar die Rückkehr der ausländischen Investoren. In diesem Jahr standen sie CBRE-Analysen zufolge für ein Viertel aller Käufe auf dem Wohninvestmentmarkt – fünf Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Wo viele bereits spekulativ getriebene Preise wittern, erkennt Lüttger jedoch einen Nutzen. „Sie investieren vor allem in deutlich höheren Größenordnungen als etwa die Publikumsfonds. Die Investoren ermöglichen Projektentwicklungen, die bis hin zu ganzen Quartieren reichen“, sagt Lüttger. Gerade bei den asiatischen Investoren, vor allem aus Korea und allmählich auch aus China, erkennt er Interesse.

Kommentare (1)

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30.11.2016, 15:15 Uhr

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