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23.06.2015

14:57 Uhr

Immobilien

Bei welchen Objekten Versicherer zugreifen

VonJens Hagen

Ob Einkaufszentrum in Düsseldorf, schicke Apartments in Hamburg oder Bürogebäude in Frankfurt: Auf der Suche nach ertragreichen Anlagen nehmen die Versicherer den Immobilienmarkt ins Visier. Das ist bitter nötig.

Die Axa Gruppe hat in 44 Wohneinheiten am künstlich angelegten See investiert. Imago

Wohnungen am Phoenix See

Die Axa Gruppe hat in 44 Wohneinheiten am künstlich angelegten See investiert.

FrankfurtMittlerweile gibt es gibt mehr Immobilieninvestoren in Deutschland, als sich die Bürger träumen lassen. Denn die private Altersvorsorge basiert zu einem guten Teil auf Stein und Beton. Im vergangenen Jahr schlug etwa die Bayerische Versicherungskammer in Düsseldorf zu.

Gut 70 Millionen Euro der Einlagen für die Altersvorsorge von Ärzten, Architekten und Bezirksschornsteinfeger gingen in das Dieterich Karree im Düsseldorfer Stadtteil Pempelfort. Über Läden des alltäglichen Bedarfs und einer Pizza-Schnellrestaurant erwarb die Gesellschaft 282 Wohneinheiten.

Auch die klassischen Versicherer lassen sich nicht lumpen. In Frankfurt übernahm die Hanse Merkur für 20 Millionen Euro insgesamt 196 Wohnungen im Stadtteil Niederrad. Im „Green Six Gebäude“, der sanierten ehemaligen Coop-Zentrale in einem Industriegebiet, zählt auch die Bundesbank zu den Mietern. Die Axa erwarb zuletzt 135 Wohnungen in Dresden, die Arag 44 Einheiten in Dortmund.

Diese Käufe könnten erst der Anfang gewesen sein. Eine Studie der Unternehmensberatung EY Real Estate unter 30 großen Versicherern zeigt: In Zeiten niedriger Zinsen wird der Immobilienmarkt für die Gesellschaften immer interessanter.

Diese Objekte haben Versicherer gekauft

Dieterich Karree Düsseldorf

Am 14. August 2014 hat die Bayerische Versorgungskammer in Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt Düsseldorf zugegriffen – und ein Einkaufszentrum samt Wohnungen in einem angesagten Stadtteil erstanden. 282 Wohneinheiten ließ sich der Versicherer 70,5 Millionen Euro kosten. Quelle: EY

Potsdam Apartments

Und die Bayerische Versorgungskammer griff gleich ein weiteres Mal zu: Sie kaufte im Mai 2014 auch in Brandenburgs schicker Landeshauptstadt Wohnungen, die Potsdam Apartments. 138 Wohneinheiten kosteten 32,7 Millionen Euro.

Halensee Apartments

Die Apothekerversorgung Niedersachsen hat ebenfalls in Immobilien investiert, in die Halensee Apartments im hippen Berlin. Im September 2014 erstand der Versorger 217 Wohneinheiten.

Steglitzer Park Quartier

In Deutschlands Hauptstadt grassiert der Bauboom, das geht auch an Versorgern und Versicherern nicht vorbei. So kaufte die Pensionskasse der Bewag im November 2014 ebenfalls in Berlin (Steglitz) 120 Wohneinheiten für 24,4 Millionen Euro.

Mühsamstraße 54

Mühsam ist die Suche nach Immobilien sicherlich – auch für Versicherer. Die Dresdner Pensionskasse VVaG hat daher passend im März diesen Jahres in der Mühsamstraße in Berlin zugegriffen. 40 Wohneinheiten kosteten 23 Millionen Euro.

Phoenix Wohnen Dortmund

Als zweiter Versicherer in Nordrhein-Westfalen war die Arag Group in Dortmund aktiv. Im September 2014 erstand der Versicherungskonzern aus der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf dort 44 Wohneinheiten. Der Preis blieb unbekannt.

Dresden Apartments

Die Axa Group bleibt der einzige Versicherer, den es nach Sachsen verschlug – die Franzosen entschieden sich angesichts der freien Auswahl für die Dresden Apartments als Objekt der Begierde. 135 Wohneinheiten gingen im Oktober 2014 an die Pariser – Preis unbekannt.

Hanse Viertel Lüneburg

Auch was sich das Versorgungswerk der Zahnärztekammer das Hanseviertel Lüneburg kosten ließ ist nicht bekannt. Im November 2014 erstanden die Düsseldorfer die 127 Wohneinheiten in Nioedersachsen.

Green Six Frankfurt

Erst im Mai 2015 war die Hanse Merkur Versicherungsgruppe in Hessen aktiv. Das Wohngebäude mit dem schillernden Namen Green Six Frankfurt umfasst 196 Wohneinheiten. Die Hamburger ließen sich die Immobilie 20 Millionen Euro kosten.

Sonnengarten Apartments Glienicke/Nordbahn

Die Immobilie mit dem zugleich wohl malerischsten wie kompliziertesten Namen erstand erneut die Pensionskasse der Bewag. Im Dezember 2014 erwarb die Pensionskasse die Immobilie in Brandenburg. Die 40 Wohneinheiten mit dem sonnigen Namen kosteten 5,7 Millionen Euro.

„Die deutschen Versicherer wollen ihren Immobilienbestand ganz klar erweitern“, sagt Dietmar Fischer, Partner bei der EY Real Estate. „Dabei steigen insbesondere die europäischen Core-Immobilienmärkte in der Gunst der Befragten.“

Knapp 7,6 Prozent der Einlagen sind derzeit in Immobilien investiert, maximal 25 Prozent sind derzeit aufsichtsrechtlich möglich. Die Spannen gehen von gut fünf Prozent der Einlagen bei der Allianz bis hin zu rund 15 Prozent bei der Gothaer. Bis Ende des Jahres soll die Quote um 0,6 Prozentpunkte steigen.

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