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21.10.2013

16:44 Uhr

Immobilien

Betuchte Londoner zieht es aufs Land

Ein Herrenhaus auf sechs Hektar Land, mit Garten, Ställen, einer Koppel, mehreren Schlafzimmern. Diesen Traum vom Wohnen verwirklicht sich so mancher Brite gern. Doch kostet das idyllische Landleben immer mehr.

Schloss Windsor ist der Inbegriff des gehobenen britischen Landlebens. Nahegelegene Anwesen kosten schon mal über 20 Millionen Euro. Reuters

Schloss Windsor ist der Inbegriff des gehobenen britischen Landlebens. Nahegelegene Anwesen kosten schon mal über 20 Millionen Euro.

Mehr als ein Jahr hat es gedauert, bis Mark Hudson sein Traumhaus gefunden hatte. Doch der 55-jährige Manager war nicht etwa auf der Suche nach einem hippen Loft im Herzen Londons. Hudson wollte etwas Konfortableres, eine Maison mit sechs Schlafzimmern. Das hatte er sich vorgestellt. Am Ende blätterte er mehr als zwei Millionen Euro auf den Tisch für ein Landhaus in Dorset, einer Grafschaft etwa 200 Kilometer von der Hauptstadt entfernt.

Ob Herrenhäuser, Farmhäuser und Landhäuser: Engländer wohnen wieder gerne draußen im Grünen. Die Immobilienpreise im weiten Londoner Umland sind so stark gestiegen wie seit mehr als drei Jahren nicht.

Dem Prime Country-House Index der britischen Immobilienberatung Knight Frank zufolge haben die Preise auch im dritten Quartal um weitere 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal angezogen. Der Index enthält Herrenhäuser mit einem weitläufigen Gelände, Farmhäuser ab sechs Schlafzimmern mit Garten, Koppeln und Ställen auf mindestens einem Hektar Land, und schließlich Landhäuser mit mindestens vier Schlafzimmer und ab einem halben Hektar Land.

Umgerechnet rund 23,3 Millionen Euro müsste etwa hinlegen, wer ein antikes, sechs Hektar großes Anwesen mit acht Schlafzimmern am Rande des Windsor Great Parks erwerben wollte. Das Objekt liegt etwa eine Stunde Fußmarsch von Schloss Windsor entfernt und in der Nähe der Privatschule Eton College.

Mit Niedrigzinsen zum Eigenheim

Warum lohnt sich derzeit der Bau oder Kauf eines Hauses besonders?

Langfristige Baukredite mit festen Zinsen für zehn Jahre gibt es derzeit mit einer Verzinsung von deutlich unter zwei Prozent. Allerdings haben die Preise für Immobilien besonders in Großstädten in den vergangenen Jahren deutlich angezogen.

Sind Immobilien eine gute Geldanlage?

Immobilien gelten nicht als Renditeknüller. Allerdings sind sie gerade in Krisenzeiten Verbraucherexperten zufolge eine solide Geldanlage. Der Wert einer Immobilie ist vergleichsweise sicher - vorausgesetzt, Preis, Qualität und Lage stimmen. In jedem Fall sollte ein Immobilienkauf gut überlegt sein.

Wie finde ich den günstigsten Kredit?

Hier hilft nur ein Vergleich der verschiedenen Anbieter, wobei die Auswahl an Krediten laut Stiftung Warentest derzeit besonders groß ist. Bauherren und Käufer können dafür Vergleichsrechner im Internet nutzen. Auch Verbrauchermagazine und Zeitungen liefern häufig aktuelle Zinskonditionen. Die Hausbank kann ein wichtiger Ansprechpartner sein - ist jedoch nicht immer zwingend die erste Wahl. Ein Anbietervergleich kann teils mehrere zehntausend Euro sparen.

Wie funktioniert ein Baudarlehen?

Kredite für Häuser oder Wohnungen laufen meist über zehn, 20 oder 30 Jahre. Hierbei werden die Zinsen in aller Regel nur für einen begrenzten Zeitraum von mehreren Jahren festgelegt. Läuft diese sogenannte Zinsbindungsfrist ab, verhandeln Bank und Kunde die Verlängerung des Darlehens. Der Bauherr kann dann auch umschulden und zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Verbraucher sollten mehrere Monate vor Auslaufen der Frist neue Angebote einholen. Wegen der historisch niedrigen Zinsen gibt es derzeit auch besonders günstige Anschlusskredite.

Sind die Kreditraten immer festgeschrieben?

An sich werden feste monatliche Raten vereinbart. Baukredite geben oft aber auch das Recht auf Sondertilgung, das heißt die Rückzahlung von Geld zusätzlich zu den vereinbarten Raten. Auch kann ausgehandelt werden, dass der Bauherr die Raten anpassen kann, etwa wenn sich das Einkommen verändert.

Wie viel Geld muss ich selbst aufbringen?

Finanzexperten sehen ein Eigenkapital von 20 bis 30 Prozent des Immobilienpreises als eine solide Basis an. Für ihre angebotenen Top-Zinsen wollen die Banken häufig allerdings 40 Prozent Eigenkapital sehen. Teils sind Banken auch bereit, den vollen Kaufpreis zu finanzieren. Dafür verlangen sie aber oft happige Risikoaufschläge beim Zins.

Gibt es Geld vom Staat?

Bei der staatlichen Förderbank KfW gibt es Darlehen etwa für den Kauf selbstgenutzten Wohneigentums, energieeffizientes Bauen und Sanieren oder auch für altersgerechtes Wohnen. Daneben zahlt der Staat die Wohnungsbauprämie von 8,8 Prozent beim Bausparen. Auch gibt es in Form des sogenannten Wohn-Riesters staatliche Unterstützung für den Kauf selbstgenutzter Immobilien zur Altersvorsorge.

Was passiert, wenn ich arbeitslos oder arbeitsunfähig werde?

Risiken wie diese können mit Versicherungen ganz oder zumindest teilweise abgedeckt werden. So gibt es Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Lebensversicherungen oder Restschuld-Versicherungen. Verbraucher sollten sich vor Abschluss einer Police und eines Baudarlehens gut über einen Versicherungsschutz beraten lassen. Die Stiftung Warentest rät zu Versicherungen für den Todesfall.

Doch betuchte Briten fragten zuletzt nicht nur Objekte in Pendler-Distanz zu London nach. Laut einem aktuellen Bericht des Immobiliendienstleisters Savills gingen das erste Mal seit zweieinhalb Jahren die Preise für Luxushäuser in allen Regionen Englands nach oben. “Das ist die letzte Chance zu kaufen, bevor das Angebot knapp wird und die Preise wirklich anfangen zu steigen”, erklärte Yolande Barnes, Leiterin der Wohnimmobilienanalyse bei Savills. Auch Mark Hudson hätte sein Häuschen bereits mit sattem Gewinn an den nächsten Interessenten verkaufen können.

Die steigende Nachfrage nach Immobilien rührt nicht zuletzt aus dem staatlichen Help-to-Buy Programm, das nächste Woche in eine neue Runde gestartet ist. Britische Banken bieten dabei vergünstigte Kredite und Hypotheken an, die fehlenden Sicherheiten stellt die Regierung. Premierminister David Cameron hatte die Wiederbelebung des Eigenheimmarktes zum zentralen Punkt seiner Bemühungen gemacht, die Wirtschaft aus der Rezession zu bringen. Experten fürchten eine Immobilienblase.

Kommentare (1)

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Schlesier

21.10.2013, 19:34 Uhr

Die Herren wissen schon warum Sie das tun,wenn es demnächst knallt dann hilft Ihnen eine schicke Wohnung in London nicht viel.Aber es muß auch noch genug Deppe geben die mit Ihren i-phone laufen als ob es ohne nicht geht und dafür und anderen Scheiß Ihr ganzes Geld ausgeben. Man muß im Leben Prioritäten setzen wofür man sein Geld ausgibt. Aber der Staat erzieht in den Schulen nur Idioten und das ist so gewollt damit Sie immer schön Steuern zahlen und erpessbar bleiben mit den Wahlversprechungen.

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