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20.02.2017

14:12 Uhr

Immobilien-Boom auch auf dem Land

Wohnungskäufer werden immer gieriger

VonReiner Reichel

Volle Taschen, billiges Baugeld – die Deutschen kaufen, als gäbe es kein Morgen. Auf dem Land wechseln immer mehr Häuser die Besitzer. Für die Städte warnt die Bundesbank inzwischen vor einer Überhitzung.

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DüsseldorfDass Wohnungsmieten und -preise in den deutschen Metropolen hochschießen, gibt schon lange keine Schlagzeile mehr her. Genau so wenig, dass Wohnungen dort in Windeseile verkauft werden. Erstaunlicher ist dagegen, die Erkenntnis der amtlichen Gutachterausschüsse, dass die Besitzwechsel nun auch auf dem Land zunehmen und Mieten und Preise „in den gut ausgebauten ländlichen Gebieten zumindest stabil bleiben werden.“ Ursache für den allgemeinen Wohnimmobilienboom sind für die Ausschüsse die niedrigen Zinsen. Sie sorgen für eine rasante und preistreibende Nachfrage.

Nach wie vor steigen die Preise schneller als die Mieten. Ein Effekt, der immer weitere Kreise um die Ballungszentren zieht. Das Immobilienmarktforschungsinstitut Empirica stellte kürzlich für das vierte Quartal 2016 fest, dass nun in 227 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten die Preise für Wohneigentum stärker als die Mieten gestiegen sind. Im Vorquartal galt dies für 215 Städte und vor drei Jahren nur für 125. Auch dies spricht dafür, dass der Boom vom den prosperierenden Großstädten auf das Umland abfärbt.

Im vergangenen Jahr wechselten Wohnungen, Häuser und Grundstücke für mehr als 210 Milliarden Euro den Besitzer, schätzt Peter Ache, Geschäftsstellenleiter des Arbeitskreises der Gutachterausschüsse. „Es ist nicht absehbar, dass das Investitionsvolumen zurückgeht“, blickt Ache in die Zukunft. 2015 war die Marke von 200 Milliarden Euro übersprungen worden. Die Gutachterausschüsse erheben seit 2007 bundesweite Zahlen. Anders als die Aufzeichnungen der großen Maklerhäuser, die nur Portfoliotransaktionen mit mehreren Millionen Volumen erfassen, basieren die Angaben der Gutachterausschüsse auf den von den Grundbuchämtern der Amtsgerichte erfassten Besitzwechseln.

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Das Investitionsverhalten habe viel mit der Zinsentwicklung zu tun, sagt Ache. „Wir beobachten sehr genau, was mit den Zinsen passiert.“ Auch wenn sie leicht stiegen, sei aber längst nicht das Niveau erreicht, bei dem die Bundesbürger nicht mehr investierten. Seit November 2016 ziehen die Baugeldzinsen leicht an, sind aber im historischen Vergleich unverändert auf extrem niedrigen Niveau. Niedrige Zinsen machen Immobilienkredite für Käufer günstiger, was die Nachfrage antreibt. Umgekehrt bremsen steigende Zinsen, weil die Finanzierungskosten zunehmen und alternativen Geldanlagen attraktiver werden.
Empirica warnt allerdings schon seit Monaten vor Rückschlägen bei den Preisen in den Metropolen, sobald die Zinsen steigen.

Kommentare (19)

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Account gelöscht!

20.02.2017, 14:21 Uhr

Sagen wir es mal so....in Zukunft wird die Flucht von den Deutschen Ballungsräumen auf das Land noch zunehmen. Die grenzenlose und zeitlose illegale Einwanderungsparty der Fr. Merkel hält unvermindert weiter an und wird mehr und mehr die Ballungsräume und Großstädte zu "Deutsch freien" Zonen machen. Auch alle schon länger hier integrieirten Ausländer mit einen festen Arbeitsplatz werden in diesen "No-go Gebieten" der Großstädte und Ballungsräume sich nicht länger zuhause fühlen. Das Land ist der einzige Zufluchtsort für die sicherheits-orgnungsliebenden und zivilisierten Bürger dieses Landes.

Herr Tom Schmidt

20.02.2017, 14:30 Uhr

Die Zinssätze sind doch nur ein Teil des Themas. Diese sind noch schön niedrig, aber die Risikokriterien, die den Zugang zu diesen Zinssätzen bestimmen sind schon deutlich gestiegen. Das heisst, (und solche Banken habe ich selbst erlebt), dass Kunden von Banken, die kurze Zinsbindungen verkauft haben (weil die Zinsen ja nicht mehr steigen können aufgrund der Schuldenproblematik) plötzlich teuere Anschlusskredite erhalten. Dann müssen die Zinsen nur ein wenig noch dazu steigen, und schon kippt man in die Überschuldung... Und wenn das vielen passiert und die Versteigerungswelle rollt... werden die Preise natürlich sinken!

Herr Fritz Yoski

20.02.2017, 14:35 Uhr

Immo-Blase, wieso aus Fehlern anderer lernen wenn man selbst (harte) Erfahrungen sammeln kann?

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