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19.02.2014

09:48 Uhr

Immobilien

Die Exzesse des Booms

VonJens Hagen

Hauspreise und Mieten steigen weiter. Zugleich treibt der Immobilien-Boom bunte Blüten. Eine Reportage über die teuersten Wohnungen Deutschlands, das Rattenrennen in München und Villenschnäppchen auf dem Land.

Aussicht auf die Banken-Skyline: Eine Superluxus-Wohnung bietet demnächst einen freien Blick über Frankfurt. PR

Aussicht auf die Banken-Skyline: Eine Superluxus-Wohnung bietet demnächst einen freien Blick über Frankfurt.

FrankfurtWas Mieter auf Wohnungssuche oder junge Familien mit dem Wunsch nach dem eigenen Häuschen schon lange wissen, zeigen jetzt zwei Studien zum Immobilienmarkt. Wohnobjekte legten demnach eine wahre Rally hin. Seit Anfang des großen Immobilienzyklus im Jahre 2008 stiegen die Preise für Immobilien in den Großstädten jedes Jahr um sieben Prozent. So steht es in einem Bericht der Deutschen Bank. Die Mieten verteuerten sich in den Großstädten seit 2008 allerdings in den fünf Jahren nur um elf Prozent. Droht in Deutschland deshalb eine Immobilienblase?

Nein, sagen die Analysten der Deutschen Bank. Schon bei früheren Aufschwüngen gab es ähnliche Preiszyklen. Demographie, staatliche Regulierung und konservative Kreditvergabe würden dafür sorgen, dass es keinen verheerenden Einbruch gebe.

Welche deutschen Städte bei Investoren angesagt sind

Umfrage

Welche Städte sind bei Investoren besonders beliebt? Die Daten sind dem Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt von EY Real Estate entommen. Es wurden 15 europäische Immobilienmärkte inklusive Deutschland untersucht. Geantwortet haben insgesamt rund 500 europäische Unternehmen und Investoren. Wortlaut der Frage: „Welche deutschen Standorte stehen im Jahr 2014 besonders in Ihrem Investmentfokus?“

Platz 7

Stuttgart

20 Prozent

Platz 6

Düsseldorf

21 Prozent

Platz 5

Frankfurt

22 Prozent

Platz 4

Hamburg

23 Prozent

Platz 3

München

25 Prozent

Platz 2

Köln

26 Prozent

Platz 1

Berlin

36 Prozent

Auch in diesem Jahr sollten die Preise weiter steigen. Niedrige Bautätigkeit, günstige Zinsen und Unsicherheiten auf den Kapitalmärkten sorgen weiter für Nachfrage. „Trotz des aktuellen Aufschwungs bleiben Wohnimmobilien im Vergleich zu ihrer eigenen Historie unterbewertet“, urteilen die Analysten.

„Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland haben im Jahr 2013 ihren kräftigen Aufwärtstrend mit praktisch unverändertem Tempo fortgesetzt“, schreibt die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht. Auch im Umland der Metropolen und kleineren Städten ziehen jetzt die Preise an. „Bestehende Überbewertungen in den Ballungsraumen haben sich trotz der in Gang gekommenen Angebotsausweitung eher verfestigt“, analysiert die Bundesbank.

Die Preise für Wohnimmobilien seien dort stärker gestiegen, als es die ökonomischen und demographischen Fundamentalfaktoren nahelegen würden. „Dies gilt insbesondere für die städtischen Immobilienmärkte, für die gegenwärtig Überbewertungen zwischen zehn und 20 Prozent gemessen werden.“ In den Großstädten weichen die Preise für Wohnimmobilien nach der Bundesbank-Analyse im Durchschnitt vermutlich um 25 Prozent nach oben ab.

Eine Blase gibt es nicht. Die Rally geht aber weiter, auch in diesem Jahr. Was in den Analystenberichten oft recht trocken daherkommt, sorgt in der Praxis oft für schrille Situationen. Wie wirkt sich der Immobilienboom aus? Einige Eindrücke bei Recherchen in Frankfurt, München und auf dem Land.

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

19.02.2014, 10:59 Uhr

Die Bundesbank erkennt immer so lange keine Blase, bis die Preise in den Keller stürzen und alle jammern.
Gab es vor etwa 6 Jahren noch stellenweise 50 Prozent mehr Immobilien auf dem Markt, so verkaufen selbst in ländlichen Gebieten die Menschen ihre Immobilien trotz Rekordpreisen nicht mehr. Vermutlich weil ihnen die Mieteinnahmen näher sind als das Geld auf dem Konto. Zudem ist da die Hoffnung auf noch weiter steigende Preise. Aber wehe, wenn wie in der Finanzkrise bei Aktien alle Leutchen gleichzeitig auf die Idee kommen, dass sich die Preisspirale nicht mehr weiter nach oben dreht sondern nun die Richtung wechselt und drum alle gemeinsam ihre Objekte auf den Markt werfen. Dann purzeln die Preise aber gewaltig.
Selbstverständlich sieht das die Bundesbank derzeit nicht.
Ich schon.

Account gelöscht!

19.02.2014, 11:32 Uhr

Der Fluch des billigen EZB Geldes...

Aber die Menschen haben die Gelddruckerallianz aus Draghi+EUdSSR+CDUSPD gewählt. Also warum beschweren sich die Leute???
Sollen sie doch bluten und zahlen!!!

FexdaHex

19.02.2014, 12:17 Uhr

Zähler und Nenner nicht vertauschen!!!

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