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07.07.2012

09:58 Uhr

Immobilien

Die gefährlichsten Fallen für Häuslebauer

VonAnette Kiefer

Schlüsselfertige Häuser sind in, haben aber ihre Tücken. Pfusch beim Bau und im Vertrag kann den zukünftigen Besitzer immense Summen kosten. Welche Fallen beim Neubau drohen - und wie Häuslebauer sie vermeiden.

Das Geschäft mit Neubau-Eigenheimen wird noch immer von lokalen Bauträgern dominiert. dpa

Das Geschäft mit Neubau-Eigenheimen wird noch immer von lokalen Bauträgern dominiert.

DortmundDie Zeiten haben sich gründlich geändert: Das eigene Haus lässt man heutzutage nur noch selten vom Architekten planen und den Handwerkern seines Vertrauens bauen. Gekauft wird zumeist "schlüsselfertig" vom Bauträger, wie es in der Sprache der Marketingstrategen heißt. Die zumeist regional tätigen Unternehmen kaufen große Baufelder, parzellieren diese in viele kleine Grundstücke und errichten darauf frei stehende Eigenheime, Doppel- oder Reihenhäuser oder auch das Mehrfamilienhaus mit vielen Eigentumswohnungen. Der Käufer aber, so die Theorie, muss sich um nichts kümmern: Er kann zum vereinbarten Termin mit dem Umzugswagen vor seinem neuen Domizil vorfahren und muss nur noch die Möbel an die richtige Stelle rücken.

Doch ganz so reibungslos und bequem verläuft der Hauskauf mit dem Bauträger nur selten, wissen Rechtsanwälte und Bauherrenberater. Das A und O sei deshalb ein wasserdichter Vertrag, in dem die Rechte und Pflichten beider Seiten schriftlich festgehalten sind. Ein solcher Bauträger-Vertrag wird von einem Notar beurkundet und besagt zweierlei: Erstens, dass der Kunde ein Grundstück kauft, auf dem zweitens der Bauträger das gewünschte Haus errichten wird.

So manches Risiko, trägt daher der Komplettanbieter: "Wenn zum Beispiel während der Erdarbeiten plötzlich festgestellt wird, dass der Untergrund nicht tragfähig genug ist und Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden müssen, muss dafür der Bauträger aufkommen", sagt Thomas Münster vom Verband "Wohnen im Eigentum".

Kommentare (5)

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MBoudik

07.07.2012, 10:24 Uhr

Der Artikel ist gut.

Sehr wichtig sind aus meiner Sicht:

Leistungsumfang, die Abnahme und die Zahlungsfristen. Diese Punkte sollten im Vertrag genau definiert werden:

Endzahlung erst bei vollständiger Mängelbeseitigung (und nicht "Bezug nur bei vollständiger Bezahlung"), Abnahme nur mit dem eigenen Gutachter, Teilabnahmen vor (!) größeren Abschlagszahlungen ....

Übrigens: Der Erwerber zahlt den Notar. Also: „Wer Bezahlt schafft an“ und nimmt seinen Notar. Niemand muss den Notar des Bauträgers nehmen.

Nicht darauf einlassen, "nach dem Vertrag erfolgt die Bemusterung...". Alles vorher definieren, danach sind "Extras" plötzlich "teuer, gefährden den Bau-Fortschritt, gefährden Rabatte von Sammelbestellung für Standard-Material...."

Hat man gezahlt und ist das Objekt im Grundsatz abgenommen, hat man sicherlich noch Rechte.

Diese gerichtlich durchzusetzen ist sehr schwierig, teuer und dauert oft viele Jahre.

Der Bauherr muss in Vorleistung gehen.

Bauträger wissen das und spielen auf Zeit. Viel Zeit, oft über 10 Jahre...... Zu viel Zeit, wenn die Insolvenz droht, Parallelgesellschaften eröffnet werden etc.





Gieristgeil

07.07.2012, 16:48 Uhr

[+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

dwgt23

07.07.2012, 21:50 Uhr

Alle diese Komplikationen kann man vermeiden in dem alle Bauunterlagen (Zeichnungen, Materiallisten, usw.) vom Bauherrn angefordert werden. Da Fertighäuser, liegt ja alles vor. Dann an Sachverständigen zur Überprüfung übergeben. Nur Kaufen wenn das vertraglich zugesichert wird mit einer Rücktrittklausel falls Kaufvertrag nicht mit den Bauunterlagen übereinstimmen.

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