Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.02.2016

15:54 Uhr

Immobilien

Flüchtlinge dürften für höhere Mieten sorgen

Der Mietpreiszyklus hatte seinen Zenit erreicht, doch mit den vielen Zuwanderern wandelt sich die Lage. Ziehen Flüchtlinge nun in die bereits teuren Städte oder aufs preiswerte Land? Die Bundesbank gibt Hinweise.

CDU plant Integration

Flüchtlinge dürfen Praktika machen

CDU plant Integration: Flüchtlinge dürfen Praktika machen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Berlin/DüsseldorfIn den deutschen Ballungsräumen sind aus Sicht der Immobilienbranche weiter spürbare Steigerungen der Wohnungsmieten zu erwarten. Dort halte der Neubau mit der wachsenden Nachfrage noch immer nicht Schritt, teilte der Zentrale Immobilienausschuss (ZIA) am Dienstag anlässlich der Veröffentlichung des jährlichen Gutachtens für die Immobilienwirtschaft in Berlin mit.

Im bundesweiten Durchschnitt steigen die Wohnungsmieten nach der Untersuchung inzwischen jedoch deutlich langsamer. Im Westen hätten die Angebotsmieten seit Anfang 2015 nicht mehr nennenswert zugelegt, im Osten seien sie sogar leicht gesunken. Aufgrund der weiterhin angespannten Märkte in den Ballungsräumen sei aber insgesamt keine Stagnation zu erwarten.

Tool der Woche – Mietpreisspiegel: Gibt es bald keine Mieterhöhungen mehr?

Tool der Woche – Mietpreisspiegel

Gibt es bald keine Mieterhöhungen mehr?

Was Mieter nie zu träumen gewagt hätten, könnte bald Realität werden: keine Mieterhöhungen. Die geplante Mietspiegelreform von Justizminister Heiko Maas ist allerdings im Moment noch umstritten.

Mitverantwortlich sind zudem die zuletzt hohen Zuwanderungszahlen ausländischer Flüchtlinge. „Ohne Flüchtlinge hätten wir 2015 das Ende des Mietpreisanstiegs gesehen“, sagte Simons. Nun werde sich die Aufwärtsbewegung fortsetzen.

Allerdings werde die hohe Zuwanderung von Flüchtlingen seiner Ansicht nach nicht zu dem enormen Nachfrageschub nach Wohnungen führen, den manche erwarten. Es habe sich „ein bisschen Hysterie breitgemacht“, sagte Simons. „Die Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt werden deutlich kleiner sein, als die Hysterie derzeit suggeriert.“ Nicht alle der 1,1 Millionen Menschen, die 2015 als Flüchtlinge nach Deutschland kamen, blieben auch hier. Die Zahl der neuen Einwohner werde vielmehr bei der Hälfte oder noch darunter liegen, erwartet der Forscher.

Mit den Mieten stiegen auch die Kaufpreise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser weiter - auch sie vor allem in den Metropolregionen. „Wir haben in ausgewählten Städten ein Problem“, sagte der Wissenschaftler Harald Simons vom privaten Forschungsinstitut Empirica, der für das Gutachten der sogenannten Immobilienweisen die Preisentwicklung auf dem Wohnungsmarkt in den Blick nahm. Die Angebotspreise für Eigentumswohnungen hätten in Westdeutschland 2015 im Jahresvergleich insgesamt um 7,2 Prozent zugelegt. In Ostdeutschland (ohne Berlin) seien es 6,2 Prozent gewesen.

Eine generelle Preisblase in Deutschland gebe es jedoch nicht. Eine für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung gefährliche Blase könne sich erst dann entwickeln, wenn unverhältnismäßig viele Wohnungen gebaut werden“, heißt es im ZIA-Gutachten. „Das typische Deutschland ist eher durch Wohnungsüberschüsse gekennzeichnet“, erläuterte Empirica-Experte Simons. Bundesweit gebe es etwa 1,7 Millionen leerstehende Wohnungen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×