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29.01.2015

09:14 Uhr

Immobilien

Haus- und Wohnungspreise laufen Einkommen davon

ExklusivNeue Zahlen des Handelsblatts belegen die Preisexplosion bei Wohneigentum in den deutschen Metropolen. Wohnungen sind in fünf Jahren um ein Drittel teurer geworden. Besonders krass ist es in München.

Das 7,6-Fache ihres örtlichen durchschnittlichen Jahreseinkommens zahlen Münchener für eine 80-Quadratmeter-Wohnung. dpa

Neubauten

Das 7,6-Fache ihres örtlichen durchschnittlichen Jahreseinkommens zahlen Münchener für eine 80-Quadratmeter-Wohnung.

DüsseldorfWohneigentum wird in den großen deutschen Städten fast unerschwinglich. Seit Jahren steigen die Preise dort schneller als die Einkommen. Im Verhältnis zum örtlichen Jahresnettoeinkommen sind Wohnungen in den sieben Metropolen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart in den vergangenen fünf Jahren um ein Drittel teurer geworden.

Das haben für das Handelsblatt (Donnerstagausgabe) errechnete Zahlen des Marktforschungsunternehmens Empirica ergeben. Sie zeigen, dass sich die Wohnraumpreise in München am weitesten von den Einkommen entfernt haben. Dort mussten die Haushalte im vergangenen Jahr für eine 80 Quadratmeter große Wohnung mit guter Ausstattung im Schnitt das 7,6-Fache ihres örtlichen durchschnittlichen Jahreseinkommens bezahlen – ein Anstieg um mehr als die Hälfte.

Weil die niedrigen Zinsen die höheren Preise bislang ausgleichen, ist von einer Blase auf dem Immobilienmarkt keine Rede. Nicht einmal Bundesbanker Andreas Dombret sieht diese Gefahr.

Gleichwohl erwarten Ökonomen, dass die Erschwinglichkeit von Wohnraum durch das Programm der Europäischen Zentralbank zum Ankauf von Staatsanleihen für mehr als 1,1 Billionen Euro weiter abnehmen wird. Dass die Preissteigerungsraten 2014 niedriger ausfielen als in den drei Jahren zuvor, hat nun nichts mehr zu bedeuten. „Der Preisauftrieb nimmt nach der Entscheidung der EZB und den Wahlen in Griechenland wieder zu“, sagte Andreas Schulten, Vorstand des Immobilienmarkt-Analysehauses Bulwien-Gesa, dem Handelsblatt.

Die besten Standorte für Immobilieninvestitionen

Das Rating

Die Vermögensberatung Feri hat das Investitionspotenzial deutscher Städte untersucht. Das Ergebnis: Die besten Chancen bieten nicht die teuren Metropolen, sondern Orte in zweitbester Lage, so genannte „B-Städte”. Diese zeichnen sich durch eine stabile Wirtschaft, gute Infrastruktur und Bildungsmöglichkeiten aus. Das Ranking im Einzelnen:

1. Ingolstadt

Punkte:75,1
Entwicklung Wohnungsbestand (2014-2020): + 10,7 Prozent
Mietpreis pro Quadratmeter (2013): 8 Euro
Prognose Mietpreisentwicklung (2014-2020): +15,3 Prozent

2. Wolfsburg

Punkte:70,8
Entwicklung Wohnungsbestand (2014-2020): + 3,4 Prozent
Mietpreis pro Quadratmeter (2013): 6,8 Euro
Prognose Mietpreisentwicklung (2014-2020): +14,6 Prozent

3. Jena

Punkte:70,2
Entwicklung Wohnungsbestand (2014-2020): + 7,0 Prozent
Mietpreis pro Quadratmeter (2013): 7,1 Euro
Prognose Mietpreisentwicklung (2014-2020): +13,8 Prozent

4. Potsdam

Punkte: 68,2
Entwicklung Wohnungsbestand (2014-2020): + 6,3 Prozent
Mietpreis pro Quadratmeter (2013): 6,5 Euro
Prognose Mietpreisentwicklung (2014-2020): +15,3 Prozent

5. Münster

Punkte: 68,1
Entwicklung Wohnungsbestand (2014-2020): + 6,9 Prozent
Mietpreis pro Quadratmeter (2013): 7,8 Euro
Prognose Mietpreisentwicklung (2014-2020): +14,8 Prozent

6. Erlangen

Punkte: 67,5
Entwicklung Wohnungsbestand (2014-2020): + 5,9 Prozent
Mietpreis pro Quadratmeter (2013): 8,1 Euro
Prognose Mietpreisentwicklung (2014-2020): +15,0 Prozent

7. Regensburg

Punkte: 67,0
Entwicklung Wohnungsbestand (2014-2020): + 9,5 Prozent
Mietpreis pro Quadratmeter (2013): 7,4 Euro
Prognose Mietpreisentwicklung (2014-2020): +15,2 Prozent

8. Hamburg

Punkte: 66,5
Entwicklung Wohnungsbestand (2014-2020): + 5,6 Prozent
Mietpreis pro Quadratmeter (2013): 9,1 Euro
Prognose Mietpreisentwicklung (2014-2020): +16,2 Prozent

9. Oldenburg

Punkte: 66,3
Entwicklung Wohnungsbestand (2014-2020): + 7,0 Prozent
Mietpreis pro Quadratmeter (2013): 9,1 Euro
Prognose Mietpreisentwicklung (2014-2020): +13,4 Prozent

10.Leipzig

Punkte: 66,2
Entwicklung Wohnungsbestand (2014-2020): + 1,5 Prozent
Mietpreis pro Quadratmeter (2013): 5,4 Euro
Prognose Mietpreisentwicklung (2014-2020): +13,7 Prozent

Von

rrl

Kommentare (10)

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Herr Rene Weiß

29.01.2015, 09:27 Uhr

Aus 2% der dt. Regionen eine Schreckensmeldung konzipiert. In 98% der dt. Regionen zeigt sich ein ganz anderes Bild.

Account gelöscht!

29.01.2015, 09:41 Uhr

Was bringen diese Analysen, die ohnehin jeder aus seiner eigenen Erfahrung kennt, wenn die politische Verantwortung dahinter nicht angesprochen wird. Leute bedankt euch bei den EUR-Befürwortern, den EUR-Rettern, der EZB, der CDUSPDGrüne für ihre ignorante und bürgerfeindliche Politik, die dieses Ergebnis und noch andere wohlstandsschädigende und nachteilige Entwicklungen zu verantworten hat. Die AfD hat diese Folgen als erste und eigentlich einzige Partei beim Namen genannt, aber wie schon oft ist der Prophet im eigenen Lande oft nichts wert.

Account gelöscht!

29.01.2015, 09:43 Uhr

stimmt, obwohl sicherlich nur beim Flächenvergleich, in bezug auf die Bevölkerungsanteile dürfte die Rechnung deutlich anders aussehen, eher 50:50. Trotzdem wer will heute noch aufs Land ziehen, kein Internet, immer weniger Jobs, immer schlechtere Infrastruktur. CDUSPDGrüne haben die ländlichen Bereiche verraten und aufgegeben.!

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