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11.09.2011

15:40 Uhr

Immobilien

Heimwerker als Mieter gesucht

VonChristian Hunziker

Ein Onlineportal bietet nur unrenovierte Wohnungen an. Wer zum Pinsel greift, darf im Baumarkt einkaufen. Bis zu tausend Euro soll es dafür geben. Vor allem Vermieter sollen profitieren.

Starke Mieter gesucht: Ein Immobilienportal vermittelt Mieter, die anpacken. ap

Starke Mieter gesucht: Ein Immobilienportal vermittelt Mieter, die anpacken.

Eigentümer von Wohnungen hatten es schon mal leichter. Zwar stehen in vielen Metropolen Mietinteressenten Schlange; in weniger begehrten Stadtteilen und abseits der Großstädte aber kämpfen Vermieter gegen den Leerstand. Doch zum Glück gibt es pfiffige Marketingspezialisten – Leute wie Tom Werner von der Berliner Mehrwertwohn GmbH, die in diesem Monat mit dem Internetportal www.hammer-wohnung.de an den Start geht.

„Zielgruppe“, sagt Werner, „sind Menschen mit unterem bis mittlerem Einkommen, die bereit sind, selbst zu renovieren“. Angeboten werden deshalb ausschließlich unrenovierte Wohnungen. Wer einen Mietvertrag abschließt, bekommt je nach Wohnungsgröße einen Baumarkt-Gutschein in Höhe von 500, 750 oder 1000 Euro. Mit dem kann er kaufen, was zum Aufmöbeln der neuen Bleibe nötig ist.

Von diesem Modell, das verschiedene Vermieter getestet haben, sollen beide Seiten profitieren: Der Mieter bekommt eine günstige Wohnung und kann sie nach seinem Geschmack gestalten; der Vermieter wird einen Ladenhüter los und spart die Renovierungskosten, die durchweg höher liegen dürften als der Gegenwert des Gutscheins. Ein wichtiges Argument: Denn in den vergangenen Jahren hat der Bundesgerichtshof Klauseln, mit denen Mieter zur Übernahme von Schönheitsreparaturen verpflichtet wurden, für ungültig erklärt. Seither werden Wohnungen beim Auszug gern unrenoviert übergeben.

Allerdings soll das Onlineportal nur Großvermietern offenstehen. Zu den Ersten gehören kommunale Gesellschaften wie die Gewobag in Berlin und die GWG Halle-Neustadt, aber auch börsennotierte Konzerne wie GSW, TAG Immobilien – und Gagfah, die wegen des teilweise schlechten Zustands ihrer Wohnanlagen in der Kritik steht.

Gagfah versuche, „seine Lasten mit Lockangeboten auf den Schultern von Wohnungssuchenden abzuladen“, argwöhnt Daniela Schneckenburger, Grünen-Landtagsabgeordnete in Nordrhein-Westfalen. Gehe es nur ums Renovieren, sei aus Mietersicht nichts gegen die Idee einzuwenden, sagt indes Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund: „Für einkommensschwächere oder jüngere Menschen kann das ein attraktives Angebot sein.“

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Mogeleien bei der Wohnungsgröße, verbotene Pauschalen bei der Heizkostenberechnung, falsche Mietvertragsklauseln und unberechtigte Mieterhöhungen: Anlässe für Streit zwischen Vermieter und Mieter gibt es viele. Einige grundlegende Fehler von Seiten der Eigentümer lassen sich allerdings leicht vermeiden, weil es eindeutige Gerichtsurteile gibt.

Kommentare (2)

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karlosdallos

11.09.2011, 18:34 Uhr

Mehrwertsteuerhinterziehung

auf die erbrachte Arbeitsleistung.

Praktisch: Schwarzarbeit.

Mafiös.

Pendler

11.09.2011, 19:14 Uhr

eine geniale Idee

JEDER weg, der uns hilft am Steuermonster vorbei zu kommen, ist richtig.

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