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04.02.2012

09:12 Uhr

Immobilien im Osten

Besser als ihr Ruf

VonChristian Hunziker

Noch immer hegen Anleger pauschale Vorbehalte gegen ein Immobilieninvestment in Ostdeutschland. Zu Unrecht, meinen viele Experten.

Immobilien in Ostdeutschland haben einen schlechten Ruf. dpa

Immobilien in Ostdeutschland haben einen schlechten Ruf.

BerlinUnd es gibt sie doch: Investoren, die Immobilien in Ostdeutschland kaufen. Zum Beispiel Deka Immobilien: Die Fondsgesellschaft erwarb das traditionsreiche Geschäftshaus Speck's Hof in der Leipziger Innenstadt. Oder der Assetmanager Alt+Kelber: Ein von ihm betreuter Fonds sicherte sich eine Wohnanlage im Dresdner Stadtteil Weißig. Ein Privatinvestor schließlich kauft ein denkmalgeschütztes Bürogebäude in Magdeburg.

Typisch allerdings sind diese Akteure nicht. Immer noch machen die meisten Anleger einen Bogen um die neuen Bundesländer. „Viele Investoren haben noch nicht begriffen, dass der Immobilienmarkt im Osten Deutschlands in vielen Bereichen genauso gute Chancen bietet wie der im Westen“, kritisiert Jochen-Konrad Fromme, Geschäftsführer der ausschließlich in den neuen Bundesländern tätigen TLG Immobilien, diese Haltung.

Die Skeptiker verweisen auf den Bevölkerungsschwund und die vergleichsweise schwache Wirtschaftskraft in Ostdeutschland. Nicht vergessen sind zudem die Verluste, die Anleger mit ihren von Steuervorteilen beflügelten Investitionen in den 1990er-Jahren machten.

Nichts von dieser pauschalen Skepsis hält Reiner Braun, Vorstand des Forschungsinstituts Empirica: „Es ist an der Zeit, sich vom alten Ost-West-Bild zu verabschieden. Auch der Osten bietet Chancen.“ Als Anhaltspunkt, wo sich Investitionen lohnen, hat Braun das Schlagwort Lila geprägt. Die Abkürzung steht für: Landschaft, Infrastruktur, Lebensqualität, Arbeit. Regionen, die auf diesen Feldern punkten, locken Menschen an - und „Investieren lohnt, wo die Nachfrage steigt“.

Wo aber ist das der Fall? „Die wirtschaftlichen Entwicklungskerne sind für die nächsten Jahre gesetzt“, antwortet TLG-Geschäftsführer Niclas Karoff. Das Unternehmen legt den Schwerpunkt auf die Region Berlin, die Ostseeküste, Leipzig, Dresden und die thüringischen Städte entlang der Autobahn A4. Allerdings, differenziert er: „Ein Supermarkt im Zentrum einer mittelgroßen Stadt muss sich mittelfristig keine Sorgen wegen der demografischen Entwicklung machen.“ Bei Bürogebäuden jedoch sei die TLG „deutlich zurückhaltender“.

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