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28.01.2015

14:04 Uhr

Immobilien in Berlin

Luxuriöses Gästeklo? Verboten!

VonNiklas Dopheide

In Berlin geht die Angst vor Immobilien-Spekulanten um. Ein „Milieuschutz“ soll steigende Mieten verhindern. Warum manche Kamine und Balkone tabu sind und welche Eingriffe ins Eigentumsrecht diskutiert werden.

Zu luxuriös? In einigen Bezirken Berlins verstoßen Gästebäder gegen die Vorschriften. Getty Images

Badezimmer

Zu luxuriös? In einigen Bezirken Berlins verstoßen Gästebäder gegen die Vorschriften.

DüsseldorfStellen Sie sich vor, Sie sind ein Wohnungsbesitzer in Berlin und möchten in den eigenen vier Wänden etwas verändern. Die Wohnung soll für den Mieter einfach etwas netter werden, etwa durch einen zweiten Balkon oder ein großzügiges Badezimmer.

In der deutschen Hauptstadt sind die Kosten für solche Aufwertungen von Immobilien dann nicht das größte Problem. Eher, dass Eigentümer, die in ihrer Immobilie etwas investieren möchten, gegen Vorschriften zum Milieuschutz verstoßen könnten. In manchen Stadtbezirken ist es beispielsweise untersagt, ein zweites WC oder Waschbecken einzubauen.

Das gilt in Berlin Pankow als Luxus

Zusammenlegung

Die wichtigste Vorschrift ist das Verbot zur Zusammenlegung von Wohnungen. Damit soll verhindert werden, dass sich die soziale Mieterstruktur in Pankow stark verändert.

Quelle: Bezirksamt Berlin-Pankow

Zweites Bad

In Pankow gibt es einige Baumaßnahmen für Wohnungen die verboten sind. Sie gelten als Luxus sind also nicht notwendig aber Mietpreis erhöhend. Ein zweites Bad zählt auch als Luxusausbau und ist verboten. Eine Ausnahme stellen Wohnungen mit vier oder mehr Räumen da. Über sie wird im Einzelfall entschieden.

Fußbodenheizung

Der Einbau einer Fußbodenheizung fällt auch unter das Verbot. Sie gehört nicht zu einer notwendigen Einrichtung.

Zweiter Balkon

Im Berliner Stadtteil Pankow ist der Bau eines zweiten Balkons verboten. Die Maßnahme fällt unter das Verbot zur „Luxussanierung.“

In Berlin gibt es jetzt das große Rätselraten. Ist ein Hängeklo in meinem Bezirk erlaubt? Darf ich einen Kamin einbauen? Wo kann ich erfahren, ob ich eine Einbauküche installieren darf?

Dabei haben beispielsweise die Bezirksstadträte von Pankow, die ein Gäste-WC oder eine zweite Dusche als „Luxussanierung“ einstufen und damit als vorschriftswidrig erklären, eigentlich nichts gegen ein wenig Luxus in der privaten Nasszelle. Der Grund ist, dass sie mit ihren Vorschriften den Vermietern verbieten möchten, Bauvorhaben als Vorwand für überdurchschnittliche Mietsteigerungen zu verwenden.

Das gilt in Tempelhof-Schöneberg als Luxus

Einbau Zweites Bad

In Tempelhof-Schöneberg ist der Einbau von Zweitbädern oder Gäste-Bädern untersagt. Eine Ausnahme stellen Wohnungen dar, die mehr als vier Aufenthaltsräume darstellen.
Quelle: Bezirksamt Tempelhof

Zusammenlegung Wohnung

Grundrissveränderungen wie die Zusammenlegung von zwei kleineren Wohnungen ist in dem Bezirk untersagt. Dieses Verbot existiert auch in Pankow.

Küche

Als eine „besonders hochwertige Ausstattung“ gilt in Tempelhof-Schöneberg auch die Einbauküche. Deshalb ist sie verboten. Die gleiche Vorschrift gibt es auch in Friedrichshain-Kreuzberg.

Gegensprechanlage

Eine Gegensprechanlage ist nicht verboten. Sollte diese jedoch eine Videobildübertragung aufweisen, ist sie untersagt.

Der beliebte Stadtteil Pankow, zu dem auch der Prenzlauer Berg gehört, verbietet deshalb beispielsweise den Einbau einer Fußbodenheizung oder eines zweiten Balkons. In Friedrichshain-Kreuzberg ist sogar eine Einbauküche verboten. Die Vorschrift zur Luxussanierung ist Teil des sogenannten „Milieuschutzes.“ Dieser „Milieuschutz“ macht Vorgaben, die der Erhaltung von sozialökonomischen Strukturen in Stadtbezirken gelten.

„Mit Milieuschutz haben wir in Berlin-Pankow 2001 angefangen, die Vorläufer gab es seit 1997. Heute heißt es soziales Erhaltungsrecht“, erklärt Jens-Holger Kirchner von der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Kirchner ist Bezirksstadtrat und Leiter der Stadtentwicklung in Pankow.

Kommentare (9)

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Frau Frauke Müller

28.01.2015, 14:21 Uhr

So ist das halt, wenn Rot-Grün regiert:

Da weiß der Staat besser als ich selbst in welches Porzellan ich meinen Haufen setzen sollte....

Frau Frauke Müller

28.01.2015, 14:22 Uhr

Es ist sehr, sehr lange her, dass die Grünen eine Partei der Freiheit waren. Vor knapp 30 Jahren fand ich die mal cool - wie konnte ich nur so naiv sein ;-8

Herr Phillip Schneider

28.01.2015, 14:45 Uhr

Diktaktur lässt grüßen

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