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13.11.2015

10:17 Uhr

Immobilien in den USA

New York im Schatten der Luxus-Türme

Der New Yorker Immobilien-Wahnsinn nimmt kein Ende. In Manhattan schießen die Nobel-Wolkenkratzer weiter aus dem Boden - und die Mieten und Kaufpreise durch die Decke. Doch der Widerstand gegen den Ultra-Luxus nimmt zu.

Milliardäre zahlen gut für ein Penthouse direkt am New Yorker Central Park. Die Bürger fühlen sich belästigt: Liegewiesen würden zunehmend Schattenwiesen.

Beste Lage am Grünen

Milliardäre zahlen gut für ein Penthouse direkt am New Yorker Central Park. Die Bürger fühlen sich belästigt: Liegewiesen würden zunehmend Schattenwiesen.

New YorkBlauer Himmel und strahlender Sonnenschein über Manhattan, doch am Columbus Circle vor dem Central Park sieht man Regenschirme, soweit das Auge reicht. Anwohner protestieren gegen die vielen Wolkenkratzer von Superreichen in ihrem Viertel. Sie fühlen sich erdrückt von den Luxus-Gebäuden, die in der „Billionaires' Row“ genannten 57. Straße aus dem Boden schießen. „Milliardäre sollten nicht in der Lage sein, den Himmel zu kaufen“, sagt Stadtrat Ben Kallos, der sich der Initiative angeschlossen hat.

Mit den schwarzen Schirmen wollen die Demonstranten zeigen, dass die Protzbauten den Rest der Bevölkerung in den Schatten drängen - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. „Die Geste symbolisiert die gut 300 Meter langen Schatten, die diese Mega-Türme auf unseren geliebten Central Park und die öffentlichen Plätze New Yorks werfen werden“, erklärt das Bündnis „Stand Against the Shadows“, das hinter der Protestaktion vom vergangenen Sonntag steht.

In einem öffentlichen Brief rufen die Aktivisten New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio auf, die Übernahme der Skyline Manhattans zu stoppen: „Tun Sie, was richtig und längst überfällig ist, und verhängen Sie ein Moratorium für den künftigen Bau von Gebäuden, die mehr als 90 Meter hoch sind, bis gründliche Studien zu den Folgen für Umwelt und Infrastruktur durchgeführt wurden und die Öffentlichkeit sich einbringen konnte.“

Stein des Anstoßes ist vor allem der Wolkenkratzer One57 mit 360-Grad-Panoramablick auf den Central Park und die Flüsse Hudson und East River. Im Januar wurde ein Penthouse im 89. und 90. Stock des Gebäudes der 157 West 57th Street für über 100,5 Millionen Dollar verkauft. Erstmals wurde in New York die 100-Millionen-Dollar-Marke geknackt. Seitdem ist die Immobilie Symbol für den umstrittenen Trend zum „Ultra-Luxus“ in der Ostküsten-Metropole.

Doch für viele Beobachter grenzt der Boom an Exzess. New York, immer schon eine beliebte Spielwiese von Spekulanten, Projektentwicklern, Immobilien-Mogulen und Maklern, ist bei der internationalen Geld-Elite begehrt wie selten zuvor. Superreiche aus der ganzen Welt - egal ob Chinas neue Milliardäre oder Russlands alte Oligarchen - reißen sich um ihr Stück vom Big Apple. Luxus-Immobilien wie One Riverside Park, One57 oder Hudson Yards sollen die Stadt noch schicker und prachtvoller machen.

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