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11.09.2011

13:34 Uhr

Immobilien in Schweden

Wie Euro-Skeptiker günstig an ihr Ferienhaus kommen

VonSandra Middendorf

Das Ferienhäuschen in Schweden ist günstig zu haben und eröffnet noch dazu einen Fluchtweg aus dem Euro. Was hübsche Objekte im Norden kosten - und welche Steuern fällig werden.

Oft aus Holz: Ferienhäuser in Schweden. picture-alliance

Oft aus Holz: Ferienhäuser in Schweden.

StockholmDas ist die perfekte Idylle: Dunkelrote Holzhäuser vor blauem Wasser, verwunschene Sandwege und eine Stille, die nur das Zirpen der Grillen und ein leises Plätschern der Wellen unterbricht. Die Schäreninsel Sandhamn, 50 Kilometer nördlich von Stockholm, bestätigt jedes Schweden-Klischee – und erklärt, warum viele Deutsche regelmäßig ihren Sommerurlaub in dem dünn besiedelten Land verbringen.

Seitdem das skandinavische Land im Jahr 2000 – fünf Jahre nach seinem EU-Beitritt – auch Ausländern den Immobilienerwerb ermöglicht hat, entschieden sich auch viele Deutsche, eines der insgesamt knapp 565000 Ferienhäuschen zu kaufen, die im ganzen Land feilgeboten werden. Für 2010 weist das staatliche Statistikamt 10.000 Schwedenhäuser mit deutschen Eigentümern aus. Damit belegen sie Platz zwei knapp hinter den Dänen.

Und die Nachfrage wächst weiter. Denn ein Urlaubsdomizil im Musterland der Demokratie ist vergleichsweise günstig zu haben – und hat zudem den besonderen Charme, die Ersparnisse vor den Folgen der Euro-Krise zu schützen. Denn gezahlt wird in Schweden bekanntlich nach wie vor in schwedischen Kronen. Und das wird wohl auch nach der für 2013 geplanten Abstimmung zur Euro-Einführung so bleiben.

Was Käufer von Ferienhäusern wissen sollten

Checkliste – Immobilienerwerb im Ausland

Sollte der Hauskauf in Deutschland bereits gut geplant sein, kommen beim Immobilienerwerb im Ausland noch landesübliche Regelungen und Usancen hinzu. Folgende Checkliste hilft, Fehler beim Erwerb einer Auslandsimmobilie zu vermeiden.

Aufenthaltserlaubnis geklärt?

Die Bestimmungen der EU erlauben Europäer grundsätzlich sich in jedem Mitgliedsland niederlassen. In vielen Ländern außerhalb der EU wird dagegen oft auch eine Aufenthaltserlaubnis benötigt. Geklärt sein sollte, deshalb, ob eine Aufenthaltserlaubnis erforderlich ist, diese zeitlich begrenzt ist und bis wann alle Unterlagen dazu vorliegen.

Quellen: meineimmobilie.de, Deutsche Schutzvereinigung Auslandsimmobilien

Gesetzliche Regelungen bekannt?

Vor dem Kauf sollten sich Interessent mit den wichtigsten landestypischen Regelungen zum Erwerb und die Vermietung der Immobilie betreffenden Land vertraut. Es sollte klar sein, wie der Kauf geregelt wird – also ob eine notarielle Beurkundung notwendig ist. Zudem sollte im Vorfeld geklärt sein, welche Steuern durch den Kauf anfallen und wie die Steuererhebung durchgeführt wird. Dies betrifft in Regel die Grundsteuer (ggf. Wohnsteuer) und die Einkommensteuer, sowie unter Umständen auch die Erbschaftsteuer. Zu klären ist, ob der Interessent oder die Immobilie eventuell Nutzungs-, Erwerbs- oder Vermietungsbeschränkungen unterliegt.

Wie soll die Immobilie gesucht werden?

Je nach Art der Immobiliensuche fallen unterschiedlich Kosten oder Aufwendungen an. Ob das Ferienhaus in eigener Regie, über einen Makle oder über sonstige Vermittler oder Portale gesucht wird, sollte daher im Vorfeld überlegt werden.

Wichtige Unterlagen eingesehen?

Vor dem Kauf sollten auf jeden Fall die Eigentumsverhältnisse sowie die mit dem Kauf verbundenen Rechte und Pflichten der Immobilie geklärt sein. Dies lässt sich durch die Einsicht in das Baulastenverzeichnis, dem Grundbuch/Register oder bei Neubauten über den Bebauungsplan/Flächennutzungsplan weitgehend klären. In bestimmten Regionen empfiehlt sich vor dem Bau oder Kauf zu überprüfen, ob das Gebäude in Übereinstimmung der regionalen Gesetze (wurden beim Bau bestehende Gesetze – wie in Spanien das Küstengesetz, LRAU errichtete wurde oder gebaut wird. Eventuelle vorhandene Versicherungsunterlagen können Auskunft über zusätzliche Kosten und Risiken geben.

Liegen beglaubigte Übersetzungen vor?

Falls der Interessent nicht über ausreichende Sprachkenntnisse verfügt, sollte er alle wichtigen Unterlagen auch in beglaubigten Übersetzungen vorliegen haben.

Wie hoch sind die ortsüblichen Preise?

Der Interessent sollte sich über die Preise in der Erwerbsregion informieren. Dazu bietet es sich an, örtliche Makler zu befragen, Aushänge zu studieren, das Internet nach vergleichbaren Objekten zu durchforsten. Aufgrund dieser Informationen sollte man sich beim Kauf ein Preislimit setzen, um ein Objekt nicht zu überteuerten Preis zu erwerben.

Alle Kaufnebenkosten berücksichtigt?

Der Interessent muss die Kaufnebenkosten ermitteln, die auf den Kaufpreis der Auslandsimmobilie noch aufgeschlagen werden müssen. Dazu sollte er sich die Berechnungen vorlegen lassen.

Eigenkapital ausreichend?

Was kann der Interessent in die Finanzierung einbringen, um den meist geforderten Eigenkapitalanteil von 40 bis 50 Prozent zu erreichen? Dazu bietet sich an, alle einbeziehbaren Vermögenswerte wie die eigene lastenfreie Immobilie oder Grundstück, das Wertpapierdepot, Bausparverträge oder auch Edelmetalle zu berücksichtigen. Auch ein Verwandtendarlehen oder eine Schenkung oder der Einsatz einer kapitalbildende Lebensversicherung sollte erwogen werden.

Finanzierung geklärt?

Der nächste wichtige Punkt ist die Klärung der Finanzierung. In der Regel reicht das vorhandene Eigenkapital zum Erwerb nicht aus. In diesem Fall sollten deutsche Finanzinstitute oder Geldinstitute vor Ort kontaktiert werden. Ansprechpartner oder Informationen finden sich bei der Hausbank, Bausparkassen, Finanzvermittler oder Internetfinanzierer.

Versicherungsschutz ausreichend?

Der Interessent sollte sich schon frühzeitig um einen ausreichenden Versicherungsschutz seiner Immobilie kümmern und sich über notwendige Pflichtversicherungen informieren. In der Regel betrifft dies Wohngebäudeversicherung, die Hausrat- oder Glasversicherung bei Wintergärten.

Günstige Preise finden Käufer vor allem in den südlichen Provinzen, jener Region des Landes, in der sich die Deutschen wegen der Nähe zum Heimatland ohnehin am liebsten nach einem Urlaubsdomizil umsehen. „Hier liegen die Immobilienpreise deutlich unter denen rund um Stockholm“, sagt Christer Stjernfeldt, der sich mit der Maklerfirma Smålands Fastighetsbyrå seit 1993 auf die Vermarktung von Immobilien an Deutsche und Dänen spezialisiert hat.

So wechselte dem statistischen Amt Schwedens zufolge 2010 ein Ferienhaus in Småland für durchschnittlich 1,1 Millionen Kronen (120.000 Euro) den Besitzer, in Stockholm und Umgebung, wozu auch die Schären gehören, bezahlen Käufer das Doppelte.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

11.09.2011, 14:25 Uhr

Ich würde mir eher ein Haus in einer klimatisch gemäßigten Zone suchen, denn wenn russisches Gas oder Öl knapp wird, hat man in Schweden auch nichts mehr zu lachen.
Die Winter können dann endlos lange sein.
Besser ist ein Land in dem ...
1. reichlich Wasser zur Verfügung steht
2. das ganze Jahr keine Heizung benötigt wird
3. genug Platz vorhanden ist, um anderen Homo Sapiens aus dem Weg gehen zu können

Ich habe mich kürzlich aus genau diesen Gründen für Costa Rica entschieden.

heinrich

11.09.2011, 18:28 Uhr

Ich würde Costa Rica auch bevorzugen, gehört es doch NICHT zur EU, was aus meiner Sicht wichtig ist. Nachteilig ist allerdings die weite (und auch komplizierte ?) Anreise.

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