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11.04.2016

16:48 Uhr

Immobilien-Index

Zeit zu kaufen

VonReiner Reichel

Wer die richtige Wohnung vor Augen hat, sollte jetzt kaufen, lautet der Expertenrat. Denn die Preise steigen unvermindert weiter, während die Zinsen niedrig bleiben. Das birgt allerdings die Gefahr der Überschuldung.

Mangelware Wohnraum

Hier ist es besonders schwer: Eine Millionen Wohnungen zu wenig bis 2030

Mangelware Wohnraum: Hier ist es besonders schwer: Eine Millionen Wohnungen zu wenig bis 2030

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DüsseldorfDie Stimmung auf dem deutschen Wohnungsmarkt ist nahezu unverändert sehr gut. Das zeigt einmal mehr der Deutsche Hypo-Index Wohnen. Aktuell beträgt der Indexwert 158,5 Punkte, zwar etwas weniger als in den Vormonaten, was aus Sicht von Andreas Schulten, Vorstand des Marktforschungsinstituts Bulwiengesa, zeigt, „dass die befragten Experten nervös sind – aber immer noch sehr zuversichtlich“.

Der Klima-Index, der auf der Befragung von mehr als 1000 Branchenteilnehmern basiert, dient Profi-Investoren zur Orientierung, was Privatanleger nicht hindern muss, Schlüsse daraus zu ziehen. Experte Schulte rät potenziellen privaten Haus- und Wohnungskäufern: „Wer das richtige Angebot findet, kann auch als Privatanleger im aktuellen hochpreisigen Umfeld immer noch investieren. Nur sollte man sich im langfristigen Finanzierungsplan etwas Luft lassen und nicht zu knapp kalkulieren.“

Wo Kaufen besser ist als Mieten

Auswahl

Die Postbank hat in mehreren Städten untersucht, wie sich Immobilien-Kaufpreise zu den Mieten verhalten, und damit festgestellt, wo Kaufen besser ist als Mieten – oder andersherum.

Das Institut hat dazu die 30 größten Städte Deutschlands sowie die größten Städte der Bundesländer in die Studie aufgenommen – sofern letztere nicht ohnehin zu den 30 größten gehörten. Außerdem wurde ein regionaler Schwerpunkt auf Nordrhein-Westfalen gelegt: 13 Städte, davon sechs aus dem Ruhrgebiet, wurden unter die Lupe genommen. Insgesamt kommt die Studie auf 36 Städte.

Methodik

Die Postbank hat die Miet- und Kaufpreise von Immobilien in diesen 36 Städten miteinander verglichen. Im deutschlandweiten Durchschnitt bedeuten Mietkosten von einem Euro pro Quadratmeter einen Kaufpreis von 313 Euro für die gleiche Fläche. Wenn der Kaufpreis über diesem Durchschnitts-Wert liegt, lohnt sich das Mieten, wenn er darunter liegt, lohnt sich der Erwerb. Gibt es keinen signifikanten Unterschied, macht die Entscheidung – preislich gesehen – keinen Unterschied.

Mieten statt Kaufen

In diesen Städten ist es im deutschlandweiten Vergleich eher günstiger, eine Immobilie zu mieten als zu kaufen:

Potsdam

Chemnitz

München

Dortmund

Gelsenkirchen

Duisburg

Kaufen statt Mieten

In diesen Städten lohnt sich der Kauf einer Immobilie, da die Mieten verhältnismäßig teuer sind:

Rostock

Erfurt

Braunschweig

Hannover

Bremen

Frankfurt am Main

Mainz

Münster

Essen

Kaum ein Unterschied

In den meisten Städten hat die Postbank gibt es jedoch kaum eine Preisunterschied. Ob man hier mietet oder kauft, ist fast egal:

Dresden

Berlin

Leipzig

Halle/saale

Nürnberg

Augsburg

Kiel

Hamburg

Stuttgart

Karlsruhe

Mannheim

Wiesbaden

Bochum

Wuppertal

Köln

Bonn

Düsseldorf

Mönchengladbach

Aachen

Saarbrücken

Die Preise steigen unentwegt. Laut IMX Immobilienindex des Vermittlungsportals Immobilienscout24 stiegen die Hauspreise zwischen März 2016 und dem gleichen Vorjahresmonat um 8,2 Prozent. Noch radikaler gingen die Preise für Wohnungen nach oben, wenn es sich um Neubauten handelte um 11,9 Prozent, bei Bestandswohnungen um 17,2 Prozent. „Treiber der Entwicklung sind die großen Metropolen“, beobachtet Jan Hebecker, Leiter Märkte und Daten bei Immobilienscout24.

Die Bundesbank fürchtet, dass die Deutschen sich mit billigem Geld in Immobilienabenteuer stürzen und fürchtet eine Blase. Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret sagte in einem Interview mit „Spiegel Online“, er habe angesichts des 2015 um 3,5 Prozent auf das Rekordvolumen von 1,23 Billionen gestiegenen Kreditvolumens der Banken „heute mehr Bedenken als in den vergangenen Jahren“.

Dombret erntet prompt Widerspruch: „Der Verweis auf einen Anstieg um 3,5 Prozent erscheint geradezu absurd. Angesichts der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank ist das noch lange kein Anzeichen einer lockeren Kreditvergabepraxis. Eine Zunahme um 35 Prozent wäre da vielleicht ein Krisenzeichen“, meint Jürgen Michael Schick, Präsident des Maklerverbandes IVD.

Auf niedrige Zinsen können Haus- und Wohnungskäufer zumindest vorläufig weiter setzen: „Die aktuelle Gemengelage hält die Renditen für Bundesanleihen niedrig, an denen sich die Baugeldentwicklung orientiert. Die Konditionen für zehnjährige Immobilienfinanzierungen bewegen sich seit dem historischen Zinsschritt der EZB nahezu unverändert bei unter 1,5 Prozent“, beobachtet Michiel Goris, Vorstandschef des Baugeldvermittlers Interhyp.

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