Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.01.2010

10:03 Uhr

Immobilien-Investment

Geheimtipp Oldenburg

VonAnette Kiefer

Oldenburg wächst - und das in jeglicher Hinsicht: Die Einwohnerzahl steigt seit Jahren kontunierlich an und auch die Zahl der Gewerbebetriebe hat in zehn Jahren um ein Viertel zugelegt. Vor allem die Universität und das junge Publikum machen die Stadt attraktiv für Investoren.

Die Universität Oldenburg ist ein wichtiger Standortvorteil. Pressebild

Die Universität Oldenburg ist ein wichtiger Standortvorteil.

OLDENBURG. Die Übermorgenstadt. Diesen Titel hat sich Oldenburg verliehen, weil die Stadt im hohen Norden mit ihren Wissenschaftsbetrieben "Antworten auf die brennenden Fragen der Zukunft" liefern will. Der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft hat die Universitätsstadt Oldenburg als "Stadt der Wissenschaft 2009" ausgezeichnet, und Oberbürgermeister Gerd Schwandner lobt "die lebendige Wissenschaftsszene, die Stadt voller kreativer und kluger Köpfe."

Umfragen bestätigen den lebendigen Puls der Stadt: Die Oldenburger wohnen gerne hier, die Stadt gilt als eine der lebenswertesten in Deutschland. Die Einwohnerzahlen steigen seit Jahrzehnten. Das wirkt sich auch auf den Wohnimmobilienmarkt aus: "Die Mieten für Altbauwohnungen sind kontinuierlich gestiegen", ermittelte Immobilienberater Feri. Vor allem große Wohnung in zentralen Lagen seien gefragt.

Der Immobiliendienstleister Gewoba setzt auf den Trend. Er vervierfachte im September sein Engagement auf dem Oldenburger Markt mit dem Kauf von knapp 11 000 Einheiten: "Oldenburg wächst, und die Stadt besitzt ein hohes Pro-Kopf-Einkommen, weil es relativ viele Verwaltungsjobs gibt", sagt der Gewoba-Vorsitzende Volker Riebel. In den kommenden Jahren will die Gewoba deshalb weiter in der Region investieren und vor allem kleinere Wohnungen für die studentische und akademische Zielgruppe aufkaufen. Eine lukrative Strategie, wie auch eine Studie von CB Richard Ellis zeigt. Demnach bieten kleinere westdeutsche Universitätsstädte bei den Wohnimmobilien das beste Verhältnis von Kaufpreis zu Mietertrag. Nach einer Untersuchung des Marktforschers Empirica werden in rund der Hälfte aller westdeutschen Regionen die Einwohnerzahlen sinken. Oldenburg dagegen kann auf eine Bevölkerungssteigerung von knapp acht Prozent hoffen und wäre damit deutscher Spitzenreiter.

Bei Unternehmern gilt die Stadt nahe der Nordsee ebenfalls als attraktiver Standort. In einem großen Ranking des Magazins "Wirtschaftswoche" kürten die befragten Manager Oldenburg zur wirtschaftsfreundlichsten Stadt Deutschlands. Die Firma Exxon Mobil betreibt im Landkreis eine der weltgrößten und umweltfreundlichsten Erdgasaufbereitungsanlagen; auch der Geschenkartikelvertrieb Nanu Nana sowie der Fotoriese Cewe Color, der Abzüge und Fotobücher herstellt, zählen zu den großen Oldenburger Arbeitgebern. Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der Gewerbebetriebe um fast ein Viertel gewachsen, ermittelt das Marktforschungsunternehmen Bulwien Gesa. Vor allem Logistik- und Dienstleistungsunternehmen haben sich angesiedelt..

Zusammen mit dem starken Verwaltungs- und Dienstleistungssektor sorgt das für einen gesunden Büroimmobilienmarkt. Der Leerstand liegt seit Jahren im niedrigen einstelligen Bereich und damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Der Trend hält an: "Der Anteil des Dienstleistungssektors an der regionalen Produktion wird in den kommenden Jahren weiter steigen", erwartet Feri.

In den vergangenen zehn Jahren haben auch die Geschäftsflächen in bester Citylage fast 20 Prozent an Wert gewonnen, während die Preise bundesweit um rund eineinhalb Prozent sanken. Mit der Eröffnung des neuen Shoppingcenters "Schlosshöfe" kommen 2011 noch einmal 12 500 qm Einzelhandelsfläche hinzu. Experten erwarten, dass die Stadt den Zuwachs gut verkraftet: "Wir erwarten auch für das kommende Jahr stabile Ladenmieten", sagt Sebastian Kohlhoff vom Gewerbeiimmobiliendienstleister Jones Lang Lasalle.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Ein Oldenburger

24.01.2010, 13:04 Uhr

Da ich selbst grad eine ETW zum Kauf suche: Der Grund für das Wachstum Oldenburgs liegt in der Landflucht aus Ostfriesland und umliegenden Landkreisen. Wie lange das noch anhält, ist durchaus fraglich.
in OL sind viele immobilien zuletzt in den 70er/80er-Jahren saniert worden, da die Nachfrage das Angebot übersteigt. Der Käufer darf insbesondere bei Altbauten als erstes viel Geld für die Wärmedämmung in die Hand nehmen.
Die guten citynahen Neubau-MFH sind momentan weitgehend ausverkauft und bei den verbleibenden Angeboten ist jeder gut beraten, einmal auf der Karte nachzuschauen ob dort nicht eine bahnlinie oder die Autobahn entlangläuft.

Noch ein Oldenburger

19.03.2010, 23:29 Uhr

Das war ein guter Artikel....ich lebe auch sehr gerne in Oldenburg! Für mich die schöneste Stadt in Deutschland...sehr lebenswert!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×