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02.09.2015

10:37 Uhr

Immobilien

Mehr Platz fürs Wohnen

VonJens Hagen

Die Deutschen benötigen immer größere Wohnflächen. Am meisten Platz in ihren Häusern haben Senioren. In den begehrten Metropolen entstehen dagegen Mini-Wohnungen. Wieviel Platz braucht es zum Leben?

Die durchschnittliche Quadratmeter-Zahl pro Bewohner wächst in Deutschland – wird bald eine Obergrenze erreicht? dpa

Wohnungsbesichtigung

Die durchschnittliche Quadratmeter-Zahl pro Bewohner wächst in Deutschland – wird bald eine Obergrenze erreicht?

Die Deutschen mögen es bei Immobilien großzügig. Und der Wunsch nach mehr Platz in den eigenen vier Wänden wird nach einer Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) auch in Zukunft steigen. Im Jahr 1991 lebte nach den Berechnungen der Immobilienexperten jeder Einwohner im Schnitt auf 36,1 Quadratmetern. 2013 betrug die Wohnfläche pro Kopf schon 46,2 Quadratmeter. Dieser Trend setzt sich laut IW-Berechnungen fort. In 15 Jahren wird der Durchschnittsdeutsche auf 51,5 Quadratmetern residieren.

Der höhere Flächenbedarf hat mehrere Ursachen. Steigende Einkommen sorgen für Begehrlichkeiten bei der Wohnung, ebenso treibt der Trend zu Single-Haushalten die Fläche pro Kopf nach oben. Vor allem gut ausgebildete Mieter und Eigentümer prassen mit Quadratmetern: „Die zunehmende Akademisierung bewirkt, dass mehr Paare und Familien in ,living apart together‘-Beziehungen leben“, erklären die Studienautoren. Im Job sei Mobilität gefragt, viele Arbeitnehmer leben deshalb häufig in mehreren Haushalten, etwa wenn sie eine Zweitwohnung in der Nähe des Arbeitsplatzes mieten.

Individueller Wohnflächenkonsum in Deutschland

1984

Deutschland (West): 35,7 Quadratmeter

1991

Alte Bundesländer: 38,3 Quadratmeter

Neue Bundesländer: 28,6 Quadratmeter

Deutschland: 36,1 Quadratmeter

1999

Alte Bundesländer: 42 Quadratmeter

Neue Bundesländer: 35,8 Quadratmeter

Deutschland: 40,1 Quadratmeter

2004

Alte Bundesländer: 43,6 Quadratmeter

Neue Bundesländer: 37,8 Quadratmeter

Deutschland: 42,4 Quadratmeter

2009

Alte Bundesländer: 46,4 Quadratmeter

Neue Bundesländer: 39,7 Quadratmeter

Deutschland: 45,1 Quadratmeter

2013

Alte Bundesländer: 47,4 Quadratmeter

Neue Bundesländer: 41,5 Quadratmeter

Deutschland: 46,2 Quadratmeter

Der wichtigste Grund für das Leben auf mehr Fläche ist aber die Alterung der Gesellschaft. Die IW-Studie zeigt: Je höher das Lebensalter, desto größer ist der genutzte Wohnraum. 80-Jährige leben auf durchschnittlich 63,7 Quadratmetern, 19- bis 24-Jährige auf 35,5 Quadratmetern.

Mit dem Alter steigt meist das Einkommen, was größere Wohnflächen bezahlbar macht. Nach dem Auszug oder Tod von Familienmitgliedern bleiben Senioren in ihren großen Häusern und Wohnungen allein. Das Institut verweist auch auf den „Kohorteneffekt“: Von Generation zu Generation gewöhnen sich die Menschen an mehr Wohnfläche.

Auch wenn der Bedarf in Zukunft nicht mehr in dem Maße wie bisher steigen soll, wächst der Flächenkonsum in den nächsten 15 Jahren laut IW-Prognose um 0,6 Prozent jährlich. Bis 2030 steigt demnach die Pro-Kopf-Wohnfläche in Westdeutschland bis zum Jahr 2030 von 47,4 auf 52,4 Quadratmeter, in Ostdeutschland von 41,5 auf 46,7 Quadratmeter.

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