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11.01.2010

13:50 Uhr

Immobilien

Mehr Schutz vor Mietnomaden gefordert

Wenn sich ein Mietnomade in der Wohnung einnistet, kann das dem Vermieter zehntausende Euro kosten. Schon seit Jahren fordern Wohnungsbesitzer deshalb härtere Gesetze. Der Eigentümer-Verband Haus & Grund prescht jetzt mit Vorschlägen vor.

Dauerhafter Vertrag: Vermieter fürchten sich vor schwarzern Schafen. dpa

Dauerhafter Vertrag: Vermieter fürchten sich vor schwarzern Schafen.

HB BERLIN. So mag der Alptraum eines Immobilienbesitzerws aussehen: Der so seriös wirkende neue Mieter entpuppt sich als Hochstabler, zahlt keine Miete, ruiniert die Wohnung und ist selbst nach jahrelangen Prozessen nicht zu kündigen. Die Vermieter fühlen sich in solchen Situationen vom Gesetzgeber benachteiligt. Deshalb hat die Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund jetzt Vorschläge für härtere Gesetze gegen sogenannte Mietnomaden vorgelegt.

Der Verband forderte am Montag in Berlin, dass es Vermietern künftig möglich sein müsse, betrügerische Mieter schneller aus der Wohnung zu bekommen. Die Vorschläge umfassen unter anderem ein beschleunigtes Räumungsverfahren und die Möglichkeit, strittige Mietzahlungen bei Gericht zu hinterlegen. Als Mietnomaden werden Menschen bezeichnet, die in betrügerischer Absicht Wohnungen mieten, ohne je dafür bezahlen zu wollen. Haus & Grund schätzt deren Zahl bundesweit auf rund 15 000.

"Wir wollen nicht den Mietern zeigen, wo der Hammer hängt, sondern gegen Betrüger vorgehen", sagte der Generalsekretär des Verbandes, Andreas Stücke, der Nachrichtenagentur DAPD. Den Vermietern entstehe pro Mietnomade ein Schaden von durchschnittlich 25 000 Euro. Einige Vermieter seien bereits wegen ausbleibender Zahlungen ruiniert worden. Den jährlichen Gesamtschaden schätzte Stücke auf etwa 400 Millionen Euro.

Haus & Grund schlug vor, eine Möglichkeit zur Hinterlegung der Miete zu schaffen, um den Vermieter vor hohen Ausfällen zu schützen. Per einstweiliger Verfügung sollen Vermieter nach Wunsch des Verbandes künftig eine Hinterlegung beim zuständigen Amtsgericht fordern können. Das Gericht solle dann entscheiden, ob dies notwendig ist, um den Vermieter zu schützen.

Kommt der Mieter der Anordnung zur Hinterlegung innerhalb eines Monats nicht nach, sollen Vermieter nach den Vorschlägen des Verbandes eine sofortige Räumung der Wohnung in die Wege leiten dürfen. In diesem Fall solle es, anders als bisher, keine Schonfrist geben.

Bislang dauere es häufig zwei Jahre, bis ein Vermieter einen Mietnomaden wieder loswerde, erklärte Haus & Grund. Mit den Gesetzesänderungen solle diese Zeit halbiert werden. Mit den vorgeschlagenen Änderungen sei es möglich, die Fälle von Mietnomadentum sorgsam von denen zu trennen, in denen Mieter unverschuldet in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten, sagte Generalsekretär Stücke.

Kommentare (1)

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detektei-erding

16.08.2011, 12:26 Uhr

Ja, das ist in der Tat ein brisantes Thema! Aber auch auf Seiten der Vermieter werden oft eus Zeitgründen erhebliche Fehler gemacht. Hauptsache vermietet und mit der Einstellung legt man sich dann sehr schnell ein faules Ei in das schöne Nest. Etwas mehr Sorgfalt in der Auswahl seiner Mieter könnte schon den Einen oder Anderen Mietbetrüger erheblich abschrecken! Es gibt einige effektive Möglichkeiten die Spreu vom Weizen zu trennen!

Und in der Tat. Die derzeitige Gesetzeslage baut die Zielgruppe der Mietnomadesn und Mietbetrüger regelrecht auf!

torsten
detektei-erding.com

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