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25.02.2015

09:10 Uhr

Immobilien-Projekt

„Historische Chance“ im Rhein-Neckar-Gebiet

Der Abzug der Amerikaner hinterlässt in manchen Städten riesige Freiflächen. In Mannheim steht der Verkauf der bundesweit größten ehemaligen US-Wohnsiedlung an. Auf die Planer warten besondere Herausforderungen.

Leer stehende Wohnhäuser in Mannheim (Baden-Württemberg) auf dem ehemaligen US-Armeegelände „Benjamin Franklin Village“. Derzeit ist die Fläche von 114 Hektar noch eine Geisterstadt, soll aber ein buntes Viertel werden. dpa

Benjamin Franklin Village

Leer stehende Wohnhäuser in Mannheim (Baden-Württemberg) auf dem ehemaligen US-Armeegelände „Benjamin Franklin Village“. Derzeit ist die Fläche von 114 Hektar noch eine Geisterstadt, soll aber ein buntes Viertel werden.

MannheimVerwaiste Spielplätze, Häuserzeilen ohne Bewohner, leere Straßen und Basketballfelder: Nach dem Abzug der Amerikaner wirkt das ehemalige Armeegelände Benjamin Franklin Village in Mannheim wie eine Geisterstadt. Besucher brauchen viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass es an dieser Stelle in einigen Jahren ein buntes, quirliges Viertel geben soll. Wenn alles nach Plan läuft, werden dann 8000 Menschen hier ein neues Zuhause finden. Entstehen soll ein Mix aus neuem und saniertem Wohnraum, Gewerbe, Freizeitangeboten und Bildungseinrichtungen, durchzogen von Grün.

Vor den Planern liegt eine Mammutaufgabe. Das Areal, zusammen mit zwei benachbarten Flächen kurz Franklin genannt, misst 144 Hektar. Das ist ungefähr so groß wie die Mannheimer Innenstadt. Laut Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) ist es die größte ehemalige US-Wohnsiedlung Deutschlands.

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Die privaten Kapitalanleger stecken in der Zinsfalle. Investments in Mietshäuser taugen nur bedingt als Ausweg, denn auch hier machen sich die sinkenden Gewinne deutlich bemerkbar. Zudem treibt die Nachfrage die Preise.

Eine besondere Herausforderung wird die Gestaltung der Quartiermitte. „Ein solches Gelände braucht eine lebendige Mitte, sonst ist es eine tote Stadt“, sagt Mannheims Konversionsbeauftragter Konrad Hummel.

2014 räumten US-Soldaten auf Franklin das letzte Gebäude. Fast 60 Jahre lang lebten und arbeiteten hier bis zu 10 000 Menschen, vor allem Soldaten und ihre Familien. Sie brauchten ihre Stadt in der Stadt eigentlich nicht zu verlassen, hier hatten sie alles, was sie zum Leben benötigten: einen riesigen Supermarkt, Sportplätze, eine Kirche, Schulen, Kino, Kasino, Bowlingbahn und sogar ein Hotel.

Durch den US-Abzug werden im Südwesten nach und nach teils riesige Areale frei. Betroffen ist vor allem das Rhein-Neckar-Gebiet mit Flächen von gut 800 Hektar, besonders viele davon in Mannheim. Der Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes Baden-Württemberg, Udo Casper, sieht eine historische Chance.

Der Wohnraum sei in dem Gebiet knapp und teuer, die zusätzlichen Flächen könnten Entspannung bringen. „Unser Wunsch wäre, dass es eine stabile soziale Durchmischung der Bevölkerung gibt und nicht nur teure Wohnungen entstehen.“ Städte würden schließlich immer bunter - diese Vielfalt müsse auch in den neuen Quartieren zum Ausdruck kommen.

Die Planer versichern, dass ein buntes Viertel genau das ist, was sie möchten - mit ausreichend erschwinglichem Wohnraum. Im Herbst sollen auf Franklin die Bauarbeiten beginnen, nach der Vorstellung von Hummel ziehen schon Mitte 2016 die ersten Pioniere ein. Die Strukturen des Quartiers sollen in knapp zehn Jahren weitgehend stehen. „Wir werden die größte Baustelle der Stadt haben, dort zu wohnen ist anfangs nicht ganz ohne.“ Im Detail gebe es noch einige Schwierigkeiten, sagt Hummel bei einer Rundfahrt über das Gelände.

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