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16.07.2011

10:34 Uhr

Immobilien

Reiche Ausländer zieht es nach Berlin

VonChristian Hunziker , Katharina Slodczyk

In Berlin lassen sich inzwischen auch Luxuswohnungen gut verkaufen. Vor allem wohlhabende Ausländer beleben den Immobilienmarkt an der Spree. Preise von 10.000 Euro pro Quadratmeter schrecken sie nicht ab.

Berlin: In der Hauptstadt entstehen die neuen Luxuswohnungen "Yoo". Quelle: dpa

Berlin: In der Hauptstadt entstehen die neuen Luxuswohnungen "Yoo".

Berlin/LondonBritisches Understatement ist seine Sache nicht. Daher kommt John Hitchcox, Chef der Immobilienentwicklungsgesellschaft Yoo, gleich auf das Wesentliche zu sprechen: Mehr als ein Drittel der Wohnungen im aktuellen Berliner Bauvorhaben habe man bereits verkauft. "45 Prozent, um genau zu sein." Und weiter: "Das ist äußerst vorzeigbar angesichts der Tatsache, dass das Projekt erst in zwei Jahren vollendet sein wird."

Das Projekt, über das Hitchcox lang und ausführlich ins Schwärmen gerät, heißt Yoo Berlin und umfasst 86 luxuriöse Wohnungen im Bezirk Mitte, gleich neben der Spielstätte des Berliner Ensembles. Vor zwölf Jahren rief Hitchcox gemeinsam mit dem Stardesigner Philippe Starck die Marke Yoo ins Leben: Luxusgebäude, die nicht nur exklusive Wohnungen, sondern auch großzügige Gemeinschaftseinrichtungen bieten - etwa Schwimmbad, Sauna und Café. Es gehe darum, ein "Dorfgefühl" in der Stadt zu schaffen, beschreibt Hitchcox die Idee.

Die Käufer zahlen heute Preise, die vor Jahren als utopisch galten.

Realisiert wird das Berliner Vorhaben von der Peach Property Group aus Zürich. Die Schweizer sind auf den Bau hochwertiger Wohnungen spezialisiert - und entsprechend hoch sind die Preise im Yoo Berlin: Zwischen 375.000 und 2,9 Millionen Euro kosten die Wohnungen. Hinter vorgehaltener Hand ist von Preisen von mehr als 10.000 Euro pro Quadratmeter die Rede - Beträge, die vor wenigen Jahren in Berlin noch als völlig utopisch galten.

Doch das Blatt hat sich gewendet. "Wir beobachten eine verstärkte Nachfrage vor allem nach hochwertigem Wohnraum", sagt Thomas Zabel, Geschäftsführer des auf Luxuswohnungen spezialisierten Maklerbüros Berlin Capital Investments. "Gerade für finanzstarke ausländische Käufer ist es im Augenblick sehr lukrativ, in Berlin zu investieren." 70 Prozent von Zabels Kunden stammen aus dem Ausland - und ein Großteil davon nutzt ihre neue Berliner Wohnung nicht etwa als Hauptwohnsitz, sondern als "Second Residence".

Diese Einschätzung bestätigt der erfahrene Berliner Projektentwickler Klaus Groth. Seit etwa drei Jahren beobachtet er, dass vermögende Persönlichkeiten aus dem Ausland sich in Berlin einen Zweitwohnsitz zulegen. "Berlin steht weltweit im Fokus", begründet dies Groth. Zudem profitiere der Wohnungsmarkt davon, dass die unsichere wirtschaftliche Lage viele Menschen dazu bewege, ihr Geld in Sachwerten anzulegen.

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