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17.11.2012

10:17 Uhr

Immobilien

Schlechte Aussichten für Londons Supervilllen

Nach einer unglaublichen Rally stagnieren die Preise für Luxusobjekte in der britischen Metropole. Der Grund: Die Regierung möchte Käufer exklusiver Immobilien zur Kasse bitten.

Solche Nachrichten dürften nicht nur bei den Oligarchen Roman Abramowitch oder Boris Berezovsky einen kurzen Moment der Betrübnis auslösen. Im kommenden Jahr sind erstmals seit 2008 keine Wertsteigerungen bei Londoner Luxusimmobilien zu erwarten. Grund dafür sind Pläne der britischen Regierung, die Steuer auf Immobilientransaktionen ab 2 Millionen Pfund (2,5 Millionen Euro) zu erhöhen und weitere Abgaben einzuführen. Das dürfte zu Zurückhaltung bei potenziellen Käufern führen, schreibt Jones Lang LaSalle in einer aktuellen Studie.

Demnach werden die Preise in teuren Stadtvierteln wie Knightsbridge, Mayfair und Belgravia im kommenden Jahr stagnieren. Insgesamt seien in London Wertsteigerungen bei Immobilien von zwei Prozent zu erwarten, mehr als in jeder anderen Gegend Großbritanniens, schreibt der Immobilienmakler mit Sitz in Chicago.

“Viele potenzielle Käufer im Markt für Objekte ab zwei Millionen Pfund warten erst einmal ab, bis alle Beratungen abgeschlossen sind”, heißt es in dem Bericht im Hinblick auf die neuen Steuerpläne. Ab 2014 wird nach Einschätzung von Jones Lang die Bedeutung der Steuer wieder abnehmen. Dann komme es wieder stärker auf den weltweiten Vergleich der Städte untereinander. Die Akzeptanz der neuen Abgaben werde dann zunehmen, erwartet der Makler.

Premierminister David Cameron muss ein rekordhohes Haushaltsloch stopfen und zapft die Vermögen der Reichen an. So hat er die Steuer auf Immobilientransaktionen im Volumen von mehr als zwei Millionen Pfund von fünf auf sieben Prozent erhöht. Darüber hinaus wird eine jährliche Abgabe in Höhe von 140.000 Pfund (176.000 Euro) erwogen, wenn die Immobilie einen Wert von mehr als 20 Millionen Pfund hat und der Eigentümer eine Gesellschaft mit Sitz im Ausland ist.

Die Nachfrage von ausländischen Investoren, die nach einem sicheren Hafen für ihr Vermögen suchen, hat die Preise für Luxusimmobilien in London in die Höhe getrieben. In diesem Jahr werden sich Objekte in erstklassigen Wohnlagen mitten in London nach Schätzungen von Jones Lang um vier Prozent verteuern, nach einem Preisanstieg um 8,8 Prozent 2011. Die Bewertungen liegen inzwischen 16 Prozent über den letzten Höchstwerten vom März 2008 und sind von dem Tief im März 2009 nach der Finanzkrise um 52 Prozent geklettert, wie der Makler Knight Frank LLP angibt.

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

17.11.2012, 12:59 Uhr

Sieh an,sieh an,in England geht man an das Geld der Reichen!
Wie kommt man bloß im Land des ungezügelten Bankismus auf sowas?

Steuerzahler

17.11.2012, 15:20 Uhr

Tja dann werden diese ganzen Steuerhinterzieher und Schwarzgeldtransferierer - zb. einschlägige Griechen, Russen usw. - wohl doch noch über Umwege etwas Steuern zahlen dürfen. Leider nicht am Ort der Entstehung.

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