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24.01.2010

10:13 Uhr

Immobilien-Schnäppchen

Jetzt lockt London auch die Vorsichtigen

VonReiner Reichel

Der Preis für britisce Immobilien zieht an - und lockt auch zurückhaltende Investoren wieder auf den Markt. Investorengruppen wie Cordea Savills und Schroders legen nun wieder UK-Immobilienfonds für Altersversorger und Lebensversicherer auf. Bisher war das Risiko zu groß.

Auch die Vorsichtigen kommen zurück: London lockt wieder Immobilieninvestoren an. dpa

Auch die Vorsichtigen kommen zurück: London lockt wieder Immobilieninvestoren an.

DÜSSELDORF. Schnäppchenjäger haben im vergangenen Jahr die zunächst noch sehr hohen Renditen auf dem britischen Immobilienmarkt rasch nach unten gedrückt. Sie zahlten immer höhere Preise bei nahezu unveränderten Mieten. "Die Preise für erstklassige Immobilien werden in Großbritannien in der ersten Jahreshälfte noch steigen, weil weitere Investoren auf den Markt drängen. Allerdings wird der Preisanstieg nicht mehr so stark ausfallen wie in den vergangen sechs Monaten", ist George Tindley, Fondsmanager bei Cordea Savills, einer Tochter des internationalen Immobiliendienstleisters Savills, überzeugt.

Nun gehen in einer zweiten Welle nach der Krise Fonds auf den Markt, deren Geldgeber zugunsten sicherer Einnahmen auf überdurchschnittliche Renditen verzichten. Einer dieser Fonds ist der eine Mrd. Pfund schwere "UK Income & Growth" von Cordea Savills, der heute offiziell an den Start geht. Er wird das von Cordea Savills verwaltete Vermögen auf 3,5 Mrd. Pfund (rund 3,1 Mrd. Euro) heben. Der Fonds soll jährlich mehr als fünf Prozent ausschütten.

Die gleiche Investorengruppe wird der "UK Property Fund", den Schroder Property gegenwärtig vorbereitet, ansprechen. Schroder managt rund 7,5 Mrd. Pfund Immobilienvermögen. "Entscheidend für die Investition ist die Differenz zwischen der Anfangsrendite und dem risikolosen Zins", sagt Neil Turner, Chef des Immobilienfondsmanagements bei Schroders in Frankfurt. Die Mietrendite bei Ankauf werde in UK von 7,25 Prozent auf 6,5 Prozent nachgeben, während gleichzeitig die Rendite zehnjähriger britischer Staatsanleihen von aktuell rund vier auf bis zu fünf Prozent klettern werde, meint er. Obwohl eine zehnjährige britische Staatsanleihe kein vollkommen risikoloses Papier ist, dient sie als Vergleichsmaßstab für Investitionen in den britischen Immobilienmarkt.

Dass sie ihren Kunden durch den späten Neueinstieg in Großbritannien Aufwärtspotenzial vorenthalten haben, sehen weder Tindley noch Schroder-Kollege Turner. Vielmehr sei ihren Kunden, etwa Altersversorger, vor einem halben Jahr das Risiko eines UK-Investment noch zu hoch gewesen.

Beim Cordea-Fonds fällt die geplante geringe Verschuldung von 30 Prozent auf. "Unsere Gespräche mit potenziellen Investoren haben ergeben, dass sie Core-Immobilien mit deutlich weniger Schulden wollen." "Core"-Anlagen nennt die Immobilienbranche Gebäude an erstklassigen Standorten mit sehr guter Ausstattung, die langfristig an Mieter mit guter bis sehr guter Bonität vermietet sind.

Der geringe Fremdkapitalanteil im Cordea-Fonds bedeutet, dass die Investoren darauf verzichten, ihre Eigenkapitalrendite mit Hilfe nach wie vor niedriger Zinsen hochzuhebeln. Eher typisch für Fonds, die sich auf Versicherer und Altersversorger fokussieren, ist ein Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital von eins zu eins. Nach diesem Muster wird der Schroder-Fonds mit einem Gesamtvolumen von 600 Mio. Euro gestrickt. Auch er will das Risiko durch den Erwerb von Core-Objekten niedrig halten.

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