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30.01.2010

10:00 Uhr

Immobilien

Schweres Jahr für Projektentwickler

VonReiner Reichel

Die schlechte konjunkturelle Lage belastet den deutschen Immobilienmarkt. Viele Immobilien lassen sich nur noch schwer verkaufen. Deshalb fehlt das Geld für neue Bauvorhaben, denn auch die Banken knausern mit Krediten für neue Projekte. Der Markt wird in diesem Jahr voraussichtlich schrumpfen.

Der Kö-Bogen in der Düsseldorfer Altstadt gehört zu den Großprojekten der nächsten Jahre in Deutschland. Rund 520 Millionen Euro wird das Projekt bis zur Fertigstellung im Herbst 2013 kosten. Studio Daniel Libeskind/Archimation

Der Kö-Bogen in der Düsseldorfer Altstadt gehört zu den Großprojekten der nächsten Jahre in Deutschland. Rund 520 Millionen Euro wird das Projekt bis zur Fertigstellung im Herbst 2013 kosten.

FRANKFURT. Die Konjunktur und die Banken machen es Immobilienentwicklern derzeit schwer. "Der Markt für Projektentwicklungen wird schrumpfen", sagte Robert Bambach, Geschäftsführungsmitglied bei Hochtief Projektentwicklung, in dieser Woche auf der Immobilienkonferenz Cimmit in Frankfurt.

Die Mechanismen dahinter: Obwohl die Wirtschaft wieder wachsen dürfte, wird es 2010 noch schwerer sein als im vergangenen Jahr, Mieter zu finden. Je geringer aber die Vorvermietungen sind, desto schwerer ist es auch, ein Gebäude zu verkaufen. Das bedeutet, dass der Projektentwickler selbst kapitalstark sein muss, um die Kredite über die längere Vermarktungszeit hinweg bedienen zu können. Mit Krediten für neue Projekte knausern die Banken ohnehin.

Kredit gibt es erst nach Vorlage einer erfolgreichen Leistungsbilanz.

"Es sind sehr viele unerfahren Spieler am Markt gewesen, die mit billigem Geld gearbeitet haben", ergänzte Bambach in Frankfurt. Die Zeiten sprudelnder Kredite allerdings sind schon lange vorüber. In Frankfurt wurde deutlich: Die Banken wollen möglichst hohe Vorvermietungen vor der Vergabe der Fremdmittel sehen und sind kaum bereit, Beleihungsquoten von 70 Prozent zu überschreiten.

Die Banken achteten heute auch sehr genau auf die Erfahrung eines Developers, berichtete Wilhelm Wellner, beim Shoppingcenter-Spezialist ECE für die Investmententscheidungen verantwortlich. Vor der Krise sei der Track Record , die Leistungsbilanz des Entwicklers, irrelevant gewesen. Zudem seien in der Vergangenheit viele Entwickler auf Grund des Anlagedrucks der Investoren zum Zuge gekommen. In den Boomjahren 2005 bis 2007 strömte über unterschiedliche Investmentvehikel viel Geld nach Deutschland. Insider berichteten damals von Einkaufszentren, die vor der Eröffnung schon drei Mal den Besitzer gewechselt hatten. Heute werden kleinere Investitionsvolumina realisiert. Für Wellner sind dies Indizien dafür, dass die Zukunft den eigenkapitalstarken Entwicklern gehört.

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