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26.09.2015

13:32 Uhr

Immobilien

So wird das Gemeinschaftseigentum nicht zum Geldgrab

Wohnungen sind viel teurer als der reine Kaufpreis plus Makler und Notar. Hohe Kosten fallen im Haus auch außerhalb der eigenen vier Wände an. Das raten Experten Neueinsteigern in den Immobilienmarkt.

Wer eine Eigentumswohnung kauft, bekommt auch gleich Rechte und Pflichten am Gemeinschaftseigentum dazu. dpa

Wohnungskauf

Wer eine Eigentumswohnung kauft, bekommt auch gleich Rechte und Pflichten am Gemeinschaftseigentum dazu.

Alte Weisheit, immer noch gerne ignoriert: „An einer Wohnung gehört dem Eigentümer nur die Luft zwischen den Wänden. Die Wände sind schon Gemeinschaftseigentum.“ Das ist der eine Teil der Wahrheit, der andere lautet: Wohnungskäufer sind nicht nur für die eigene Bleibe, sondern für die gesamte Wohnanlage verantwortlich. Denn die zählt zum Gemeinschaftseigentum, an dem der Käufer anteilig zur Größe seines Eigentums zwingend beteiligt ist. Ob er will oder nicht.

Das übersehen vor allem Interessenten gerne, die zum ersten Mal in eine Eigentumswohnung investieren. Sie durchkämmen die potenzielle Wohnung auf die kleinste Unregelmäßigkeit, gerne auch um den Preis zu drücken. Aber außerhalb geht es dann schneller: Schauen, ob der Keller gefühlt trocken, der Dachboden dem Augenschein nach gut gedämmt und der Garten einigermaßen gepflegt ist – das reicht vielen. Und ist ein grober Fehler, warnt der Verband der Privaten Bauherren (VPB). „Käufer interessieren sich in der Regel nur für ihre künftige Wohneinheit. Aber das Gemeinschaftseigentum ist bautechnisch ungleich wichtiger und wird technisch nicht geprüft“, so Volker Lenz, Ingenieur des Frankfurter VPB-Büros.

Ein Blick in die lange Liste des Gemeinschaftseigentums: Dazu gehören zum Beispiel die Aufzüge, Sanitär- und Elektrotechnik, Brand- und Schallschutz, Heizung, Wärmedämmung, Keller, Tiefgarage, Müll, Fahrradkeller, Haustüren und Statik. Wann immer an einem Gewerk  auch Jahre nach dem Kauf der eigenen Wohnungen Kosten anfallen, muss die Eigentümergemeinschaft die bezahlen. Das so genannte Sondereigentum, für die nur der Käufer selbst zuständig ist, sind lediglich die Wohnung plus Keller- oder Bodenraum oder der Stellplatz fürs Auto.

Ärger beim Neubau

Wer sich in einen Neubau einkauft, hat zumindest theoretisch einen Vorteil. In den ersten  Jahren nach Erstellung gilt noch die Gewährleistung auf alle neu entdeckten Problemzonen eines Gebäudes. Das heißt, die beim Bau beauftragten Handwerker müssen nacharbeiten und für die Eigentümergemeinschaft fallen dadurch in der Regel keine Kosten an. Dafür müssen sich Neubau-Käufer durch die Kinderkrankheiten eines Hauses quälen und die kommen unausweichlich, trotz Bauabnahme. Setzrisse sind noch das Harmloseste.

Die Baumängel fallen umso heftiger aus, je liederlicher die Bauaufsicht und die Endabnahme ausgeführt wurden.

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