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17.04.2013

12:06 Uhr

Immobilien

Steigende Mieten heizen die Inflation an

Die deutschen Verbraucher freuen sich über stabile Preise: Die Inflationsrate ist derzeit so niedrig wie seit zwei Jahren nicht mehr. Doch im kommenden Jahr könnte es damit vorbei sein, meinen Ökonomen.

Wohnungsmieten steigen in bestehenden Mietverhältnissen aktuell um drei bis fünf Prozent im Jahr. dpa

Wohnungsmieten steigen in bestehenden Mietverhältnissen aktuell um drei bis fünf Prozent im Jahr.

BerlinAuch wenn die Inflationsrate mit 1,4 Prozent derzeit so niedrig wie seit über zwei Jahren nicht mehr ist, kann es im kommenden Jahr bereits damit vorbei sein. Dann dürften die mit dem Immobilienboom steigenden Mieten die Lebenshaltungskosten nach oben treiben.

"Der inzwischen deutliche Anstieg der Immobilienpreise wird vermehrt auf die Mieten durchschlagen", erwartet der Konjunkturexperte des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), Torsten Schmidt. Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel sieht das ganz ähnlich: "Der Immobilienboom währt nun schon einige Jahre. Das kommt nun mit Verzögerung bei den Mietpreisen an." Die Teuerungsrate dürfte deshalb im kommenden Jahr auf 2,0 Prozent klettern, erwartet das RWI. Die Europäische Zentralbank spricht nur bei Werten knapp unter dieser Marke von stabilen Preisen.

Mieten können die Inflationsrate stärker beeinflussen als andere Waren und Dienstleistungen. Der Grund: Sie machen etwa 21 Prozent des Warenkorbes aus, den das Statistische Bundesamt zur Berechnung der Inflationsrate heranzieht. Zum Vergleich: Der Anteil der Lebensmittel liegt mit 10,3 Prozent nicht einmal halb so hoch.

Prognose für Mieten bis 2015

Hamburg

Durchschnittspreis 2012: 10,4 Euro/qm
Preisentwicklung bis 2015: +10,5 Prozent

Quelle: Feri Eurorating Services AG

München

Durchschnittspreis 2012: 12,6 Euro/qm
Preisentwicklung bis 2015: +9,5 Prozent

Frankfurt am Main

Durchschnittspreis 2012: 11,5 Euro/qm
Preisentwicklung bis 2015: +9,3 Prozent

Dresden

Durchschnittspreis 2012: 6,1 Euro/qm
Preisentwicklung bis 2015: +8,3 Prozent

Berlin

Durchschnittspreis 2012: 7,5 Euro/qm
Preisentwicklung bis 2015: +8,2 Prozent

Freiburg

Durchschnittspreis 2012: 8,9 Euro/qm
Preisentwicklung bis 2015: +7,7 Prozent

Augsburg

Durchschnittspreis 2012: 7,2 Euro/qm
Preisentwicklung bis 2015: +7,5 Prozent

Bonn

Durchschnittspreis 2012: 9,4 Euro/qm
Preisentwicklung bis 2015: +7,2 Prozent

Bremen

Durchschnittspreis 2012: 7,2 Euro/qm
Preisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent

Düsseldorf

Durchschnittspreis 2012: 9,6 Euro/qm
Preisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent

Leipzig

Durchschnittspreis 2012: 5,7 Euro/qm
Preisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent

Köln

Durchschnittspreis 2012: 9,2 Euro/qm
Preisentwicklung bis 2015: +6,9 Prozent

Münster

Durchschnittspreis 2012: 8,7 Euro/qm
Preisentwicklung bis 2015: +6,7 Prozent

Chemnitz

Durchschnittspreis 2012: 4,9 Euro/qm
Preisentwicklung bis 2015: +5,4 Prozent

Bochum

Durchschnittspreis 2012: 6,3 Euro/qm
Preisentwicklung bis 2015: +4,5 Prozent

Allerdings können Immobilienbesitzer in Deutschland nicht nach Belieben an der Preisschraube drehen. Sie dürfen bei bestehenden Mietverhältnissen nur so viel draufschlagen, wie für Wohnraum in vergleichbarer Größe und Lage gezahlt wird - die ortsüblichen Vergleichsmieten sind im Mietspiegel zu finden. Deshalb dauert es eine Weile bis der Immobilienboom in den Mieten und damit auch in der Teuerungsrate sichtbar wird. "In diesem Jahr sehe ich noch wenig Druck", sagt UniCredit-Ökonom Alexander Koch. "Aber ab nächstem Jahr könnten die Wohnungsmieten allein 0,5 Prozentpunkte zur Inflationsrate beitragen."

Kommentare (9)

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Phil

17.04.2013, 12:24 Uhr

Nichts ist umsonst, auch das Wohnen ( Mieten) nicht.
Durch viele und neue Gebühren, Umlagen, Auflagen
macht der Staat das Wohnen einfach immer teurer.
Wollen wir das mitmachen oder ändern?
Afd wählen - mit Volksabstimmungen.
Nicht das - Wir- zählt, sondern deine Stimme.

Insider

17.04.2013, 12:37 Uhr

Oh-dann muss "Meister" Draghi die nächste Trickserrunde an den Tag legen,um die Zinsen nicht zu erhöhen,ansonsten wäre die Refinanzierung seiner "Südschiene" gefährdet.

waehlerung

17.04.2013, 13:04 Uhr

Stimmt ! es wird hier ständig daran gedreht, die Mieten immer höher drücken zu können ! gleichzeitig werden nun wieder hunderttausende herbeigelockt und in die Ballungsgebiete hineinverfrachtet ! Das ist Politik von vom Kapital gekauften HandlangerInnen !! Aber europa wird darüber zerbrechen !

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