Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.03.2016

17:05 Uhr

Immobilien-Studie

Kaufen, bevor es zu teuer wird

VonReiner Reichel

In welcher Stadt ist es günstiger zu mieten als zu kaufen? Wo sollte ein Käufer schnell zuschlagen, bevor die Preise wegrennen? Der „Wohnatlas 2016“ der Postbank beantwortet diese Frage für 36 Großstädte.

Auch in der Domstadt steigen die Immobilienpreise immer weiter.

Köln

Auch in der Domstadt steigen die Immobilienpreise immer weiter.

DüsseldorfWer zu spät kommt, kauft teurer. Das gilt nach Ansicht der Postbank ganz besonders für Wohnungen in den Städten Berlin, Bonn, Hamburg, Kiel, München, Nürnberg, Stuttgart und Wiesbaden. „Kaufinteressenten mit entsprechendem Budget sollten möglichst bald zugreifen“, kommentiert Dieter Pfeiffenberger, Bereichsvorstand Immobilienfinanzierung der Postbank, eine Studie des eigenen Hauses, die dem Handelsblatt vorab vorliegt.

Berlin gilt inzwischen seit mehreren Jahren als besonders heißes Pflaster für Wohnungskäufer. Die Einkommen sind nach wie vor unterdurchschnittlich, aber die Wohnungspreise stiegen in den vergangenen fünf Jahren dramatisch.

Vom Makler bis zum Mieter: Die Gewinner und Verlierer des Immobilienwahnsinns

Vom Makler bis zum Mieter

Premium Die Gewinner und Verlierer des Immobilienwahnsinns

Wer profitiert von dem Wahnsinn auf dem Häusermarkt? Und wer hat das Nachsehen? Eine Bestandsaufnahme.

Für eine Muster-Eigentumswohnung in der Hauptstadt, zehn Jahre alt, 75 Quadratmeter groß, ermittelte das Marktforschungsinstitut Forschung + Beratung für Wohnen (F+B), in diesem Zeitraum einen Preisanstieg von fast 50 Prozent, in München, ohnehin schon die Metropole mit den höchsten Preisen und Mieten für Wohnungen, mehr als 50 Prozent und für Hamburg von fast 45 Prozent. München ist auch eine jener Städte, in denen die Kaupreise sehr viel schneller steigen als die Mietpreise.

Hannover, Braunschweig, Bremen, Frankfurt und Erfurt zählen zu den Kommunen, in denen sich Käufer mit ihrer Entscheidung noch etwas Zeit lassen können, geht aus dem „Wohnatlas 2016“ der Postbank hervor. „Hier sind keine kurzfristigen Preissteigerungen zu erwarten“, sagt Postbank-Experte Pfeiffenberger. Was nichts daran ändert, dass Frankfurt alles andere als ein Schnäppchenmarkt für Wohnungskäufer ist. Wie in allen Metropolen wird auch in Frankfurt nicht so schnell neuer Wohnraum gebaut wie Menschen zuziehen. Zwischen Mitte 2014 und Mitte 2015 stieg der Preis der F+B-Musterwohnung in der Mainmetropole um neun Prozent.

Wo Kaufen besser ist als Mieten

Auswahl

Die Postbank hat in mehreren Städten untersucht, wie sich Immobilien-Kaufpreise zu den Mieten verhalten, und damit festgestellt, wo Kaufen besser ist als Mieten – oder andersherum.

Das Institut hat dazu die 30 größten Städte Deutschlands sowie die größten Städte der Bundesländer in die Studie aufgenommen – sofern letztere nicht ohnehin zu den 30 größten gehörten. Außerdem wurde ein regionaler Schwerpunkt auf Nordrhein-Westfalen gelegt: 13 Städte, davon sechs aus dem Ruhrgebiet, wurden unter die Lupe genommen. Insgesamt kommt die Studie auf 36 Städte.

Methodik

Die Postbank hat die Miet- und Kaufpreise von Immobilien in diesen 36 Städten miteinander verglichen. Im deutschlandweiten Durchschnitt bedeuten Mietkosten von einem Euro pro Quadratmeter einen Kaufpreis von 313 Euro für die gleiche Fläche. Wenn der Kaufpreis über diesem Durchschnitts-Wert liegt, lohnt sich das Mieten, wenn er darunter liegt, lohnt sich der Erwerb. Gibt es keinen signifikanten Unterschied, macht die Entscheidung – preislich gesehen – keinen Unterschied.

Mieten statt Kaufen

In diesen Städten ist es im deutschlandweiten Vergleich eher günstiger, eine Immobilie zu mieten als zu kaufen:

Potsdam

Chemnitz

München

Dortmund

Gelsenkirchen

Duisburg

Kaufen statt Mieten

In diesen Städten lohnt sich der Kauf einer Immobilie, da die Mieten verhältnismäßig teuer sind:

Rostock

Erfurt

Braunschweig

Hannover

Bremen

Frankfurt am Main

Mainz

Münster

Essen

Kaum ein Unterschied

In den meisten Städten hat die Postbank gibt es jedoch kaum eine Preisunterschied. Ob man hier mietet oder kauft, ist fast egal:

Dresden

Berlin

Leipzig

Halle/saale

Nürnberg

Augsburg

Kiel

Hamburg

Stuttgart

Karlsruhe

Mannheim

Wiesbaden

Bochum

Wuppertal

Köln

Bonn

Düsseldorf

Mönchengladbach

Aachen

Saarbrücken

Der „Wohnatlas“ der Postbank versucht für 36 Städte die Frage zu beantworten, ob es günstiger ist eine Wohnung zu mieten oder zu kaufen. Ausgangspunkt dieser Betrachtung ist die Annahme, dass eine Mieterhöhung um einen Euro pro Quadratmeter eine Wohnung um 313 Euro pro Quadratmeter verteuert. Anders ausgedrückt: Für die Investition von 313 Euro gibt es zwölf Euro Mieterlös. Das entspricht einer Mietrendite von knapp vier Prozent.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×