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02.04.2015

10:08 Uhr

Immobilien und Baufinanzierung

So sparen Sie mit dem Tilgungs-Turbo

VonJens Hagen

Das erste Quartal lief für konservative Anleger durchwachsen, die Zinsen sind im Keller. Wer jetzt Kredite tilgt, macht ein besseres Geschäft. Mit welchen Strategien sich Tausende sparen lassen, zeigt das Tool der Woche.

Die Zinsen sind in den vergangenen Jahren stark gefallen. Getty Images

Die Zinsen sind in den vergangenen Jahren stark gefallen.

DüsseldorfDer Blick ins Depot dürfte viele Privatanleger derzeit überraschen. Denn die persönliche Quartalsbilanz zeigt ein zweigeteiltes Bild. Anleger konnten sich bei einem Investment in den Dax über einen Wertzuwachs in den ersten drei Monaten um 22 Prozent freuen. Bei US-Aktien sieht die Bilanz schon deutlich schlechter aus. Der Dow Jones notierte im ersten Quartal 0,3 Prozent im Minus.

Auch bei Staatsanleihen schlägt Deutschland die USA. Während sich Anleger bei zehnjährigen Bundesanleihen über einen Kursgewinn von 3,5 Prozent im ersten Quartal freuen konnten, stieg der Kurs von US-Treasuries nur um zwei Prozent.

Quartalsbilanz der Anlageklassen

Dax

Rendite im ersten Quartal 2015: + 22 Prozent. Quelle: Bloomberg.

Dow Jones

Rendite im ersten Quartal 2015: -0,3 Prozent.

S&P 500

Rendite im ersten Quartal 2015: + 0,4 Prozent.

Nikkei

Rendite im ersten Quartal 2015: + 10,1 Prozent.

10-jährige Bundesanleihe

Kursgewinn im ersten Quartal 2015: + 3,5 Prozent.

10-jährige US-Treasuries

Kursgewinn im ersten Quartal 2015: + 2,0 Prozent.

Gold

Rendite im ersten Quartal 2015: + 12,7 Prozent (Für Anleger die mit Euro bezahlt haben).

US-Dollar

Wertzuwachs der US-Dollars gegenüber dem Euro im ersten Quartal 2015: + 12,7 Prozent

Und auch beim Goldpreis liegt Deutschland vorne. Vor allem weil der Euro im ersten Quartal um 11,3 Prozent gegenüber den US-Dollar abwertete, lagen Goldanleger in Euro im ersten Quartal 12,7 Prozent im Plus. In Dollar gerechnet gab es im ersten Quartal kaum Bewegung beim Goldpreis.

Doch nicht alle deutschen Anleger durften sich freuen. Denn traditionelle Zinssparer waren die großen Verlierer. Für Tagesgelder gab es im ersten Quartal im Schnitt nur 0,5 Prozent, Tendenz sinkend. Festgelder lagen im Schnitt sogar noch einmal gut fünf Basispunkte darunter. Laut Deutsche Bank sind aktuell 2,17 Billionen Euro in Anleihen mit negativen Renditen investiert.

Angesichts des aktuellen Anlagedilemmas für sicherheitsbewusste und langfristige Sparer rückt die Tilgung von Krediten gerade für solche Zinssparer daher wieder in den Blick. „Vor allem bei Darlehen aus Zeiten hoher Zinsen lohnt jetzt die Tilgung, aber auch beim Neuabschluss zahlt sich die richtige Rückzahlungsstrategie aus“, sagt Max Herbst von der FMH Finanzberatung.

Im Jahr 2008 lagen die durchschnittlichen Sätze für Baugeld zeitweise noch im Schnitt bei 5,4 Prozent und beim letzten Zwischenhoch 2011 noch über der Marke von vier Prozent. Handelsblatt Online erklärt, wie sich eine schnelle Tilgung von alten und neuen Darlehen auszahlen kann. Mit dem Tilgungsrechner kann jeder Leser seinen individuellen Sparvorteil berechnen.

Kommentare (8)

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Herr Daniel Huber

02.04.2015, 10:25 Uhr

Ist es nicht eher so, dass die Finanzmärkte händeringend neue Schuldner suchen, diese sich aber trotz Nullzinspolitik nicht mehr finden lassen?

Herr Karsten Schiefelbein

02.04.2015, 10:30 Uhr

Nur mal als Anmerkung hierzu:
Als "Böser Vermittler" (in Anspielung auf Ihre Publikation "Vorsicht Vermittler"), der ja auch noch auf Basis der unseriösen Courtage arbeitet, empfehle ich meinen Finanzierungskunden seit Jahren, Sondertilgungen und/oder Tilgungssatzerhöhungen in den laufenden Darlehensverträgen im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten auszunutzen, weil es keine bessere Geldanlage mit garantierter Verzinsung als die Darlehenstilgung gibt. Bei selbstgenutzten Immobilien ist diese ja sogar abgeltungssteuerfrei.
Nehmen Sie also über Ostern einmal zur Kenntnis, dass es auch Vermittler gibt, die statt erneuter von Gier getriebener Provisionshascherei kostenfreie, nachträgliche Beratung bei bestehenden Baufinanzierungen liefern und auf die Anlage von Kundengeldern im Kundeninteresse verzichten.

Herr Karsten Hoppe

02.04.2015, 11:34 Uhr

Sinnvoll wäre ein Vergleich: Was würde aus den Sondertilgungen werden, wenn man das Geld stattdessen in eine langfristige Aktienanlage - zum Beispiel einen ACWI-Index o.ä. steckt. Das wäre ein umfassender Apfel-mit-Apfel-Vergleich, denn die Sondertilgung ist ja gerade bei der hier fokussierten frühen Tilgung zu Beginn eines Hauskaufs mit einer Langfristanlage vergleichbar (was sich ändert ist der Zeitpunkt des Kreditablaufs, die laufende Belastung bleibt ja sogar erhalten), aber es gilt im Prinzip auch bei der Frage nach der heutigen Tilgung. Bei über 5 Jahren sollte also die durchschnittliche Rendite des Aktienmarktes hinterlegt werden. Bei 9% p.a. würde sich bei einer durchschnittlichen Entwicklung das eingesetzte Kapital alle 8 Jahre verdoppeln. Dazu kommt: Wer immer nur alles in die Tilgung der eigenen Immobilie steckt, verliert an Liquidität und hat "alle Eier in einem Korb": Bei unerwartetem Wegfall eines Einkommens wäre man wohl recht froh, nicht getilgt zu haben, sondern neben der eigenen Immobilie noch Rücklagen zu haben, um die regelmäßigen Zahlungen weiter bedienen zu können. Das sollte man nicht außer acht lassen: Das man nämlich auf Geld, das man für Sondertilgungen aufwendet, sofort keinen Zugriff mehr hat und dieses auch ab sofort keine Rendite mehr erwirtschaftet.

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