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26.05.2014

12:32 Uhr

Immobilien

Vorteil Eigenheim

VonJörg Hackhausen

Lieber kaufen oder mieten? Das kommt auf den Wohnort an. Nach einer aktuellen Studie lohnt sich der Hauskauf in weiten Teilen des Landes mehr denn je. Wo es sich rechnet, ein Haus zu kaufen – und wo Mieten besser ist.

Darlehenszinsen sind so niedrig wie nie. Doch nicht alle profitieren von den niedrigen Zinsen. Getty Images

Darlehenszinsen sind so niedrig wie nie. Doch nicht alle profitieren von den niedrigen Zinsen.

DüsseldorfDie Häuserpreise in Deutschland sind in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen. Und trotzdem: In weiten Teilen des Landes ist es nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) attraktiver, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen als zur Miete zu wohnen. Vor wenigen Jahren sah das noch ganz anders aus. Auf dem Immobilienmarkt vollzieht sich ein tiefgreifender Wandel.

Auffällig sind die regionalen Unterschiede: „Im Osten Deutschlands ist es mittlerweile in fast jedem Landkreis attraktiver zu kaufen als zu mieten“, sagt Michael Voigtländer, Immobilienexperte des IW. „Aber auch in den westlichen Bundesländern gewinnt das Kaufen zunehmend an Bedeutung, lediglich in den Großstädten bleibt das Mieten vielerorts attraktiver.“ Wer etwa in München oder Hamburg lebt, ist als Mieter besser dran – jedenfalls wenn es allein um ökonomische Überlegungen geht.

Die Wirtschaftsforscher des IW haben Daten aller 402 deutschen Landkreise für die vergangenen Jahre analysiert. Neben Kaufpreisen und Mieten gingen weitere Variablen wie etwa Zinsen und Zinsbindung für Baugeld, Instandsetzungskosten oder Abschreibungssätze in die Rechnung ein. Es handelt sich um ein Rechenbeispiel – nicht mehr und nicht weniger. Als konkrete Empfehlung sollte man die Ergebnisse der Studie nicht verstehen. Denn: Die Antwort auf die Frage „kaufen oder mieten?“ sollte sich vor allem nach individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten richten.

Wohneigentumsquoten in Europa

Belgien

72,30 Prozent

Deutschland

53,30 Prozent

Frankreich

63,70 Prozent

Griechenland

75,90 Prozent

Großbritannien

66,70 Prozent

Irland

70,20 Prozent

Italien

74,10 Prozent

Niederlande

67,50 Prozent

Norwegen

84,80 Prozent

Österreich

57,50 Prozent

Polen

82,40 Prozent

Rumänien

96,60 Prozent

Schweden

70,10 Prozent

Schweiz

43,90 Prozent

Spanien

78,90 Prozent

Ungarn

90,50 Prozent

Quelle

Die Statistik zeigt die Wohneigentumsquoten in ausgewählten europäischen Ländern. Die Wohneigentumsquote bezeichnet den Anteil der von Eigentümern selbst bewohnten Wohnungen an der Gesamtzahl aller Wohnungen. Eurostat, 2012.

Was wenige wissen: Deutschland ist eigentlich ein Land der Mieter. Der Anteil derjenigen, die ein Eigenheim besitzen, ist deutlich geringer als in anderen europäischen Ländern. Die sogenannte Wohneigentumsquote liegt hierzulande bei rund 50 Prozent. Der Anteil der Mieter ist also genauso hoch wie der Anteil der Eigentümer.

Zum Vergleich: In Großbritannien oder den Niederlanden liegt die Quote der Eigentümer bei fast 70 Prozent, in Italien sogar bei 74 Prozent. Das einzige europäische Land, in dem es noch mehr Mieter als in Deutschland gibt, ist die Schweiz.

Kommentare (9)

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26.05.2014, 13:55 Uhr

Wie üblich kommt es auf die Randbedingungen an: Wer davon ausgehen kann, dass er wenigstens 20 Jahre in der ostdeutschen Provinz festsitzen wird, der soll da ruhig bauen und gleich die Rückbaukosten mit einkalkulieren. Wer in München Altersrücklagen für 20 Jahre sicher und sinnvoll anlegen will, der wird sich auch da eine selbst genutzte Immobilie zulegen. Bei den gegenwärtigen Kapitalzinsen und vor allem Steuern ist das eine der sinnvolleren (und lustvolleren) Varianten der Geldanlage.

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26.05.2014, 14:10 Uhr

Hier in Kempen hat eine bestimmte, neue Doppelhaushälfte vor genau 5 Jahren 275000 Euro gekostet. im Jahr 2014 werden dafür 350000Euro aufgerufen, weiterhin hat sich in NRW (der SPD sei Dank) die Grunderwebssteuer vonm 3,5% auf 5% erhöht. Da fällt es mir schwer, zu glauben, das Kaufen sinnvoll ist

Kein Mensch ist meiner Meinung nach als Mieter geboren worden, aber das System ist so gebaut, das die meisten Mieter Mieter bleiben werden, was kaum sinnvoll ist, da selbst wenn ich mal beruflich umziehen muss, ich nicht zum "inzahlung" geben habe.

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26.05.2014, 14:33 Uhr

Als abzusehen war das ich mit Familie seßhaft bleibe habe ich 1987 im Alter von 30 Jahren in der Umgebung von Stuttgart eine Doppelhaushälfte gebaut mit Zinssat. Im Jahr 2004 war ich schuldenfrei und habe es bis heute nicht bereut das ich mich zu diesem Schritt entschlossen habe. Abgesehen von ein paar meist selbst ausgeführten kleineren Renovierungen wie Malerarbeiten, Sanitär und dem baldigen bevorstehenden Heizkesseltausch sind keine größeren Kosten entstanden. Im Falle des Verkaufs hätte sich der Wert der Immobilie zwischenzeitlich mehr wie verdoppelt, Miete eingespart und mietfreies Wohnen im Alter. Ich würde jedem raten wenn er angesichts der niedrigen Zinsen die Finanzierung stemmen kann und nicht vor hat umzuziehen, sich nach neuwertiger Wohnung bzw. Haus im Randgebiet seines beruflichen Schaffens umzusehen selbst wenn die Preise nicht mehr so sehr ansteigen würden wie in den letzten Jahren. Und Tun und Lassen im Eigenheim - zu können wie man möchte ist unbezahlbar.

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