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31.01.2013

13:14 Uhr

Immobilien

Wenn das Traumhaus eine Bruchbude ist

VonJens Hagen

Baufirmen arbeiten immer schlampiger. Viele Baumängel sind erst nach Jahren zu erkennen und kosten zehntausende Euro. Welche Fallen Immobilienbesitzer vermeiden sollten - und wann der Hausbau zum Albtraum wird.

Abbruch: Die Beseitigung von Baumängeln ist teuer und lästig. ap

Abbruch: Die Beseitigung von Baumängeln ist teuer und lästig.

DüsseldorfDas Grauen kam an Heiligabend. Kurz nach der Bescherung dröhnte es krachend laut aus dem Flur des Hauses im Oberbergischen. „Wir dachten zunächst an Einbrecher oder ein Auto, das in die Eingangstür gefahren sei“, sagte der Familienvater. Als die Festgesellschaft in den Flur kam, trauten sie ihren Augen nicht. Wie von Geisterhand hoben sich die Fliesen vom Boden ab und zerplatzten. Der gesamte Boden im Eingangsbereich des Einfamilienhauses war zerstört.

Der Grund für das geheimnisvolle Geschehen stellte sich erst heraus, als einige Wochen später der Neubau in Angriff genommen wurde. Der Fliesenleger hatte keine Dehnungsfugen eingebaut. Unter dem Druck von Schränken und Temperaturunterschieden wurde die Spannung zu groß. Die Fliesen hoben sich daher vom Boden ab.

So viel geben die Deutschen für Miete aus

Hamburg

2008: 19,6 Prozent*
2009: 20,5 Prozent
2010: 20,1 Prozent
2011: 20,7 Prozent
2012: 21,7 Prozent

* Anteil des Nettoeinkommens, der für Miete inklusive Nebenkosten aufgewendet werden muss.

Quelle: IVD / Statistisches Bundesamt

Hannover

2008: 17,1 Prozent
2009: 17,7 Prozent
2010: 18,0 Prozent
2011: 18,8 Prozent
2012: 20,0 Prozent

Düsseldorf

2008: 17,9 Prozent
2009: 17,9 Prozent
2010: 18,4 Prozent
2011: 19,0 Prozent
2012: 19,0 Prozent

Köln

2008: 20,1 Prozent
2009: 20,1 Prozent
2010: 19,5 Prozent
2011: 20,1 Prozent
2012: 20,3 Prozent

Dortmund

2008: 16,9 Prozent
2009: 16,9 Prozent
2010: 16,7 Prozent
2011: 16,8 Prozent
2012: 16,9 Prozent

Frankfurt

2008: 21,1 Prozent
2009: 21,1 Prozent
2010: 21,0 Prozent
2011: 21,1 Prozent
2012: 21,9 Prozent

Stuttgart

2008: 21,5 Prozent
2009: 21,5 Prozent
2010: 20,9 Prozent
2011: 21,0 Prozent
2012: 22,3 Prozent

München

2008: 21,8 Prozent
2009: 22,4 Prozent
2010: 21,8 Prozent
2011: 22,6 Prozent
2012: 23,5 Prozent

Nürnberg

2008: 19,4 Prozent
2009: 18,1 Prozent
2010: 18,5 Prozent
2011: 18,9 Prozent
2012: 19,3 Prozent

Berlin-West

2008: 21,6 Prozent
2009: 21,6 Prozent
2010: 21,5 Prozent
2011: 21,8 Prozent
2012: 22,7 Prozent

Der Bau eines Hauses gilt als eines der letzten Abenteuer der modernen Welt. Wenn verschiedene Gewerke und Unternehmen ein Gebäude erstellen, kommt es fast immer zu Pannen. Bauherren müssen im Schnitt 24.200 Euro für die Beseitigung von Baumängeln ausgeben, ermittelte der Verband Privater Bauherren (VPB) bei einer Umfrage unter seinen mehr als 60 Regionalbüros.

Vor allem bei so genannten Schlüsselfertigbauten gebe es Probleme. Der Bauleiter steht bei solchen Projekten im Dienste des Bauunternehmers, nicht des Bauherrn. Laut VPB sei das Interesse, durch häufige Kontrollen den Bau zu verzögern, deshalb gering. Viele kleine Mängel würden deshalb nicht direkt entdeckt, sondern erst nach Ende der Gewährleistungsfrist.

Zu den häufigsten Mängeln gehöre etwa die Abdichtung des Gebäudes. Häufig fehlt ein Bodengutachten, was aber wichtig ist, um den Keller dicht zu halten. Außerdem wird oft eine fehlerhafte Außenschicht verwendet. Weitere Mängel kennt Bauingenieur Carsten Clobes, Leiter des VPB-Regionalbüros Kassel.

„Technisch korrekt wird die Bodenplatte mit einer Schweißbahn abgedeckt“, sagt der Bauingenieur. „Auf vielen Baustellen liegt die Schweißbahn monatelang offen.“ Handwerker laufen darüber und lassen Nägel und Schrauben fallen, die sich festtreten. „So entstehen Risse und Löcher, die werden aber oft nicht entdeckt, weil niemand mehr zum Schluss die Folie säubert und prüft.“

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

31.01.2013, 16:07 Uhr

Wenn man beim erfahrenen Architekten spart, wird es in der Regel teuer.

Schon erstaunlich, wie naiv viele Häuslebauer an ihr Objekt herangehen.

Account gelöscht!

31.01.2013, 16:15 Uhr

Zitat....Einige Unternehmen hinterlassen Fugen ohne Mörtel oder verwenden statt Mörtel Bauschaum. Bei einer falschen Lage der Steine ist die Statik bedroht. Manche Installateure schlitzen nach Belieben Mauern auf und kleben sie mit Bauschaum wieder zu. Das gefährde aber die Stabilität der Wände.....

Das geht ja schon unter Vorsatz durch und verlängert die Gewähleistung.
Da haben sich wohl Bäcker als Maurer ausgegeben?^^

Sarina

31.01.2013, 18:25 Uhr

Bei sogenannten "versteckten Mängel" (die sich also über die übliche Gewährleistungszeit von zwei Jahren -VOB-, bzw. fünf Jahren -BGB- erstrecken) gilt eine dreißigjährige Gewährleistung. An dieser Stelle sollten Bauherren und Immobilienerwerber ansetzen, wenn sie auch noch nach Ablauf der regulären Gewährleistungszeit zu ihrem Recht kommen wollen.

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