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25.08.2015

11:29 Uhr

Immobilien

Wenn der Vermieter beim Umbau zuschlägt

VonJens Hagen

Kosten für die Modernisierung können Vermieter auf die Mieter umlegen. Eine Reform sollte diese Umlage drücken. Eine aktuelle Studie zeigt jetzt aber, dass Mietern tatsächlich höhere Kosten drohen. Was dahintersteckt.

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FrankfurtMieter brauchen in Deutschland tiefe Taschen. Zumindest, wenn sie in den beliebten Metropolen wohnen möchten. Wie die Kosten fürs Wohnen steigen, zeigte zuletzt der Wohn-Index des Forschungsinstitutes F+B. Die Mieten sind im 2. Quartal 2015 im Jahresvergleich bei Neuvermietungen um 2,9 Prozent gestiegen. Beim Bestand ging es im Bundesdurchschnitt um 0,9 Prozent hoch. In München zahlen Mieter im Schnitt stolze 12,60 Euro pro Quadratmeter, in Frankfurt am Main 10,60 Euro.

Ein Gesetz, das Mieter eigentlich entlasten sollte, ruft jetzt die Uni Kassel auf den Plan. Union und SPD hatten für ihre Regierungszeit vereinbart, dass Vermieter bei Modernisierungen künftig nur noch höchstens zehn Prozent der Kosten auf die Miete umlegen sollen. Bisher kann die jährliche Miete um bis zu elf Prozent der Kosten erhöht werden.

Hier zahlen Mieter am meisten

Platz 1

Die Top-5 der höchsten Durchschnittsmieten führt München an. Hier zahlen Mieter 12,60 Euro pro Quadratmeter. Quelle: F+B.

Platz 2

Unterschleißheim (Bayern): 10,80 Euro pro Quadratmeter

Platz 3

Germering (Bayern): 10,70 Euro pro Quadratmeter

Platz 4

Frankfurt/Main (Hessen), 10,60 Euro pro Quadratmeter

Platz 5

Dachau (Bayern): 10,60 Euro pro Quadratmeter

„Die Senkung der Umlage von Modernisierungskosten geht nach hinten los“, warnt jetzt ein Team von Wissenschaftlern aus Kassel. Die Senkung der sogenannten Modernisierungsumlage werde das Gegenteil des angestrebten Zwecks bewirken. Die Mieterhöhungen nach Modernisierungen werden nicht niedriger ausfallen, sondern höher.

Der Grund: Für Vermieter steigt der Anreiz, Kosten für energetische Sanierungen in die Höhe zu treiben. „Je geringer der Prozentsatz, den der Vermieter pro Monat umlegen darf, umso teurer muss er renovieren, damit sich eine Modernisierung für ihn lohnt“, erklären Rechtsprofessor Georg von Wangenheim und der Ökonom Bastian Kossmann.

Denn die Modernisierungsumlage erlaubt es dem Vermieter, die Miete auch innerhalb des bestehenden Mietvertrags über die Vergleichsmiete hinaus zu erhöhen. Entscheidend sei, so das Ergebnis einer Studie der Uni Kassel, dass der Vermieter die Miete auf dem erhöhten Niveau halten darf, bis die Vergleichsmiete aufholt – auch wenn die Kosten für die Sanierung längst reingeholt sind. „Nun greift ein doppelter Effekt“, erklärt Wangenheim. „Je höher die Modernisierungskosten sind, desto stärker kann der Vermieter die Miete erhöhen und desto länger kann er außerdem davon profitieren, dass die Miete höher ist als die Vergleichsmiete“.

Kommentare (1)

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Herr Roland Magiera

25.08.2015, 13:17 Uhr

Tja, entweder die verantwortlichen Politiker sind vollkommen verblödet oder haben das gar mit Lobbyhilfe absichtlich so gemacht!

Denn höhere Mieten bedeuten höhere Steuereinnahmen für den kaputten Staat und das ist das Einzige was die Politik am nicht vom Staat abhängigen Bürger interessiert, ganz genau wie im finstersten Mittelalter.
Diese grauenhafte, jede Entwicklung verhindernde, Ausbeuterei wurde erst mit der Renaissance überwunden und nun fallen wir wieder zurück in eine Zeit vor 1500. Und siehe im neuen Jahrtausend ist mir keine bedeutende deutsche Erfindung von Weltgeltung mehr bekannt, im kulturellen Bereich ist Till Schweiger das Maß der Dinge. So fein musste man sein Maß überhaupt noch nie einstellen, um auf dieser Anzeige noch etwas zu erkennen.

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