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22.01.2012

13:58 Uhr

Immobilien

Wie Vermieter Nebenkosten abrechnen

VonKarin Schütrumpf

Nicht alle Betriebskosten lassen sich auf die Mieter umlegen. Immobilienbesitzer müssen komplizierte Vorgaben erfüllen. Wichtige Urteile für Mieter und Vermieter.

Die Kosten für die Treppenhausreinigung darf der Vermieter auf alle Mietparteien umlegen. ZB

Die Kosten für die Treppenhausreinigung darf der Vermieter auf alle Mietparteien umlegen.

KonstanzLegionellen sind winzige Stäbchenbakterien. Sie vermehren sich gern in Wasserrohren und können zu gefährlichen Lungenentzündungen führen. Erst einmal verursachen sie aber Kosten. Denn Vermieter müssen den Legionellengehalt zentraler Warmwasseraufbereitungsanlagen seit neuestem jährlich prüfen lassen. Die Kosten - circa 200 Euro für ein Haus mit acht Wohnungen - können bei der Betriebskostenabrechnung auf die Mieter umgelegt werden.

Doch das ist nicht der einzige Grund, warum die meisten Mieter bei der sogenannten zweiten Miete nachzahlen müssen. Viel bedeutender: Explodierende Energiekosten und steigende Grundsteuern treiben die Betriebs- oder Nebenkosten in die Höhe und machen deren jährliche Abrechnung mehr denn je zum Zankapfel zwischen Vermietern und Mietern. Schon jetzt geht es bei 38 Prozent aller Rechtsberatungen beim Deutschen Mieterbund ums Thema Betriebskosten.

Rat suchen aber auch die Vermieter, berichtet Alexander Wiech von der Eigentümerschutzgemeinschaft Haus und Grund. Wer vermietete Immobilien nur als inflationssichere Kapitalanlage kaufte, erlebt bei der ersten Betriebskostenabrechnung eine böse Überraschung. Wiech: „Die Betriebskosten und deren Abrechnung verursachen für den Vermieter die meiste Arbeit.“

Was darf wie abrechnet werden, ist eine der häufigsten Fragen der Vermieter. Wenn Wasser, Strom und Brennstoffe anhand von geeichten Messuhren individuell direkt mit dem Versorgungsunternehmen abgerechnet werden können, ist der Vermieter auf der sicheren Seite. „Viele Mieter haben kein Gefühl für ihre Verbräuche, weil der Strom aus der Steckdose kommt und das Warmwasser aus der Dusche rauscht“, klagt ein Vermieter in einem Internet-Forum.

Doch einige Gemeinkosten, etwa für das Licht im Treppenhaus, bleiben. Und auch die Warmwasserkosten müssen auf die Mietparteien umgelegt werden. Eine Umlage entsprechend der gemieteten Wohnfläche ist immer zulässig. Dabei darf auch ein Viertel der Balkonfläche mit zur Wohnfläche gerechnet werden.

Kommentare (1)

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WFriedrich

22.01.2012, 18:56 Uhr

Schlimmer als Legionellen sind Bundespolitiker, die permanent neue Kostenbelastungen erfinden, statt jene Probleme zu lösen, die Mietern und Vermietern tagtäglich unter den Nägeln brennen. In Ostdeutschland ringen Eigentümer angesichts des dramatischen Leerstandes um den Erhalt der Bausubstanz. Es wiederholen sich bedauerlicherweise die überwunden geglaubten gravierenden DDR-Probleme: viele sanierte und restaurierte Gebäude stehen leer und verfallen schon wieder. Investoren aus Ost und West beklagen "Schrottimmobilien". Dabei sind nicht die Immobilien Schrott, sondern das wirtschaftliche Umfeld. Erben treten Ihr unwirtschaftliches oder mit Baukreditschulden belastetes Erbe mitunter garnicht erst an. Es fehlt am angemessenen politischen Einfluß der Ostdeutschen auf Bundes- und Landesbehörden, die Gesetze vorbereiten. Längst sind regionale Körperschaften zum Reparaturbetrieb des realitätsfremden Berliner und Brüsseler Politikbetriebs geworden. Es gab bessere Zeiten: unsere (heute zu Unrecht gescholtenen) adeligen Landesherren brachten öde Landstriche durch "Bauernlegen" zum Erblühen. Der Osten löst stattdessen die demokrafischen Problem in den anderen Teilen der Republik und sogar in den prosperierenden Nachbarländern (Schweiz, Österreich ..). Man stelle sich vor, welche Entwicklung z. Bsp. Bayern genommen hätte, wenn es nicht bodenständig-patriotisch regiert und von so durchsetzungsstarken Personen wie FJS vertreten worden wäre. Glückliches Bayern!

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