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15.02.2013

11:35 Uhr

Immobilien

Wo der Hauskauf noch lohnt

VonNiklas Hoyer

Immobilien werden immer teurer. In den USA gieren Hedge-Fonds wieder nach begehrten Immobilien und auch in Deutschland droht eine Überhitzung. Wo sich der Hauskauf hierzulande noch lohnt.

Immobilien in Deutschland werden immer teurer. Wo sich Hauskauf noch lohnt. ap

Immobilien in Deutschland werden immer teurer. Wo sich Hauskauf noch lohnt.

DüsseldorfEr ist ein modernes Orakel, ein Experte für heißgelaufene Märkte, für Übertreibungen in Beton: Konstantin Kholodilin, Wissenschaftler am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin, hat vor zwei Jahren für das Bundesfinanzministerium ein Frühwarnsystem entwickelt. Es schlägt Alarm, wenn sich am Immobilienmarkt eine Preisblase aufpumpt. Wann sind die Preise zu stark gestiegen? Wann drohen sie einzubrechen, weil zu viele Wohnungen und Häuser angeboten werden und Käufer und Mieter die aufgerufenen Preise nicht mehr zahlen können?

Damals war das akademischer Denksport, motiviert von den katastrophalen Zusammenbrüchen der Häusermärkte in den USA und Spanien. „Von einer Blase am Immobilienmarkt in Deutschland sprach 2011 noch niemand“, sagt Kholodilin. Nur drei Jahre zuvor, 2008, hatte er noch eine andere Studie publiziert: „Immobilienkrise? Warum in Deutschland die Preise seit Jahrzehnten stagnieren.“

Die Zeiten haben sich geändert. Heute wundern sich viele über die stark gestiegenen Preise für Wohnimmobilien. Kaum offenbart sich jemand als Immobilienkäufer, haken Freunde nach: „Jetzt noch? Bei den hohen Preisen?“ Andere pflichten bei: „Klar doch, bei den niedrigen Zinsen!“ An Immobilien scheiden sich die Geister. Selbst kaufwillige Interessenten sorgen sich darum, zu viel Geld für die Wohnung oder das Haus auszugeben – und es dann in einigen Jahren zu bereuen.

Zeit also für einen Faktencheck: Wo lohnt der Kauf von Haus oder Wohnung noch - und wo nicht? Die WirtschaftsWoche hat die Lage in den 50 größten deutschen Städten analysiert, Daten zu Immobilienpreisen und wichtigen Standortfaktoren ausgewertet und so ermittelt, wo Käufer gute Chancen auf weitere Wertzuwächse haben. Eigentümer bekommen Hinweise darauf, wie viel ihre Immobilie heute wert ist. Kaufinteressenten können sehen, wie viel sie in etwa einplanen müssen und wo der Kauf aussichtsreich ist.

So viel geben die Deutschen für Miete aus

Hamburg

2008: 19,6 Prozent*
2009: 20,5 Prozent
2010: 20,1 Prozent
2011: 20,7 Prozent
2012: 21,7 Prozent

* Anteil des Nettoeinkommens, der für Miete inklusive Nebenkosten aufgewendet werden muss.

Quelle: IVD / Statistisches Bundesamt

Hannover

2008: 17,1 Prozent
2009: 17,7 Prozent
2010: 18,0 Prozent
2011: 18,8 Prozent
2012: 20,0 Prozent

Düsseldorf

2008: 17,9 Prozent
2009: 17,9 Prozent
2010: 18,4 Prozent
2011: 19,0 Prozent
2012: 19,0 Prozent

Köln

2008: 20,1 Prozent
2009: 20,1 Prozent
2010: 19,5 Prozent
2011: 20,1 Prozent
2012: 20,3 Prozent

Dortmund

2008: 16,9 Prozent
2009: 16,9 Prozent
2010: 16,7 Prozent
2011: 16,8 Prozent
2012: 16,9 Prozent

Frankfurt

2008: 21,1 Prozent
2009: 21,1 Prozent
2010: 21,0 Prozent
2011: 21,1 Prozent
2012: 21,9 Prozent

Stuttgart

2008: 21,5 Prozent
2009: 21,5 Prozent
2010: 20,9 Prozent
2011: 21,0 Prozent
2012: 22,3 Prozent

München

2008: 21,8 Prozent
2009: 22,4 Prozent
2010: 21,8 Prozent
2011: 22,6 Prozent
2012: 23,5 Prozent

Nürnberg

2008: 19,4 Prozent
2009: 18,1 Prozent
2010: 18,5 Prozent
2011: 18,9 Prozent
2012: 19,3 Prozent

Berlin-West

2008: 21,6 Prozent
2009: 21,6 Prozent
2010: 21,5 Prozent
2011: 21,8 Prozent
2012: 22,7 Prozent

Chancen in Münster

In der Gesamtwertung der 50 Städte holt sich Münster den Sieg und löst damit Hamburg erstmals ab.

Die Stadt, vor allem bekannt für ihre Universität und Armeen von Fahrradfahrern, wird in den kommenden Jahren weitere Einwohner gewinnen. Bis 2022 soll sie um knapp zwei Prozent wachsen. Die Uni, gemeinsam mit der Uniklinik Münsters wichtigster Arbeitgeber, prägt auch die Wirtschaft. Biotechnologie-Unternehmen etwa profitieren von der Nähe zur Forschung. Die Arbeitslosenquote lag im Januar bei niedrigen 6,2 Prozent – 1,2 Punkte unter Bundesschnitt.

Kommentare (4)

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steini58

16.02.2013, 13:09 Uhr

Immobilien sind auch in aktraktiven Urholungsorten (zum Beispiel auf den ostfriesischen Inseln) als Kapitalanlage sehr interessant.

Riganus

17.02.2013, 04:02 Uhr

Eine Immobilie ist real ein Unfug (Außer sie haben die Kohle locker Cash übrig). Auch bei selber ab wohnen bleibt es ein Gefängnis aus dem sie 30 Jahre - oder bis zum Sarg - nicht raus kommen. Wer jetzt kauft wird in der EU bis zu 80 % verlieren. Wenn sie schon eine Kugel am Bein haben wollen, dann kaufen sie nach dem nächsten Kollaps!

Richard Rigan - München

heavy117

17.02.2013, 09:32 Uhr

Ein Gefängnis, soso......

Dann macht es also Sinn sein Leben lang Miete zu zahlen???!! Das Vermögen des Vermieters zu häufen.
Sich mit unbeliebten Nebenmietern rumzuschlagen, Inneneinrichtungstechnisch eingeengt zu sein.

Ich sehe es so, durch mein eigenes Heim, habe ich persönliche und kreative Freiheit erlangt.Das bedeutet, Ich kann tun und lassen was ich möchte, mein Umfeld ist so wie ich es will. Und eine Altersabsicherung ist es auch noch. Ich bereue nichts!

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