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29.12.2013

13:08 Uhr

Immobilien

Wo der Hauskauf noch lohnt

VonJens Hagen

Heiß gelaufene Märkte, Mietpreisbremse und leicht steigende Zinsen: Für Immobilienbesitzer gibt es im nächsten Jahr einige Herausforderungen. Was Hausbesitzer beachten müssen und wo Mieten und Kaufpreise weiter steigen.

Skyline: Das nächste Jahr wird für Immobilienbesitzer spannend. dpa

Skyline: Das nächste Jahr wird für Immobilienbesitzer spannend.

Auch das vergangene Jahr war für Immobilien wieder einmal ein Jahr der Rekorde, der Höhepunkt einer langjährigen Rally. In den Metropolen stiegen die Preise auf neue Höchststände. Laut Immobilienscout 24 legten in den vergangenen fünf Jahren die Kaufpreise für Wohnungen in Berlin, Hamburg oder München zwischen 40 und 50 Prozent zu. Die Mieten kletterten in diesem Zeitraum um knapp 30 Prozent. Die neue Bundesregierung will laut Koalitionsvertrag den Markt für Wohnimmobilien stärker regulieren.

Angetrieben wird der Boom vom historischen Zinstief. Mit einem Zins von durchschnittlich 2,6 Prozent für Darlehen von fünf bis zehn Jahren war Baugeld im Juni des vergangenen Jahres so günstig wie niemals zuvor. Immer mehr Bundesbürger bauen daher oder erwerben Wohneigentum. Immobilienbesitzer, Häuslebauer und Investoren fragen sich angesichts solcher Rekordmarken, wie lange der Immobilienboom noch weitergeht.

Handelsblatt Online hat mit knapp einem Dutzend Bankern, Fondsmanagern, Unternehmensberatern und Managern von Immobilienunternehmen gesprochen. Ihre Einschätzungen geben einen guten Hinweis, wie sich der Markt im nächsten Jahr entwickeln wird. Lesen Sie, was sich 2014 für Immobilienbesitzer ändert, ob eine Immobilienblase entstehen könnte und wo Preise und Mieten weiter steigen.

Diese Städte bieten die höchsten Renditen

Lukrative Geldanlage

Nach einer Analyse der Immobilienberatung Wüest & Partner unter 81 Standorten bieten vor allem kleiner, so genannte B-Städte die höchsten Anfangsrenditen, die das Verhältnis von anfänglichen Mieteinahmen zum investierten Kapital abbilden.

1. Halle an der Saale

Der Vergleich startet mit den renditeträchtigsten Standorten. Es folgen die Daten zu Halle an der Saale.

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,9 % (10,0 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 4,6 (4,5)

Einwohner: 233.705

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 5,33 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 12,8 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -0,9 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -3,0 %

Haushaltsprognose (2013-2028): -7,6 %

2. Hagen

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,9 % (9,9 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 4,3 (3,7)

Einwohner: 187.447

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 4,89 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 10,8 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -4,2 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -2,2 %

Haushaltsprognose (2013-2028): -3,6 %

3. Chemnitz

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,9 % (9,9 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 4,5 (4,3)

Einwohner: 243.173

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 4,88 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 10,9 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -1,0 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -2,8 %

Haushaltsprognose (2013-2028): -9,6 %

4. Recklinghausen

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,8 % (9,5 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 2,9 (3,0)

Einwohner: 117.672

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 5,07 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 11,1 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -3,2 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -0,9 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 3,9 %

5. Hildesheim

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,7 % (10,0 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 3,2 (2,9)

Einwohner: 102.584

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 5,28 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 8,2 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -0,6 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -2,5 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 1,5 %

6. Remscheid

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,1 % (9,5 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 4,0 (3,7)

Einwohner: 109.596

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 5,37 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 9,6 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -4,6 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -3,1 %

Haushaltsprognose (2013-2028): -2,5 %

7. Mönchengladbach

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,6 % (9,5 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 3,7 (3,4)

Einwohner: 164.244

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 5,06 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 13,9 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -3,4 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -1,1 %

Haushaltsprognose (2013-2028): -0,3 %

8. Kiel

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 8,1 % (9,5 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 2,9 (2,8)

Einwohner: 242.041

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 6,73 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 10,3 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 2,8 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 1,9 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 3,7 %

9. Würzburg

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 8,0 % (8,2 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 3,3 (2,0)

Einwohner: 133.808

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 8,18 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 5,0 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -0,8 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 3,4 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 4,3 %

10. Oldenburg

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 7,5 % (7,5 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 2,2 (1,9)

Einwohner: 162.481

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 7,26 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 8,5 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 2,2 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 3,1 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 14,3 %

Neue Vorgaben für Vermieter
Immobilienbesitzer stehen 2014 vor einigen Herausforderungen. Mit Spannung warten Vermieter darauf, wann die geplante Mietpreisbremse der neuen Regierung umgesetzt wird. Laut Koalitionsvertrag sollen Sätze bei einer Wiedervermietung um maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen dürfen.

Wenn die bisherigen Aufschläge diese Grenze schon jetzt überschreiten, müssen Vermieter zwar nicht senken. Doch die Miete darf dann erst erhöht werden, wenn sie von der ortsüblichen Vergleichsmiete eingeholt wird. In der Praxis kann das Jahre dauern. Außerdem sollen bei Modernisierungen Mieterhöhungen zeitlich begrenzt werden und Maklerhonorare bei Neuvermietungen vom Auftraggeber beglichen werden.

Wann die Mietpreisbremse tatsächlich kommen wird, ist unklar: „Wie lange dieser Gesetzentwurf verhandelt wird, ist derzeit noch offen“, sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbandes IVD. Wenn alles nach Koalitionsvertrag läuft, entscheiden die Bundesländer über eine Einführung der Mietpreisbremse und die Ausweisung der angestammten Mietregionen. Die Ausweisung dieser Gebiete soll „an die Erarbeitung eines Maßnahmenplans zur Behebung des Wohnungsmangels in den Gebieten gekoppelt werden“.

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