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23.04.2012

13:27 Uhr

Immobilien

Wo in Berlin die Preise explodieren

VonChristian Hunziker

In keiner anderen Stadt stiegen die Mieten für Wohnungen so rasant wie in der Hauptstadt. In den besten Lagen ziehen auch die Kaufpreise allmählich mit denen in München und Hamburg gleich. Wo Käufer einsteigen sollten.

BerlinMan darf sich Einar Skjerven als einen glücklichen Menschen vorstellen. 2007 begann der Chef der Industrifinans Real Estate, mit dem Geld norwegischer Anleger Mehrfamilienhäuser in Berlin aufzukaufen. In Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Charlottenburg und anderen innerstädtischen Lagen wurde er fündig – und stellt heute erfreut fest, „dass sich die Mieten für die Eigentümer sehr positiv entwickeln“.

Das ist noch zurückhaltend formuliert. In einem Gründerzeithaus in der Kreuzberger Graefestraße, in dem Skjerven vor vier Jahren eine Miete zwischen sechs und 6,50 Euro pro Quadratmeter erzielte, kann er heute bei neuen Mietern mindestens 8,50 Euro durchsetzen. Und damit ist er kein Einzelfall: Nach Angaben des Forschungsinstituts Empirica stiegen die Neuvertragsmieten in Berlin zwischen 2008 und 2011 um nicht weniger als 36 Prozent – deutlicher als in jeder anderen deutschen Metropole. Besonders markant, das belegen auch die Daten von Immobilienscout24, war die Steigerung innerhalb des S-Bahn-Rings. Stark zugelegt haben zuletzt auch die Preise von Eigentumswohnungen.

So fällt das Urteil des Gutachterausschusses für Grundstückswerte für dessen Verhältnisse fast euphorisch aus:„Berlin zeigt sich als äußerst attraktiver Immobilienstandort.“ Allein der Umsatz beim Verkauf von Eigentumswohnungen stieg im vergangenen Jahr um 19 Prozent. Aber auch Großinvestoren haben das Potenzial der deutschen Hauptstadt entdeckt: Laut Beratungsunternehmen NAI Apollo Group befand sich jede zweite deutsche Wohnung, die 2011 im Rahmen von Portfoliotransaktionen den Eigentümer wechselte, in Berlin.

Berlin: Kaufpreise für Einfamilienhäuser

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Ursache des Booms auf dem Wohnungsmarkt ist nicht nur die Angst vor Euro-Krise und Inflation wie anderswo in Deutschland. „Berlin ist international sehr angesagt“, nennt CBRE-Bewertungsspezialist Michael Schlatterer einen weiteren Grund. Vor allem aber stimmen die Rahmendaten. „In den vergangenen fünf Jahren ist der marktgängige Leerstand um 41 Prozent gesunken“, stellt Markus Schmidt, Researchchef des Maklerhauses Aengevelt, fest. Nur noch 2,6 Prozent aller Geschosswohnungen, die sofort bezogen werden könnten, stünden leer.

Preise für Eigentumswohnungen in den interessantesten Vierteln

Mitte

Berlin Mitte zählt zu den interessantesten Trendvierteln im Vergleich vom Immobilienscout. Die Preissteigerungen für Eigentumswohnungen können sich sehen lassen.

Kaufpreis für Eigentumswohnungen: 3.932 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: +11,9 Prozent

Kreuzberg

Kaufpreis für Eigentumswohnungen: 3.119 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: +16,5 Prozent

Treptow

Kaufpreis für Eigentumswohnungen: 2.906 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: +47,7 Prozent

Schmargenhof

Kaufpreis für Eigentumswohnungen: 2.504 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: +17,3 Prozent

Friedenau

Kaufpreis für Eigentumswohnungen: 2.238 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: +16,0 Prozent

Dafür verantwortlich ist das Missverhältnis zwischen steigender Haushaltszahl und geringer Neubautätigkeit. Allein in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres nahm die Zahl der Berlinerinnen und Berliner um knapp ein Prozent auf fast 3,5 Millionen zu. Gleichzeitig, bilanziert Schmidt, „wurden im Mittel der letzten zehn Jahre jährlich nur rund 0,2 Prozent des Berliner Wohnungsbestands erneuert“.

Das soll sich nach dem Willen der Politik ändern. Der SPD/CDU-Senat möchte erreichen, dass jährlich 6000 Wohnungen neu entstehen, während Fachleute wie Empirica-Vorstand Harald Simons sogar ein Volumen von mindestens 10000 Wohnungen für nötig halten. Dabei reagiert der Markt bereits jetzt: 2011 legte die Zahl der fertig gestellten Wohnungen auf immerhin 5570 zu.

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Die Finanzkrise hat einen Run auf Immobilien ausgelöst – die Preise in den deutschen Metropolen steigen und steigen. Handelsblatt Online untersucht in einer Serie 15 deutsche Städte - und sagt wo der Kauf noch lohnt.

Immer mehr Projektentwickler wagen sich mit neuen Vorhaben auf den Markt – beispielsweise Hochtief Solutions HTP, die lange auf gewerbliche Projekte spezialisiert war. „Sowohl Mieter als auch Eigentümer drängen zurück in die Innenstadt“, begründet Carsten Sellschopf, Leiter der Berliner HTP-Niederlassung, die geänderte Schwerpunktsetzung.

Kommentare (5)

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Andreas

23.04.2012, 18:47 Uhr

Mit dem Ergebnis das die Berliner die in ihrem Kiez geboren wurden sich die Mieten nicht mehr leisten können. Eine seit Jahren verfehlte Politik unter Wowereit der das als In Ordnung ansieht.... Berlin wird zu London und keiner der Herren Politiker legt ein Machtwort gegen die Vertreibung aus den Kiezen ein.

Schade denn Berlin wird auf diese Weise nicht mehr Berlin bleiben....sondern zum Spielball internationaler Immobilien Spekulanten werden die nicht nur die Mieten hoch treiben, sondern auch die Menschen aus Berlin raus weil sie sich das Leben dann hier nicht mehr leisten können.

Account gelöscht!

23.04.2012, 19:00 Uhr

Ja,so verwandelt man im Handumdrehen eine lebendige,angenehme Stadt in ein Abzockerparadies.
Ich könnte diese Leute in der Luft zerreißen!
Mietnomaden wünsch ich euch bis zum Anschlag!

Immowelt

23.04.2012, 19:27 Uhr

Das Mieterparadies mit staatlich hochsubventionierten Mieten ist nun mal zu Ende. Berlin hat sich damit (und mit anderem) nahezu ruiniert. Jetzt orientieren sich die Mieten an den Entstehungskosten und nicht mehr an den Wählerstimmen.

Das wird noch mehr werden. Diejenigen, die in der Vergangenheit nichts gekauft haben, weil die Mieten "schweinebillig" waren, schauen jetzt in die Röhre.
Früher hieß es in Berlin: Dummheit kauft, Intelligenz mieten.Das war ein Rohrkrepierer.

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