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21.07.2017

18:37 Uhr

Immobilien

Wo Mieten und Kaufpreise am schnellsten steigen

VonMatthias Streit

In einigen deutschen Großstädten verliert der Preisauftrieb der vergangenen Jahre an Schwung. Mieter hingegen müssen immer mehr Geld berappen. Die Mietpreise steigen in vielen Städten schneller als die Kaufpreise.

Die hohe Nachfrage in der Hauptstadt lässt die Kauf- und Mietpreise im ersten Halbjahr 2017 so stark steigen wie in sonst keiner anderen deutschen Großstadt. dpa

Zuzugsmagnet Berlin

Die hohe Nachfrage in der Hauptstadt lässt die Kauf- und Mietpreise im ersten Halbjahr 2017 so stark steigen wie in sonst keiner anderen deutschen Großstadt.

FrankfurtImmer heiter weiter, so könnte das Fazit ausfallen, das einem beim ersten Blick auf die Preisentwicklungen von Wohnungen in Deutschlands Großstädten auffällt. Den Warnungen vor Übertreibungen am Markt von Immobilienökonomen und Bundesbank zum Trotz geht der Trend weiter nach oben.

Nirgends ist der Preisaufschwung im ersten Halbjahr 2017 rasanter gestiegen, als in Berlin. Um 13 Prozent haben sich die Angebotspreise in diesem Zeitraum verteuert, zeigt eine Analyse des Immobiliendienstleisters JLL. Ähnliche Wachstumsraten konnte nur Düsseldorf mit zehn Prozent aufweisen.

Dennoch zeigt etwa der preislich unangefochtene Spitzenreiter München (6.790 Euro je Quadratmeter), dass die Dynamik auch Dämpfer bekommen kann. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich Wohnungen dort in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zwar immer noch um 4,7 Prozent verteuert. 2016 lag die Zuwachsrate allerdings noch bei 8,2 Prozent.

In Stuttgart wiederum, das mit 4.000 Euro je Quadratmeter im Schnitt auf Rang vier der teuersten Städte landet, habe sich die Aufwärtsentwicklung „merklich abgekühlt“. Im Vergleich zum vorangegangenen 2. Halbjahr 2016 stellen die Immobilienanalysten sogar einen leicht rückläufigen Trend fest.

Entwicklung der Angebotsmieten in deutschen Städten

Leipzig

1. Halbjahr 2004: 4,90 Euro/m²/Monat

1. Halbjahr 2016: 6,20 Euro/m²/Monat

1. Halbjahr 2017: 6,55 Euro/m²/Monat

Veränderung 2004 bis 2017: +34 Prozent

Quelle: JLL

Berlin

1. Halbjahr 2004: 6,00 Euro/m²/Monat

1. Halbjahr 2016: 9,55 Euro/m²/Monat

1. Halbjahr 2017: 10,80 Euro/m²/Monat

Veränderung 2004 bis 2017: +80 Prozent

Düsseldorf

1. Halbjahr 2004: 7,85 Euro/m²/Monat

1. Halbjahr 2016: 10,35 Euro/m²/Monat

1. Halbjahr 2017: 11,00 Euro/m²/Monat

Veränderung 2004 bis 2017: +40 Prozent

Köln

1. Halbjahr 2004: 8,70 Euro/m²/Monat

1. Halbjahr 2016: 10,55 Euro/m²/Monat

1. Halbjahr 2017: 11,50 Euro/m²/Monat

Veränderung 2004 bis 2017: +32 Prozent

Hamburg

1. Halbjahr 2004: 8,20 Euro/m²/Monat

1. Halbjahr 2016: 11,50 Euro/m²/Monat

1. Halbjahr 2017: 11,55 Euro/m²/Monat

Veränderung 2004 bis 2017: +41 Prozent

Stuttgart

1. Halbjahr 2004: 8,70 Euro/m²/Monat

1. Halbjahr 2016: 12,55 Euro/m²/Monat

1. Halbjahr 2017: 13,55 Euro/m²/Monat

Veränderung 2004 bis 2017: +56 Prozent

Frankfurt am Main

1. Halbjahr 2004: 10,00 Euro/m²/Monat

1. Halbjahr 2016: 13,30 Euro/m²/Monat

1. Halbjahr 2017: 13,70 Euro/m²/Monat

Veränderung 2004 bis 2017: +37 Prozent

München

1. Halbjahr 2004: 11,15 Euro/m²/Monat

1. Halbjahr 2016: 16,90 Euro/m²/Monat

1. Halbjahr 2017: 18,70 Euro/m²/Monat

Veränderung 2004 bis 2017: +68 Prozent

Von einer Trendwende möchten die Experten von JLL aber keineswegs sprechen: „Die auch auf mittlere Sicht wenig expansive Bautätigkeit gepaart mit hoher Kaufneigung beziehungsweise Nachfrage und das weiterhin günstige Finanzierungsumfeld werden die Preise weiter ansteigen lassen“, erklärt Sebastian Grimm, Teamleiter bei JLL in Frankfurt für Wohnungsmarktanalyse. „Wir gehen aber von niedrigeren Wachstumsraten als in den vergangenen Jahren und damit einer noch stärkeren Annäherung der Miet- und Kaufpreisentwicklung aus.“

Denn in vielen Städten steigen die Mieten mittlerweile stärker als die Kaufpreise. Selbst in Berlin, wo die Kaufpreise am schnellsten gestiegen sind, halten die Mieten mit. Sie stiegen im Gleichschritt um ebenfalls 13 Prozent. Und während in München die Kaufpreisdynamik nachlässt, ist dies bei den Mieten keineswegs der Fall. Sie verteuerten sich um elf Prozent.

Entwicklung der Kaufpreise angebotener Eigentumswohnungen

Leipzig

1. Halbjahr 2004: 1590 Euro/m²

1. Halbjahr 2016: 1620 Euro/m²

1. Halbjahr 2017: 1750 Euro/m²

Veränderung 2004 bis 2017: +10 Prozent

Quelle: JLL

Köln

1. Halbjahr 2004: 2010 Euro/m²

1. Halbjahr 2016: 3100 Euro/m²

1. Halbjahr 2017: 3310 Euro/m²

Veränderung 2004 bis 2017: +65 Prozent

Düsseldorf

1. Halbjahr 2004: 1880 Euro/m²

1. Halbjahr 2016: 3320 Euro/m²

1. Halbjahr 2017: 3660 Euro/m²

Veränderung 2004 bis 2017: +95 Prozent

Berlin

1. Halbjahr 2004: 1630 Euro/m²

1. Halbjahr 2016: 3320 Euro/m²

1. Halbjahr 2017: 3730 Euro/m²

Veränderung 2004 bis 2017: +129 Prozent

Stuttgart

1. Halbjahr 2004: 2200 Euro/m²

1. Halbjahr 2016: 3900 Euro/m²

1. Halbjahr 2017: 4000 Euro/m²

Veränderung 2004 bis 2017: +82 Prozent

Hamburg

1. Halbjahr 2004: 2140 Euro/m²

1. Halbjahr 2016: 3880 Euro/m²

1. Halbjahr 2017: 4210 Euro/m²

Veränderung 2004 bis 2017: +97 Prozent

Frankfurt

1. Halbjahr 2004: 2430 Euro/m²

1. Halbjahr 2016: 4210 Euro/m²

1. Halbjahr 2017: 4550 Euro/m²

Veränderung 2004 bis 2017: +87 Prozent

München

1. Halbjahr 2004: 3210 Euro/m²

1. Halbjahr 2016: 6490 Euro/m²

1. Halbjahr 2017: 6790 Euro/m²

Veränderung 2004 bis 2017: +112 Prozent

„Selbst wenn die hohen Bevölkerungszuwächse der letzten beiden Jahre sich nicht wiederholen sollten, spricht bei anhaltendem Wirtschaftswachstum alles für eine Fortsetzung der internationalen Arbeitsmigration nach Deutschland und damit mittelfristig für eine weiter steigende Nachfrage auf den Mietmärkten der wirtschaftsstärksten deutschen Metropolen“, prognostiziert Roman Heidirch, Teamleiter bei JLL in Berlin für Wohnungsmarktanalyse, für die ohnehin schon engen Wohnungsmärkte.

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