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25.01.2008

17:30 Uhr

Immobilienaktien

Rückkehr in die Realität

VonChristian Kirchner

Für asiatische Immobilienaktien geht es seit Anfang des Jahres kräftig bergab. Trotzdem halten Experten die Immobilienbranche für eine der attraktivsten Investmentmöglichkeiten in Asien. Wer Geld in diesem Markt anlegen möchte, sollte jedoch Geduld mitbringen.

In China hält die Landflucht an, entsprechend hoch ist der Bedarf an neuem Wohnraum. Foto: Reuters

In China hält die Landflucht an, entsprechend hoch ist der Bedarf an neuem Wohnraum. Foto: Reuters

FRANKFURT. Die These der möglichen Abkopplung Asiens von der US-Wirtschaft gerät vor dem Hintergrund der weltweiten Kursverluste ins Wanken. Davon betroffen sind auch die asiatischen Immobilienwerte, die noch bis Ende 2007 ein hohes Maß an relativer Stärke unter den globalen Immobilienaktien bewiesen.

"Im Jahr 2007 entwickelte sich der asiatische Immobilienaktienmarkt als einzige große Region der Welt noch seitwärts mit einem Plus von knapp einem Prozent", sagt Stefan Thomas-Barein, Fondsmanager des Wallberg Real Estate Fonds. Nun gab der Immobilienaktienindex FTSE/Erpa Nareit Asia seit Jahresbeginn um 16 Prozent nach.

Langfristig sehen Experten die Perspektiven des asiatischen Immobilienmarkts zwar als intakt an. Auf kurze Sicht prägt jedoch Risikoaversion das Geschehen. "Unsicherheiten in den globalen Kreditmärkten bringen auch im asiatisch-pazifischen Raum eine umsichtigere Darlehensvergabe mit sich", heißt es etwa bei der Immobiliengesellschaft LaSalle Investment Management.

Von den kräftigen Verlusten seit Jahresbeginn betroffen sind auch Fonds und Indexzertifikate mit dem Anlageschwerpunkt asiatische Immobilienaktien. Deren Kurse sind im Gegensatz zu geschlossenen Immobilienfonds direkt den Schwankungen der Kapitalmärkte ausgesetzt. Insgesamt spielen börsennotierte Immobiliengesellschaften in Asien eine weit größere Rolle als in Europa oder den USA. "Der Anteil Asiens an der weltweiten Marktkapitalisierung der Immobilienaktien beträgt inzwischen 43 Prozent", sagt Wallberg-Experte Thomas-Barein.

Chris Reilly, Manager des Henderson Asia Pacific Property Fund, betrachtet den Zeitraum der letzten 20 Jahre. Das Wachstum des Immobilienmarkts in Asien hinkt dann gegenüber den Märkten in Europa und den USA klar hinterher: Erst nachdem der asiatische Markt die Exzesse Japans in den 80er- und in der Tigerstaaten in den 90er-Jahren verarbeitet hatte, zogen die Preise insgesamt ab 2002 deutlich an. Doch seit 2003 haben sich die Kurse der Immobilientitel in Asien verdreifacht. Dies reflektiere die hohen Erwartungen an das künftige Wachstum. Sie fußen auf einem starken Nachfrageschub und einer nur moderaten Abschwächung des Wirtschaftswachstums der Region auf knapp fünf Prozent im Jahr 2008.

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