Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.11.2012

11:49 Uhr

Immobilienboom

Büros werden zu Wohnungen

Der Mangel an bezahlbaren Wohnraum in den deutschen Großstädten treibt immer neue Blüten. In Frankfurt werden jetzt leerstehende Gewerbeimmobilien zu Wohnungen umgebaut. Wer in die 70èr Jahre Bürohäuser ziehen will.

Skyline von Frankfurt: Der Leerstand an Gewerbeimmobilien in Frankfurt ist hoch. dpa

Skyline von Frankfurt: Der Leerstand an Gewerbeimmobilien in Frankfurt ist hoch.

Vijay Vankadari saniert seit mehr als zehn Jahren Wohngebäude in Frankfurt. Er hat im Immobiliengeschäft einiges erlebt. Sein jüngstes Projekt in der Mainmetropole dürfte allerdings zu seinen aussergewöhnlichsten Berufserfahrungen zählen.

Vankadari und sein Unternehmen verwandelt derzeit alte und kaum vermietbare Gewerbeimmobilien in Wohnraum. Er setzt damit auf einen neuen Trend. Die Leerstände bei alten Büroimmobilien sind hoch. Die Nachfrage nach Wohnimmobilien und die Bereitschaft dafür hohe Preise zu zahlen aktuell ebenfalls.

Aktuelle Studie: Wo die Immobilienpreise explodieren

Aktuelle Studie

Wo die Immobilienpreise explodieren

Die Deutschen reißen sich um Immobilien. Doch es gibt Anzeichen für eine Preisblase.

Solche Konversionen wie im Grand-Westend 24 nahe des Stadtzentrums sind Alternativen für Immobilienbesitzer, die bei der Vermietung an Gewerbetreibende immer öfter auf ihren Räumen sitzen bleiben. Das passiert vornehmlich bei solchen Objekten, die bereits einige Jahre älter sind. Bei neu auf den Markt kommenden Wohnobjekten machen solche Objekte im laufenden Jahr mehr als ein Fünftel aus, wie Daten der Stadt Frankfurt zeigen.

“Eigentümer von Büroimmobilien haben weder die Lust noch das Kapital zur Renovierung von Gebäuden aus den 1970er Jahren. Damit gehen diese Objekte an den Markt”, sagt Vankadari, einer der Gründer des Unternehmens Mercer Street Capital in Frankfurt. “Wir haben uns auf den Kauf von Büroimmobilien fokussiert, als die Preise für Wohnimmobilien zu hoch geworden sind”, sagt er.

Gerade die Eigentümer von Gebäuden aus den 60er und 70er Jahren tun sich in Frankfurt zunehmend schwerer, ihre Räume zu vermieten. Banken und Anwaltskanzleien haben die Zahl ihrer Mitarbeiter deutlich gekürzt, und neue Objekte haben den Wettbewerbsdruck erhöht. Die Leerstandsquote von rund 15 Prozent liegt Frankfurt nahezu doppelt so hoch wie in der Finanzmetropole London und immer noch deutlich über der Quote in Manhattan, wo von Savills 10,3 Prozent genannt werden.

Im Grand-Westend 24 haben eine Reihe junger Paare den bis dahin dort residierenden Finanzinvestor als Mieter abgelöst. Es handelt sich um ein siebenstöckiges Gebäude mit Fenstern vom Boden bis zur Decke, großzügigen Balkonen und hochwertigen Böden aus Eiche und Bambus. Zu den Erdgeschoss-Wohnungen gehört jeweils eine Rasenfläche.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×