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24.03.2017

18:30 Uhr

Immobilienfinanzierung

Das Zinsniveau bleibt für Bausparer attraktiv

VonReiner Reichel

Die Zinsen steigen leicht an. Doch Baugeld bleibt im historischen Vergleich spottbillig. Die Nachfrage nach Immobilien ist auch deshalb ungebrochen hoch. Wer etwas gefunden hat, muss sehr schnell reagieren.

Sparzinsen und Kredite bleiben auf niedrigem Niveau. dpa

Häuser werden teurer

Sparzinsen und Kredite bleiben auf niedrigem Niveau.

DüsseldorfDie Zentralbanken haben vor ein paar Tagen Zeichen gesetzt. Die US-Notenbank erhöhte den Leitzins, die Europäische Zentralbank ließ sie bei null. Die Baugeldzinsen haben Geld- und Währungshüter mit diesen Entscheidungen kaum bewegt. Der Effektivzins eines zehnjährigen Baudarlehens lag am Donnerstag laut FMH Finanzberatung bei 1,41 Prozent und damit auf dem gleichen Wert wie vor einer Woche und außerdem auch noch exakt ein Prozentpunkt über der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe. Zuvor waren Renditen und Zinsen geringfügig niedriger gewesen.

Die Zehnjährige des Bundes gibt traditionell Orientierung für die Baufinanzierung. Steigt die Rendite, steigen die Baugeldzinsen und umgekehrt. Nicht immer machen die Baugeldzinsen die Renditebewegung der Anleihe unmittelbar am gleichen Tag und auch nicht immer im absolut gleichen Maß mit. Aber die Tendenz stimmt. Michael Naumann, Vorstand des Immobilienkreditvermittlers Dr. Klein, sieht in den im Vergleich zum Herbst 2016 gestiegenen Baufinanzierungszinsen eine vorweggenommene, mittelfristig zu erwartende Leitzinserhöhung. „In den meisten Fällen nimmt die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen die des EZB-Leitzinses vorweg.“ Was aber nichts an Neumanns Einschätzung ändert: „Das Zinsniveau ist und bleibt weiterhin sehr attraktiv und historisch günstig.“

Niedrig sind nicht nur die Kredit, sondern auch die Sparzinsen. Gerade deshalb fließt unverändert viel Geld auf den Immobilienmarkt. Auch deshalb signalisieren die jüngsten Statistiken und Studien zum Wohnraummarkt weiterhin steigende Preise. Besonders im wirtschaftlich stärkeren Süden Deutschlands legen die Haus- und Wohnungspreise in den Metropolregionen unvermindert zu. Dr. Klein hat dabei vor allem Stuttgart, München und Frankfurt im Blick. In Stuttgart kosteten Wohnungen nach Beobachtung des Kreditvermittlers im vierten Quartal 2016 rund zehn Prozent mehr als im gleichen Vorjahresquartal. Häuser waren sogar elf Prozent teurer.

Wer etwas gefunden hat, muss schnell reagieren. „Immer häufiger müssen die Finanzierungen innerhalb kürzester Zeit stehen, damit das Objekt nicht anderweitig vergeben wird“, stellt Roland Lenz, Leiter der Stuttgarter Dr.-Klein-Niederlassung, fest. Eine solche Situation begünstigt Käufer, die mit einem hohen Anteil eigenem Geld kaufen. Dies umso mehr, seit die Wohnimmobilienkreditrichtlinie die Banken zu immer peniblerer Prüfung der Kreditanträge zwingt. In Frankfurt ist es umgekehrt. Dort steigen die Preise für Wohnungen mit 7,7 Prozent im Quartalsvergleich stärker als für Häuser, dies sich um fünf Prozent verteuerten. In München liegen die Teuerungsraten zwischen denen in Stuttgart und Frankfurt. Obwohl Bayerns Landeshauptstadt schon seit Jahren der teuerste Wohnstandort Deutschlands ist, wurden Wohnungen im vierten Quartal 2016 zu um 7,3 Prozent und Häuser um 8,5 Prozent höheren Preisen verkauft.

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