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04.09.2012

09:42 Uhr

Immobilienfinanzierung

Hilfe, ich bekomme ein Haus geschenkt!

VonSascha Grundmann
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Die Deutschen sehnen sich nach den eigenen vier Wänden. Die Angst vor der Inflation ist groß, die Zinsen niedrig. Geschenke zur Hausfinanzierung werden gern genommen. Doch Vorsicht, nicht jedes Geschenk hilft weiter.

Viele Deutsche träumen von den eigenen vier Wänden. dpa

Viele Deutsche träumen von den eigenen vier Wänden.

DüsseldorfWährend Sparer angesichts der niedrigen Zinsen gefrustet sind, frohlocken die Häuslebauer. Denn die Finanzierung ist günstig wie selten und immer mehr Deutsche entscheiden sich für die eigenen vier Wände. Vor dem Hintergrund der guten Finanzierungskonditionen verwundert es nicht, dass sich mittlerweile auch diejenigen Bevölkerungsgruppen für den Erwerb eines Eigenheims interessieren, denen eine eigene Immobilie bislang schlicht und ergreifend zu teuer war: junge Erwachsene und junge Familien. Da aber selbst bei Niedrigstzinsen eine Komplettfinanzierung den finanziellen Spielraum dieser Gruppe über Jahre hinweg deutlich senken würde und zudem nicht sicher ist, dass die Zinsen derart niedrig bleiben, nehmen sie gern Hilfe in Anspruch.

Mit billigem Baugeld zum Eigenheim

Warum lohnt sich derzeit der Bau oder Kauf eines Hauses?

Langfristige Baukredite mit festen Zinsen für 20 Jahre gibt es laut Stiftung Warentest derzeit für drei Prozent Zinsen. Durch die Kombination mit Riester-Förderung vergeben Bausparkassen Darlehen mit Effektivzinsen zwischen 3,0 und 3,6 Prozent - bei festen Zinsen und Kreditraten über die Laufzeit von 18 bis 30 Jahren. Auch wenn die Preise zuletzt angezogen haben, sind Immobilien zudem im Zehn-Jahres-Vergleich laut Statistischem Bundesamt noch vergleichsweise günstig.

Sind Immobilien eine gute Geldanlage?

Immobilien gelten nicht als Renditeknüller. Allerdings sind sie gerade in Krisenzeiten Verbraucherexperten zufolge eine solide Geldanlage. Der Wert einer Immobilie ist vergleichsweise sicher - vorausgesetzt, Preis, Qualität und Lage stimmen. In jedem Fall sollte ein Immobilienkauf gut überlegt sein.

Wie finde ich den günstigsten Kredit?

Hier hilft nur ein Vergleich der verschiedenen Anbieter, wobei die Auswahl an Krediten laut Stiftung Warentest derzeit so groß wie nie ist. Bauherren und Käufer können dafür Vergleichsrechner im Internet nutzen. Auch Verbrauchermagazine und Zeitungen liefern immer aktuelle Zinskonditionen. Der Vergleich kann teils mehrere zehntausend Euro sparen.

Wie funktioniert ein Baudarlehen?

Kredite für Häuser oder Wohnungen laufen meist über zehn, 20 oder 30 Jahre. Hierbei werden die Zinsen in aller Regel nur für einen begrenzten Zeitraum von mehreren Jahren festgelegt. Läuft diese sogenannte Zinsbindungsfrist beispielsweise nach zehn Jahren ab, verhandeln Bank und Kunde die Verlängerung des Darlehens. Der Bauherr kann dann auch umschulden und zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Verbraucher sollten mehrere Monate vor Auslaufen der Frist neue Angebote einholen. Wegen der historisch niedrigen Zinsen gibt es derzeit auch besonders günstige Anschlusskredite.

Sind die Kreditraten immer festgeschrieben?

An sich werden feste monatliche Raten vereinbart. Baukredite geben meist aber auch das Recht auf Sondertilgung, das heißt die Rückzahlung von Geld zusätzlich zu den vereinbarten Raten. Auch kann ausgehandelt werden, dass der Bauherr die Raten anpassen kann, etwa wenn sich das Einkommen verändert.

Wie viel Geld muss ich selbst aufbringen?

Finanzexperten sehen ein Eigenkapital von 20 bis 30 Prozent des Hauspreises als eine solide Basis an. Für ihre angebotenen Top-Zinsen wollen die Banken häufig allerdings 40 Prozent Eigenkapital sehen. Teils sind Banken auch bereit, den vollen Kaufpreis zu finanzieren. Dafür verlangen sie aber oft happige Risikoaufschläge beim Zins.

Gibt es Geld vom Staat?

Bei der staatlichen Förderbank KfW gibt es Darlehen etwa für den Kauf selbstgenutzten Wohneigentums, energieeffizientes Bauen und Sanieren oder auch für altersgerechtes Wohnen. Daneben zahlt der Staat die Wohnungsbauprämie von 8,8 Prozent beim Bausparen. Tilgungsraten von Krediten können zum Teil von der Steuer abgesetzt werden. Auch gibt es in Form des sogenannten Wohn-Riesterns staatliche Unterstützung für den Kauf selbstgenutzter Immobilien zur Altersvorsorge.

Was passiert, wenn ich arbeitslos oder arbeitsunfähig werde?

Risiken wie diese können mit verschiedenen Versicherungen ganz oder zumindest teilweise abgedeckt werden. So gibt es Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Lebensversicherungen oder Restschuld-Versicherungen, die jeweils unterschiedliche Wechselfälle abdecken. Verbraucher sollten sich vor Abschluss einer Police und eines Baudarlehens gut über einen Versicherungsschutz beraten lassen.

Nicht selten greifen ihnen dabei die Eltern oder Großeltern unter die Arme und subventionieren den Immobilienkauf mit einer größeren Geldsumme. Es ist ja auch verführerisch: Geldgeschenke haben nicht nur den Vorteil, dass sie den Kauf der Immobilie erleichtern, sondern auch den, dass sie für eine höhere Bonität beim Beschenkten sorgen. So weit, so gut. Was viele aber nicht wissen: Auch bei Geldgeschenken von Mama und Papa oder anderen Mitgliedern der Familie gilt es einiges zu beachten.

Allein um dem Vorwurf des Gestaltungsmissbrauchs, den das Finanzamt später erheben könnte, vorzubeugen, sollten Schenker und Beschenkter eine größere Geldschenkung in einem so genannten Schenkungsvertrag festhalten. Grundsätzlich sollte der Zweck des Geschenks, die Finanzierung einer Immobilie, angegeben werden. Stephan Scharfenorth vom Baufinanzierungsportal baufi24.de rät allein schon aus dem Grund dazu, dass man so „böse Überraschungen“ vermeiden kann.

Chancen und Risiken

Halle a. d. Saale

Auf dem letzten Platz liegt Halle. Hier liegt das Risiko bei 3,30 (auf einer Skala von 1-5). Dafür ist die durchschnittliche Rendite mit 9,9 Prozent am höchsten.

Duisburg

Die Ruhrpott-Stadt weißt ein eher hohes Risiko auf: 2,97. Die Rendite von 9,0 Prozent lockt dafür umso mehr.

Magdeburg

Die Hauptstadt von Sachsen-Anhalt birgt mit 2,97 ein eher hohes Risiko. Dafür liegt die Rendite aber auch bei 9,6 Prozent.

Kassel

Kassel bewegt sich wie Bochum mit 2,64 im mittleren Risiko-Bereich. Rentabel ist sie mit 8,9 Prozent aber allemal.

Bochum

Die Stadt im Ruhrpott birgt ein Risiko von 2,64. Dafür weist sie eine Rendite von 9,3 Prozent auf.

Augsburg

Wie auch in Heilbronn liegt das Risiko bei 2,31. Allerdings ist die Rendite in Augsburg mit 6,9 Prozent am geringsten.

Heilbronn

Bei den Schwaben liegt das Risiko bei 2,31 und die Rendite beträgt 7,2 Prozent.

Aachen

Zusammen mit Braunschweig belegt Aachen mit 1,98 Platz 2. Allerdings ist die Rendite hier nicht so hoch, sondern liegt nur bei 7,1 Prozent.

Braunschweig

Die kleine Stadt im Norden ist auch sicher. Mit 1,98 teilt sie sich den Platz mit Aachen. Die Rendite beträgt 8,3 Prozent.

Bielefeld

Der klare Sieger ist Bielefeld. Hier liegt das Risiko bei gerade einmal 1,65. Die Rendite erreicht mit 8,3 Prozent immerhin das Mittelfeld.

Scharfenorth weist darüber hinaus auf den zeitlichen Aspekt hin. Für den Fall, dass die Schenkung angekündigt wird, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen soll, rät er zu einem so genannten Schenkungsversprechen. Das diene zur Absicherung. „Wollen beispielsweise die Eltern ihre Kinder beim Erwerb von Wohneigentum unterstützen, so vergeht zwischen der Willensäußerung und der Umsetzung meist eine gewisse Zeit. Damit der Beschenkte dennoch die Sicherheit hat, zum Zeitpunkt X über den Geldbetrag für eine Immobilie zu verfügen, ist ein notarielles Schenkungsversprechen sinnvoll“, so Scharfenorth. Dadurch dass es notariell beurkundet wird, kann der Beschenkte das Versprechen im Fall der Nicht-Einhaltung einklagen. Das ist so im §518 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) geregelt.

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