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17.07.2012

10:01 Uhr

Immobilienfinanzierung

Kreditfonds auf dem Vormarsch

VonReiner Reichel

Der Immobilienmarkt erfährt einige Neuerungen. Eine rasante Entwicklung machen vor allem Immobilienspezialfonds. Sie lösen langsam aber sicher die klassische Immobilienfinanzierung ab.

Der Immobilienmarkt erfährt in der Krise einige Neuerungen. dpa

Der Immobilienmarkt erfährt in der Krise einige Neuerungen.

DüsseldorfSeit wenigen Tagen vertreibt iii-Investments den ersten Kreditfonds nach deutschem Investmentrecht. Es ist ein Spezialfonds, wie er der Zielgruppe - den deutschen Versicherern - geläufig ist. Andere Angebote werden nach britischem oder luxemburgischem Recht strukturiert. iii ist zweitgrößter Anbieter von Immobilienspezialfonds und verwaltet über alle Produkte hinweg ein Vermögen von 4,5 Milliarden Euro.

Wie viel Eigenkapital Versicherer für eine Beteiligung am iii-Kreditfonds bereitstellen müssen, hängt davon ab, für welche Kredite im Fonds sie Geld geben. iii-Geschäftsführer Reinhard Mattern erwartet, dass zumindest für Teile des Fonds eine Eigenkapitalunterlegung von sechs Prozent ausreichen wird. Bei einem Immobiliendirektinvestment wären es 25 Prozent. Eine jährliche Rendite nach Kosten und Steuern von etwa 4,5 Prozent hält er für "realistisch".

Das dürfte etwa der Bruttorendite von fünf bis sechs Prozent entsprechen, die der britische Vermögensverwalter Henderson Global Investors für den konservativeren seiner zwei im Mai angekündigten Kreditfonds avisiert. Dieser Fonds wird Darlehen bis zu einem Immobilienwert von 60 Prozent ausgeben, ein weiterer Fonds setzt die Beleihungsgrenze auf 75 Prozent und bietet dafür höhere Renditen.

Der erste Kreditfonds des österreichischen Immobilieninvestors Signa ist bereit, Darlehen zwischen 60 und 80 Prozent des Immobilienwerts bereitzustellen. Dieser Fonds startet mit 300 Millionen Euro und wird von der Signa-Gruppe mit einer Einlage von 50 Millionen Euro angeschoben.

Nach unbestätigten Gerüchten startet Lasalle Investment demnächst einen 500 Millionen Euro schweren Fonds, der Immobilien bis zu von 75 Prozent beleiht. Lasalle ist bereits in Großbritannien mit einem ähnlichen Produkt am Markt. Reiner Reichel

Kommentare (3)

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Privatier

17.07.2012, 10:21 Uhr

Eine jährliche Rendite nach Kosten und Steuern von etwa 4,5 Prozent hält er für "realistisch".
Wie soll den diese Rendite zustande kommen?!
Welcher Immobilienkäufer zahlt, bei einer Beleihung von 75%, einen Zins von mindestens 7%. Dieser wäre, mindestens, nötig um diese Rendite nach Steuern und Kosten zu erzielen.
Da werden doch schon wieder "naive" Anleger abgezockt!

Account gelöscht!

17.07.2012, 10:38 Uhr

Es handelt sich um gewerbliche Immobilien und andere langlebigen Anlagegüter. Da sind 7 - 10 % üblich

Privatier

17.07.2012, 13:02 Uhr

@schnuffelinen
ich besitze u.a. Gewerbeimmobilien, zahle für die Finanzierung einen Zinssatz <3%.
Mir ist schleierhaft, wie so ein Fonds seriös und dauerhaft diese Rendite erwirtschaften will.
Bonitätssachwache Schuldner zahlen diese Zinsen, gehen i.d.R. aber langfristig daran pleite.

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